Duftstoffallergie

Veröffentlicht: | Aktualisiert:
Lesedauer: ca. 5 Minuten
Duftstoffe die eine Allergie auslösen können | Bild: © DimaBaranow (Dima Baranow)/Depositphotos.com

Reagieren Sie empfindlich auf Duftstoffe, entwickeln Sie nach dem Kontakt vielleicht sogar Hautreizungen oder Atembeschwerden? Dahinter könnte sich eine Duftstoffallergie verbergen – nachfolgend erfahren Sie, wie Sie dieser auf die Spur kommen und was Sie dagegen tun können:

Beschreibung, Auslöser, Häufigkeit: Duftstoffallergie ist kein seltenes Phänomen

Die Duftstoffallergie gehört zu den Kontaktallergien, die die Haut der Betroffenen rötet, zum Jucken und Spannen bringt, oft auch Bläschen und schmerzhafte Risse verursacht. Für solche Kontaktallergien gibt es eine ganze Reihe von Auslösern, von denen Nickel und Duftstoffe, Konservierungsstoffe und Farbstoffe (für die Haare), Chromate in Leder-Gerbstoffen und Latex am häufigsten allergische Reaktionen bis hin zu Berufsallergien auslösen.

Diese Stoffe finden sich im Haushalt in Kosmetika und Haarfarben, Putz- und Reinigungsmitteln, Schmuck und Schuhen. Im Arbeitsumfeld haben z. B. die Beschäftigten in Friseurhandwerk und Reinigungsbranche, Maler- und Lackierer-Handwerk, Medizin und Pflege, KFZ- und Baugewerbe, Kunststoff- und Metallverarbeitung und anderen Berufen mit häufiger Feuchtigkeitsbelastung der Hände oder Bedarf zum Tragen von Schutzhandschuhen Kontakt zu Allergenen. Insgesamt sind heute mehr als 4.000 Substanzen identifiziert, die allergische Hautreaktionen auslösen können. Dementsprechend groß ist die Anzahl der Betroffenen: Etwa ein Fünftel der deutschen Bevölkerung reagiert inzwischen auf mindestens einen der häufigsten Allergieauslöser, hat der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken ermittelt.

Die obige Aufzählung listete die häufigsten Kontaktallergene in absteigender Reihenfolge auf, Duftstoffe sind also Auslöser Nr. 2 für eine solche Kontaktallergien. Diese Duftstoffe sind vor allem in Produkten enthalten, die im heimischen Haushalt genutzt werden: Parfüms und Raumsprays werden nur wegen dieser Duftstoffe gekauft; in Kosmetika und Reinigern und Waschmitteln werden sie als Begleitstoffe zugegeben, um den eigentlich unangenehmen Geruch dieser Produkte zu überdecken oder „Frühlingsduft“ in den Wäscheschrank zu bringen. Weil es sich um flüchtige Duftstoffe handelt, können sie neben den üblichen Hautreizungen auch die Atemwege empfindlicher Menschen angreifen.

Reinigungsmittel
Eimer mit Reinigungsutensilien | Bild: © lsantilli (Luca Silvestro Santilli)/Depositphotos.com

Das Selbsthilfe-Portal allergiefreie-allergiker.de geht davon aus, dass 2 bis 3 % der Deutschen unter einer Duftstoffallergie leiden. Das sind bei 83 Millionen Einwohnern gut 1,6 bis knapp 2,5 Millionen Betroffene – eine gewaltige Zahl von Menschen, die häufig sehr unter den Symptomen der Duftstoffallergie leiden und erheblichen Aufwand betreiben müssen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

Sicher ist, dass Duftstoffe für empfindliche Menschen und Menschen mit geschädigter Hautbarriere zum Problem werden können. Darüber hinaus gibt es in der medizinischen Fachwissenschaft noch sehr wenig gesicherte Erkenntnisse zu den Bedingungen, die zur Entwicklung einer Kontaktallergie führen. Nach Einschätzung der Allergologen begünstigen verschiedene Faktoren die Sensibilisierung in relevantem Ausmaß:

