Kreuzallergie – Ursachen, Symptome, Abhilfe. Was Sie wissen und beachten müssen

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Lebensmittel | Bild: © studioM (Sandrine Ribeyron)/Depositphotos.com

Manche Allergiker trifft es doppelt und dreifach: Nicht nur der Stoff, auf den sie nachweislich überempfindlich sind, sondern auch ganz andere Stoffe rufen bei ihnen eine allergische Reaktion hervor. Bei den Pollenallergikern kennen über 50 Prozent das Phänomen Kreuzallergie und bekommen beim Verzehr bestimmter Lebensmittel allergische Symptome. Aber auch bei anderen Allergien, etwa gegen Hausstaubmilben oder Latex, kann eine Kreuzallergie auftreten. Welche Ursachen für die Kreuzreaktion verantwortlich sind und was sich dagegen unternehmen lässt, erfahren Sie hier.

Ursache für eine Kreuzallergie

Verantwortlich für die Kreuzallergie sind starke strukturelle Ähnlichkeiten bestimmter Proteine, die etwa in Pollen und Lebensmitteln vorkommen. Das Immunsystem des Allergikers kann die Proteine harmloser Lebensmittel nicht vom Hauptallergen (zum Beispiel Birkenpollen) unterscheiden und reagiert beim Verzehr von beispielsweise Nüssen genauso wie gegen die Baumpollen. Dabei handelt es sich nicht um eine primäre Nahrungsmittelallergie. Die allergische Reaktion kommt wegen struktureller Ähnlichkeiten von vermeintlich verschiedenen Allergenen zustande. Mediziner nennen das eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie oder Kreuzallergie. Auch bei einer Allergie gegen Latex oder andere Stoffe kann eine Kreuzallergie bestehen, weil sich die Proteine in Latex und bestimmten Lebensmitteln so stark ähneln, dass sie vom Immunsystem verwechselt werden können.

Symptome bei Kreuzallergie

Bei einer Kreuzallergie tritt nach dem Kontakt mit oder Verzehr von bestimmten Lebensmitteln eine allergische Reaktion auf. Häufig sind die Symptome zuerst an Mund, Zunge, Rachen und Lippen zu spüren. Mediziner nennen es das orale Allergiesyndrom. Es können auftreten:

  • Brennen
  • Kribbeln
  • Juckreiz
  • Taubheitsgefühle
  • Schwellung

Auch der Kehlkopf, die Speiseröhre, der Magen und der Darm können nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel Beschwerden verursachen. In seltenen Fällen sind auch darüber hinausgehende Symptome bei einer Kreuzallergie möglich, wie etwa:

  • Rötungen und Ausschläge der Haut
  • Asthmasymptome und Atemnot
  • anaphylaktischer Schock, der lebensbedrohlich sein kann

Wichtig: Die allergische Reaktion auf Kreuzallergene fällt in der Regel schwächer aus als gegen das zugrunde liegende Hauptallergen. Dennoch kann eine Kreuzallergie in seltenen Fällen zu lebensbedrohlichen Reaktionen führen.

Häufige Kreuzallergien: Welche Pollen und welche Lebensmittel ähneln sich?

Die Allergene bestimmter Pollen und Lebensmittel ähneln sich so stark, dass sie vom Immunsystem leicht verwechselt werden können. Folgende Kreuzallergien sollten Pollenallergiker kennen.


Baumpollenallergie gegen Frühblüher : Bis zu 30 Prozent aller Pollenallergiker reagieren auf die sogenannten Frühblüher unter den Bäumen und können beim Verzehr unten gelisteter Nahrungsmittel aufgrund ihrer Pollenallergie ebenfalls eine allergische Reaktion erleiden.

Birke, Erle und Hasel mit Kreuzallergie:
Nüssen (Cashewnuss, Haselnuss, Mandel, Paranuss, Walnuss), Kernobst (Apfel, Birne), Steinobst (Aprikose, Kirsche, Nektarine, Pflaume, Pfirsich, Zwetschge), Chilischote, Kiwi, Karotte, Tomate, Sellerie, Soja, Fenchel, Kräutern wie Basilikum, Dill, Koriander, Oregano, Petersilie und den Gewürzen Anis, Kümmel und Chilipulver

Gräser- und Getreidepollenallergie gegen Ampfer, Roggen und diverse Gräser: Gräser und Getreide blühen hauptsächlich ab Mitte Mai. Ihre Proteine können mit denen von folgenden Lebensmitteln verwechselt werden.

