Angenehm oder gefährlich – wie wirkt sich Shisha Rauchen auf das Raumklima aus?

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Shisha | Bild: © belchonock (Olga Yastremska)/Depositphotos.com

Ob in den heimischen vier Wänden oder in der öffentlichen Shisha Bar in der City – die uralte orientalische Tradition des Shisha Rauchens erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Doch in die positiven, fast schon euphorischen Stimmen mischen sich in letzter Zeit vermehrt kritische Stimmen. Neben der potenziell schädlichen Wirkung des Shisha Rauchens steht dabei auch die angebliche Verschlechterung des Raumklimas am Pranger. Was ist dran an der Behauptung, dass sich Shisha Rauchen ungünstig auf das Raumklima auswirkt und im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Vergiftung führt? Der folgende Ratgebertext klärt Sie ausführlich auf.

Tausend Aromen, angenehmer Geruch – Shisha Rauchen in geschlossenen Räumen

Das Positive vorab: Viele Shisha Raucher berichten in begeisterten Beiträgen in den sozialen Medien immer wieder davon, dass sich das Klima in ihrer Wohnung durch das Shisha * Rauchen nicht verschlechtert, sondern im Gegenteil verbessert habe. Und oberflächlich betrachtet macht diese Behauptung durchaus Sinn, denn: Beim Shisha Rauchen haben Sie als Kunde die Wahl zwischen unzähligen Geschmacksrichtungen jeglicher Couleur. So sind neben fruchtigen Aromen wie Erdbeere oder Zitrone auch herbe Aromen wie Darjeeling Tee oder süße Aromen wie Schokolade auf dem Markt erhältlich. In der Wohnung geraucht, setzen sich diese Aromen logischerweise in den Möbeln und Textilien fest, so dass auch lange nach dem Ende der Rauchsession noch ein angenehmer Duft in der Luft hängt. Ebenfalls positiv: Im Vergleich zu Zigarettenrauch ist der Rauch, der beim Dampfen einer Shisha entsteht, um ein Vielfaches harmloser und weniger gesundheitsschädlich. Denn: Der Shishatabak und das Aroma einer Shisha enthalten weniger Nikotin und Teer als herkömmlicher Zigarettentabak. Dennoch gilt: Auch wenn Sie das Aroma Ihrer Shisha von ganzem Herzen lieben, sollten Sie auf das Lüften in der Wohnung nicht verzichten. Denn ganz ohne Nikotin und Teer kommen auch die meisten Shishatabaksorten und Aromen nicht aus.

Kohlenmonoxid – eine schleichende, unsichtbare Gefahr mit tödlichen Folgen

Totenkopf
Totenkopf | Bild: © okeen_ (Aliaksei Lakamkin)/Depositphotos.com

Was vielen, gerade jungen Rauchern nicht bewusst ist: Beim Shisha Rauchen werden relativ große
Mengen an Kohlenmonoxid freigesetzt. Kohlenmonoxid – auch unter der Bezeichnung CO bekannt – entsteht auf natürliche Weise beim Verbrennen von Holzkohle. Und da beim Shisha Rauchen üblicherweise glühende Kohle in der Wasserpfeife verwendet wird, ist die Freisetzung von CO prinzipiell nicht zu vermeiden. Kohlenmonoxid in hoher Konzentration stellt für den menschlichen Körper eine große Gefahr dar. Das geruchlose und unsichtbare Gas wird praktisch unbemerkt über die Lunge aufgenommen und erschwert den Sauerstofftransport im Blut. Dadurch kommt es zwangsläufig zu Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Erbrechen. Im schlimmsten Fall kann CO sogar zum Tod führen. In der Vergangenheit kam es in schlecht belüfteten Shisha Bars einige Male zu Unfällen mit Kohlenmonoxid. Besucher erlitten Vergiftungen oder verursachten Verkehrsunfälle, die auf erhöhte CO-Spiegel im Blut zurückzuführen waren. Als Shisha Raucher sollten Sie sich der Gefahr durch CO jederzeit bewusst sein und bei den leisesten Anzeichen einer Vergiftung – Kopfweh, leichter Schwindel – sofort die Pfeife ausmachen und sich ins Freie begeben. Der Raum sollte anschließend in jedem Fall mehrere Stunden gut durchgelüftet werden. Die gute Nachricht: CO richtet bei geringer, einmaliger Exposition keine bleibenden Schäden im Körper an und wird innerhalb eines Tages vollständig abgebaut.