  1. Genetische Prädisposition erhöht sicher und häufig das Risiko, auch selbst eine Allergie zu entwickeln. Wenn allergische Reaktionen wie Asthma, Kontaktallergien, Neurodermitis in der Familie gehäuft vorkommen, wird der Nachfahre nicht unbedingt genau diese Allergieformen entwickeln, kann aber damit rechnen, dass sein Organismus eine gewisse Bereitschaft dazu aufweist, Allergien zu entwickeln.
  2. Eine gewichtige Rolle spielt auch, wie oft, intensiv und lange auf Duftstoffe potenziell sensibel reagierende Menschen Kontakt mit einem Allergieauslöser haben.
  3. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Sensibilisierungspotenz des Stoffes – es gibt Duftstoffe, die von fast allen Menschen vertragen werden, und Duftstoffe, die bei längerem, häufigen Kontakt auch bei robusten, gesunden Menschen Reizungen verursachen.
  4. Ein wichtiger Einflussfaktor ist ein angeschlagener Gesundheitszustand der Haut. Wenn die Hautbarriere geschädigt ist, kann sie ihre Schutzfunktion nicht mehr (gut) erfüllen und entwickelt um so schneller eine Kontaktallergie.
  5. Besonders gefährdet sind Menschen, bei denen allergische Veranlagung (hohe Sensitivität plus besonders reagibles Immunsystem) und häufiger Kontakt mit verschiedenen Allergenen die Abwehrsysteme bereits umfassend geschädigt haben. Sie reagieren schnell auf alle möglichen, und irgendwann auch auf eigentlich nicht als hochreizend bekannte Duftstoffe; ab drei erkannten Kontaktallergenen sprechen Allergologen von multipler Sensibilisierung und Multiallergikern.

Symptome

Wenn einer oder mehrere der gerade genannten Faktoren die Entstehung einer Duftstoffallergie begünstigen, ist diese nicht plötzlich da. Sondern sie entwickelt sich langsam in einer Reihe komplexer Reaktionen, die mit fortschreitender Schwächung/Irritation des Immunsystems und dann der Hautbarriere und ggf. der Lungenschleimhaut einhergehen. Die einzelnen Entwicklungsschritte einer solchen mit Verzögerung entwickelten Typ IV oder Spättyp-Allergie wie der allergischen Kontaktdermatitis sind noch nicht vollständig erforscht, bei der Entwicklung des Krankheitsbilds werden heute gewöhnlich folgende Phasen unterschieden:

  1. Erstkontakt mit dem Allergieauslöser. Diese Allergieauslöser sind insofern schwer zu erkennen, dass sie bei vielen anderen Menschen möglicherweise nie oder erst nach langem, intensiven Kontakt Reiz-Reaktionen hervorrufen. Auch der künftige Duftallergiker bemerkt in dieser ersten Phase in der Regel noch keine Symptome. Weil der Duftstoff aber hier auf einen reaktionsbereiten Körper trifft und ihm Begleitstoffe im Produkt und/oder eine bereits bestehende Schädigung der Hautbarriere das Eindringen in die Haut erleichtern, hat er sein „Opfer“ gefunden.
  2. Der Allergieauslöser wirkt nun auf das Immunsystem ein: In den nächsten Tagen und Wochen (meist 7 – 21 Tagen) entwickeln sich in den Lymphknoten spezifische T-Zellen (spezielle weiße Blutkörperchen), die auch Memoryzellen genannt werden, weil sie die Merkmale des Allergieauslösers abspeichern. Diese Phase nach dem Kontakt mit dem Allergieauslöser wird auch stumme Sensibilisierungsphase genannt, weil auch sie meist ohne irgendwelche äußerlich sichtbaren Symptome vorbeigeht. Aber nun ist der entsprechende Körper bereit, auf einem neuen Kontakt mit diesem Allergieauslöser sofort die unschönen allergischen Symptome zu entwickeln.
  3. Wenn der Betroffene wieder auf diesen Allergieauslöser trifft, erkennen die Memory-T-Zellen diese Substanz und setzen Botenstoffe gegen diesen Problemstoff frei. Diese Zytokine regen wiederum bestimmte Fresszellen zur Arbeit an, die nun im Kontaktbereich eine starke Entzündungsreaktion mit Hautrötung, ev. Juckreiz und Bläschen etc. auslösen.
  4. Nach Abschluss der Sensibilisierungsphase reichen zunehmend geringere Mengen dieses Allergieauslösers, um sogleich eine Hautreaktion hervorzubringen. Wird eine schwer geschädigte Haut diesem Allergen häufig und dauerhaft ausgesetzt, kann sich ein chronisches Kontaktekzem entwickeln. Die Hautbarriere kann sich nicht mehr regenerieren, bildet Risse und Ekzeme und schließlich eine chronische entzündliche Hautverdickung mit stark verhornten, grobzelligen Hautfeldern. Chronifizierte Kontaktallergien zählen zu den häufigsten Berufskrankheiten; können aber auch im häuslichen Umfeld entstehen, oft im Zusammenhang mit einem erst einmal nicht unbedingt allergischen „Hausfrauenekzem“ durch übermäßige Nutzung hautschädlicher Reinigungsmittel u. ä. Wenn es schon so weit gekommen ist, sollten Diagnostik und Behandlung unbedingt einem erfahrenen Dermatologen überantwortet werden.