Ampfer, Roggen und diverse Gräser mit Kreuzallergie:
Nüssen (Erdnuss, Cashewnuss, Pistazie), Hülsenfrüchten (diverse Bohnen, Erbsen, Linsen, Soja), Banane, Mango, Melone, Tomate und Lupinen

Auch Produkte aus oder mit Getreidemehl (insbesondere Weizenmehl) können bei Gräser- und Getreidepollenallergikern allergische Reaktionen auslösen.


Kräuterpollenallergie gegen Ambrosia, Beifuß oder Wegerich: Allergien gegen Kräuterpollen gehen häufig mit allergischen Reaktionen gegen mit folgenden Pflanzen und Nahrungsmitteln einher.

Ambrosia, Beifuß oder Wegerich mit Kreuzallergie:
Artischocke, Avocado, Fenchel, Karotte, Kiwi, Litschi, Mango, Sellerie, Tomate, Ingwer, Knoblauch, Sonnenblumenkerne, Kräuter wie Basilikum, Koriander, Minze, Oregano, Petersilie, Tee aus Kamille und Pfefferminze sowie diverse Gewürze wie Anis, Curry, Kümmel, Muskat, Paprikapulver, Pfeffer und Zimt

Kreuzallergien bei Latexallergie und Hausstaubmilbenallergie

Wer gegen Latex allergisch ist, kann auch auf Ananas, Avocado, Banane, Buchweizen, Esskastanie (Marone), Honigmelone, Feige, Kiwi, Mango, Papaya, Paprika, Passionsfrucht, Pfirsich, Sellerie und Tomate überempfindlich reagieren.

Hausstaubmilbenallergiker reagieren manchmal kreuzallergisch auf Meereskrustentiere wie Garnelen, Hummer, Krabben, Krebse, Langusten, Scampi und Shrimps sowie Weichtiere wie Tintenfische, Schnecken, Austern und andere Muscheln.

Kreuzallergie-Syndrome

Einige Kreuzallergien sind so häufig, dass sie in der Medizin als Syndrom bezeichnet werden. Das Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom ist die häufigste Kreuzallergie und bezieht sich auf Birken- und Rosengewächse, zu denen auch Beeren, Stein- und Kernobst zählen. Sie alle sind botanisch verwandt und weisen in bestimmter Hinsicht so starke Ähnlichkeiten auf, dass die menschliche Immunabwehr sie nicht unterscheiden kann. Das Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom ist ebenfalls weit verbreitet.

Was lässt sich gegen eine Kreuzallergie unternehmen?

Eine allgemeine List der häufigen Kreuzallergien ist nicht in jedem Fall hilfreich. Im Rahmen einer individuellen Ernährungsberatung beim Arzt kann für das Thema pollenassoziierte Kreuzallergie ein individuelles Konzept entwickelt werden, indem Allergieauslöser zweifelsfrei nachgewiesen werden. Darauf aufbauend kann ein individueller Ernährungsplan entstehen.

Anschließend gilt es, bekannte Allergene so gut es geht zu meiden. Dazu sollten vor dem Kauf die Zutatenlisten aller Lebensmittel (inklusive Convenience-Food, Fertiggerichten, Gewürzmischungen etc.) überprüft werden. Viele Allergieauslöser, wie etwa Sellerie, müssen von den Lebensmittelherstellern in der Liste der Zutaten hervorgehoben werden. Meist sind sie in Fett- oder Kursivschrift auf der Zutatenliste schnell zu erkennen. In Restaurants sollte stets nachgefragt werden, ob im gewünschten Gericht oder in den verwendeten Gewürzen der Allergieauslöser enthalten ist.

Vor allem während der jeweiligen Pollensaison kann die Kreuzallergie ausgeprägter sein, als zu anderen Jahreszeiten. Daher ist nicht in jedem Fall ein ganzjähriger Verzicht auf das allergieauslösende Lebensmittel nötig.

Außerdem sind viele kreuzallergene Lebensmittel gekocht viel verträglicher (Ausnahmen: Erdnüsse, Haselnüsse, einige Gewürze, Senf und Soja, da ihre Proteine durch Erhitzen ihr Allergiepotenzial nicht verlieren).

Bei starken Kreuzallergien kann der Art auch ein Notfallset verschreiben, dass bei einem anaphylaktischen Schock zum Einsatz kommt. Zudem kann eine Allergietherapie gegen das Hauptallergen auch die Kreuzallergie mildern. Dabei wird der Allergiker mittels einer spezifischen Immuntherapie gegen den ursächlichen Allergieauslöser sensibilisiert. Lassen Sie sich von Ihrem Allergologen beraten.