Fachfirmen bieten spezielle Lüftungsanlagen für Shisha Bars an

Eine ausreichende Belüftung und Entlüftung ist der beste Schutz gegen die Folgen einer zu hohen Konzentration von Kohlenmonoxid in der Luft. Gerade Betreiber von Shisha Bars sollten deshalb unbedingt die Installation eines professionellen Abluft- und Zuluftsystems in Betracht ziehen. Viele Fachfirmen aus dem Bereich Klimatechnik & Lüftungstechnik haben sich im Zuge des anhaltenden Shisha Bar Booms auf die Installation von individuellen Lüftungsanlagen für Shisha Bars spezialisiert. Die Experten berücksichtigen bei der Planung und Installation unter anderem Faktoren wie die Größe des Raums und die Anzahl der Wasserpfeifenplätze in der Lokalität. Für Privaträume kommt eine derartige Lösung eher nicht infrage, aber als Betreiber einer Shisha Bar sollten Sie kein Risiko eingehen und am besten ein unverbindliches Angebot bei einer Fachfirma Ihres Vertrauens anfordern – der Gesundheit zuliebe.

Welche Alternativen gibt es zum Shisha Rauchen in der Wohnung?

Balkon
Moderner Balkon mit Pflanzen | Bild: © iriana88w (Iriana Shiyan)/Depositphotos.com

Im Orient – wo bekanntlich fast immer warmes und schönes Wetter herrscht – wird das Shisha Rauchen traditionell nicht in geschlossenen Räumen, sondern im Freien praktiziert. Man trifft sich abends vor dem Haus oder im Garten mit Freunden und genießt den aromatischen Dampf einer Shisha. Das Rauchen im Freien bringt auch in kälteren Gefilden einige Vorteile mit sich: Sie vermeiden dadurch eine zu hohe Konzentration von CO in Ihrer Wohnung und können zudem die Natur intensiv genießen. Besonders in der warmen Jahreszeit von Mai bis September kann die Shisha praktisch an jeden Ort mitgenommen werden – in den Park, an den Badesee oder in den Garten. Das Rauchen im Freien ist definitiv die beste Alternative zum Rauchen in geschlossenen Räumen. Falls Sie dennoch in den eigenen vier Wänden nicht aufs Shisha Rauchen verzichten möchten, sollten Sie immer ausreichend lüften und möglichst nikotinarme, angenehm riechende Tabaksorten und Aromen verwenden.

Das können Sie selbst für das Raumklima beim Shisha Rauchen tun

Als Shisha Raucher sind Sie keinesfalls dazu verdammt, in einem schlechten Raumklima zu leben. Vielmehr können Sie selbst einiges dazu beitragen, dass sich in Ihren Räumlichkeiten kein übler Geruch festsetzt. Im Handel sind zum Beispiel Duftkerzen * und Raumerfrischer * erhältlich, die das Klima in Ihren Räumen deutlich verbessern. Andere Shisha Raucher verwenden hingegen Weihrauch oder eine Mischung aus gekochter Zitrone und Essig, um die Luft in den eigenen vier Wänden frisch und angenehm zu halten. Falls möglich, sollten Sie zudem immer mit gekippten Fenstern oder – noch besser – auf dem Balkon rauchen. Dadurch vermeiden Sie, dass die Konzentration von CO zu hoch wird. Nach dem Rauchen sollte Sie außerdem immer die Shisha reinigen und den Raum mindestens 30 Minuten lang durchlüften. Falls sich der Rauch bereits in bestimmten Textilien – etwa im Sessel oder im Sofa – festgesetzt hat, helfen handelsübliche Textilienerfrischungssprays weiter.


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