Diagnose

Wenn sich ein Mensch mit einem der gerade geschilderten Symptomen zum Hautarzt/Allergologen begibt, wird dieser zunächst unmittelbare Unverträglichkeitsreaktion auf oder Reizungen/Schäden durch den Kontakt mit giftigen oder reizenden Substanzen ausschließen:

  • Wenn ein erstmals verwendetes Produkt ohne symptomfreie Sensibilisierungsphase sofort eine Reaktion auslöst, ist das noch keine Duftstoffallergie, sondern eine „normale“ Reaktion der Haut en auf toxische bzw. diesen speziellen Stoffwechsel irritierenden/reizenden Inhaltsstoffe.
  • In Produkten sind auch nicht nur Allergieauslöser enthalten, sondern u. U. auch weitere Chemikalien, die so giftig und reizend sind, dass der bloße Kontakt recht schnell ein nichtallergisches Ekzem auslösen kann.
  • Manchmal handelt es sich auch „nur“ um eine durch die Reizstoffe in Brennnessel oder Nesselquallen ausgelöste Nesselsucht.

Solche nichtallergischen Hautekzeme würden nach einiger Zeit meist von selbst abheilen, die Behandlung der entzündeten Haut ist allerdings wichtig: Sie hilft dabei, die geschädigte Hautbarriere möglichst schnell wieder herzustellen und verhindert auch, dass die aktuell sehr durchlässige und anfällige Haut durch Krankheitserreger, Schadstoffe oder Allergieauslöser noch weiter geschädigt und/oder sensibilisiert wird.

Wenn der Verdacht auf eine Duftstoffallergie naheliegt, testen Allergologen derzeit gewöhnlich zwei Standard-Duftstoffmischungen (Duftstoffmix I und II) ein paar weitere, bekannt allergierelevante Substanzen und ätherische Öle.

In diesen Duftstoffmischungen sind die häufigsten, bekannten Allergieauslöser enthalten. Eine Reaktion auf diese Stoffe lässt bei gut 90 % der Betroffenen darauf schließen, dass eine Sensibilisierung auf Duftstoffallergie stattgefunden hat, sich also eine Duftstoffallergie entwickelt hat. Aber nicht bei allen, bei manchen Patienten muss also weitergesucht werden.

Therapie

Zur Zeit wird die Kontaktallergie als „nicht heilbar“ angesehen, weil es keine Medizin gibt, die verhindern kann, dass die Haut nach Kontakt mit dem Allergieauslöser erneut allergisch reagiert.

Hyposensibilisierung
Arzt führt eine Hyposensibilisierung durch | Bild: © photographee.eu (Katarzyna Białasiewicz)/Depositphotos.com

Auch eine Hyposensibilisierung ist bei einer Duftstoffallergie bisher nicht möglich, weil Allergien vom Typ IV immunologisch betrachtet eine besondere Stellung einnehmen: In den Duftstoffen wirken nicht die typischen Allergene-Proteine wie bei anderen Allergietypen, sondern die kritischen Stoffe (Haptene) verbinden sich in der Haut mit körpereigenen Proteinen, diese Kombi wirkt dann allergen. Da die Reaktion auf die Allergene auch nicht durch Antikörper, sondern erst nach ein bis vier Tagen durch die T-Lymphozyten vermittelt wird, gibt es für diese verzögerte allergische Reaktion noch keine Ideen in Richtung „gezielte Hyposensibilisierung“.

Deshalb konzentriert sich die übliche Behandlung der Duftstoffallergie ähnlich wie beim nichtallergischen Hautekzem auf die Therapie der akuten Symptome: Die Haut wird mit Cortison, nichtsteroidalen Antiphlogistika, Ichthyol- oder Teercremes behandelt; unterstützend sollen meist adstringierende, rückfettende Umschläge / Bäder angewandt und diverse Maßnahmen zur Linderung des Juckreizes getestet werden. Wenn sich bereits Folgeerkrankungen wie Infektionen durch Bakterien oder Pilze eingestellt haben oder die Atemwege mitbetroffen sind, erfordern das meist eine gesonderte, komplizierte Behandlung.

Das Ziel einer Heilung wäre hier, den Allergie-empfindlichen Menschen fit zu machen, alle reizenden Stoffe auszuhalten, denen er in seinem Umfeld ausgesetzt ist. Das entspricht nach allgemeinem Verständnis von „Gesundheit“ in unserem Gesundheitssystem auch der Aufgabe des Arztes: Ein Mensch hat Beschwerden, der Arzt wendet eine Medizin an, und der Patient kann sein bisheriges Leben fortführen, sobald diese Medizin ihre Wirkung getan hat.

Bei einer Duftstoffallergie können die Symptome durch therapeutische Einwirkungen meist (etwas) gelindert werden. Gegen die Gesundheitsbeeinträchtigung selbst können die Betroffenen jedoch nur vorgehen, indem sie Duftstoffe als Problem erkennen und in notwendigem Umfang meiden und nachhaltig danach streben, ihren Körper in normale Bahnen zurückzuführen:

Gut leben mit einer Duftstoffallergie

1. Allergieauslösende Duftstoffe unbedingt meiden

Die Therapie der Symptome einer Duftstoffallergie hat immer nur so lange Erfolg, wie die Betroffenen den/die Allergieauslöser konsequent meiden. Dazu erhalten Patienten mit der Diagnose Duftstoffallergie einen Allergiepass, in dem die erkannten Allergieauslöser mit einigen Informationen aufgeführt sind.

Diesen Hinweis sollten Sie sehr ernst nehmen, weil Typ-IV-Allergien wie die Duftstoffallergie in chronischen Ekzemen und Entzündungen enden können, wenn die Allergene nicht gemieden werden.

Dazu gehört zunächst, potenziell gefährliche (Alltags-) Produkte erkennen:

2. Reizstoffe aufspüren lernen

Um herauszufinden, ob sich „Ihre“ Kontaktallergene in Produkten in ihrem Umfeld befinden, wird meist folgende „Detektivarbeit“ empfohlen:

26 allergieauslösende Duftstoffe sind laut Kosmetikverordnung deklarationspflichtig, müssen also auf jeder Kosmetik-Packung ausgewiesen werden.

In der Kosmetikverordnung selbst werden diese im Abhang III zusammen mit vielen anderen Stoffen gelistet, die in Kosmetika nur unter Einhaltung der jeweils angegebenen Einschränkungen enthalten sein dürfen. Da das nicht sehr komfortabel zu lesen ist, werden z. B. hier nur die 26 Duftstoffe unter Angabe ihrer laufenden Nummer aufgelistet: www.ages.at/themen/kosmetik/kennzeichnung/allergene-duftstoffe.

Auch die allergieauslösenden Duftstoffe müssen aber nur auf der Packung aufgedruckt werden, wenn sie in Kosmetika eingesetzt werden. Sie müssten also weiter prüfen, ob die identifizierten Duftstoffe in irgendwelchen anderen im Haushalt oder am Arbeitsplatz genutzten Produkten enthalten sind – über Anfragen beim Arbeitgeber und bei Produktherstellern, über Internet-Datenbanken und -Artikeln mit möglichen Allergieauslösern, Gefahrstoffhinweisen und CAS-Nr. der entsprechenden Chemikalie und viele andere Quellen und Beratungsinstanzen. Ein so zeitaufwändiges Geschäft, das der Deutscher Allergie- und Asthmabund seinen Mitgliedern Recherche und Beratung durch Experten anbietet.

Vielleicht sind Sie aber auch gegen nicht deklarationspflichtige Duftstoffe allergisch, oder gegen ganz neue, oder Sie haben noch gar keine genaue Diagnose und wegen der verzögerten, verspäteten Reaktion das Gefühl, auf „alles Mögliche“ zu reagieren …

Wenn Sie ohnehin schon ahnen, dass Ihrem Haushalt weniger Chemie gut tun könnte und Sie Ihre Zeit eher nicht dazu nutzen möchten, alle kritischen Stoffe in Ihrer Umgebung kennenzulernen, empfiehlt sich ein anderes Vorgehen:

3. Umfeld weitmöglichst von kritischen Duftstoffen „säubern“

Versammeln Sie alle täglich oder gelegentlich genutzten Produkte in Ihrem Haushalt, in denen kritische Duftstoffe enthalten sein könnten, in einer großem Kiste und stellen Sie diese beseite.

Gönnen Sie Ihrer Haut eine möglichst lange Erholungspause, in der sie mit „fast nichts“ gepflegt wird: Zum Waschen reicht Wasser und eine milde Waschlotion; zum Eincremen eine sanfte, für Allergiker geeignete Creme mit wenigen Inhaltsstoffen, die heute auch im nächsten Drogeriemarkt in hervorragender Qualität angeboten wird.

Beim Putzen und Reinigen tut eigentlich auch das Wasser die Hauptarbeit, gerne unterstützt durch einen Schuss gut verträgliches Bio-Spülmittel oder einen Teelöffel meist ebenso gut vertragenes Natron.

Wenn sich Bedarf nach weiteren Produkten ergibt, sollten Sie solange nur getestet für Allergiker verträgliche Produkte wie z. B. Reinigungs- und Pflegeprodukte mit dem DAAB-Label einkaufen, wie sich Ihre Hautbarriere noch in der Erholungsphase befindet. Wenn sie wieder stark und robust ist, können Sie entweder beginnen, die Produkte in der Kiste vorsichtig durchzutesten, oder diese Freunden mit robuster Haut zum Verbrauch überlassen und noch umfassender in Richtung „mehr Natur, weniger unphysiologische Belastung“ durchstarten:

4. Körper und Immunsystem stärken, noch mehr „unbekannte Chemie“ aus dem Haushalt entfernen

Sehr häufig ist zu lesen, dass es sich bei den Allergieauslösern um an sich harmlose Stoffe handele, auf die eben nur die Allergiker reagieren. Die Logik sagt, dass diese Stoffe so harmlos nicht sein können, wenn rund ein Fünftel der Deutschen bei Kontakt mit ihnen Krankheitssymptome entwickelt.

Damit ist nicht gemeint, dass alles Alte, Natürliche gut ist und jede neue Chemie schlecht ist – die „großen Schweinereien“ der Chemie wurden vor langer Zeit entwickelt, heute gibt es einen deutlichen Trend zu garantiert ungiftigen, möglichst auch noch aus Recycling-Material hergestellten Stoffen und viele Naturstoffe können durchaus reizend wirken, z. B. weil sie vom Menschen noch nie derart konzentriert oder derart verschwenderisch genutzt wurden.

Es geht mehr um ein „Zurück zu Normal“, um vernünftiges Einkaufen und Maßhalten in allen Bereichen des Lebens:

  • Wissen Sie, woraus Ihre Möbel, Tapeten, Teppiche, Textilien bestehen? Wenn nicht, sollten Sie als Allergiker besser aufhören, sich mit unbekannten Materialien zu umgeben
  • Wissen Sie, welche Billigimporte für ihre toxischen Inhaltsstoffe bekannt sind? Wenn nicht, sollten Sie sich bei der nächsten Verbraucherzentrale nach den gefährlichsten Stoffen erkundigen
  • Stress kann dem Immunsystem erheblich zusetzen. Wenn er nicht zurückgefahren werden kann, helfen Entspannungsübungen, Meditation, Yoga, ihn besser zu beherrschen
  • Auch bei Lebensmitteln gilt, dass die echten Produkte ohne lange Zutatenliste auskommen, und eine Umstellung falscher Ernährung kann manchmal eine Hyposensibilisierung ersetzen
  • Das Immunsystem lässt sich weiter durch Sport und Wechselduschen, ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr, (verträgliche) Gewürze und viele weitere Maßnahmen stärken
  • Auch genug Sonne am Tag und genug Schlaf in der Nacht stärken den Körper; und mancher Duftstoffallergiker zieht eine hohe Befriedigung daraus, sich gegen die Beduftung von allem und jedem zu engagieren