Die optimale Temperatur für Lagerräume bzw. Speisekammern

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Lebensmittel im Vorrat | Bild: © sumners (Ronald Charles Sumners)/Depositphotos.com

Wahrscheinlich verlassen Sie sich für die Lagerung von (verderblichen) Speisen wie die meisten Menschen heutzutage auf Ihren Kühlschrank. Doch auch in einer Speisekammer bzw. einem spezielle Lagerraum lassen sich viele Lebensmittel ganz ohne aktive Kühlung über viele Monate hinweg aufbewahren. Dabei ist es jedoch wichtig, dass in einem solchen Lagerraum die hierfür ideale und vor allem möglichst konstante Raumtemperatur herrscht. Hier erfahren Sie alles Wichtige über die Temperierung eines Lagerraums für Speisen und erhalten wichtige Tipps zur Bevorratung von Lebensmitteln.

Ideale Lagerbedingungen für Lebensmittel in der Speisekammer oder im Vorratsraum

Im idealen Fall ist eine Speisekammer im Haus völlig unbeheizt und dunkel sowie stets kühl. Eine hohe Temperatur- und Feuchtekonstanz sind ebenfalls wichtige Faktoren für die sachgerechte Lagerung einer Vielzahl von Lebensmitteln. Weiterhin sollte eine regelmäßige Lüftung des Lagerraums erfolgen. Die direkte Beheizung, ganz gleich ob durch einen Heizkörper oder in der Wand verlaufende Heizungsrohre bzw. warme Abluft aus anderen Räumen sollten Sie ebenfalls vermeiden. Befindet sich die Speisekammer direkt neben der Küche, empfiehlt es sich, eine sogenannte Klimaschutztür einzubauen. Sie verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit und zu warmer Luft. Große Fenster nach Süden sind ebenfalls nicht ideal für eine Speisekammer, da hierdurch eine zu starker Erwärmung
durch Sonneneinstrahlung erfolgen kann. In vielen Fällen ist ein Deckenventilator empfehlenswert, um eine bessere Durchmischung der Raumluft zu erzielen und stehende Luftpolster aufzubrechen. Generell kann gesagt werden, dass ein Raum umso besser zur Speisekammer taugt, je kühler und dunkler er ist. Dabei sollte er jedoch zu jeder Jahreszeit frostfrei bleiben.

Lagerung von Speisen im Altbau und im Neubau

Während in vielen älteren Gebäuden den oben genannten Anforderungen noch Rechnung getragen wurde, lässt sich in oft nahezu luftdichten Neubauten ein Lagerraum für Lebensmittel nur noch mit einigem Aufwand realisieren. Ohne aktive Kühlung ist eine Lagerung verderblicher Lebensmittel über einen längeren Zeitraum kaum noch möglich. Im Altbau hingegen eignet sich ein (trockener) Keller oftmals hervorragend als Lagerraum für Speisen. In vielen Fällen gibt es im Altbau zudem Räume, die bereits während der Planung des Gebäudes bereits als Speisekammer vorgesehen waren und daher gute Ausgangsbedingungen bieten. Ein solcher Raum ist aufgrund seiner Lage und Ausstattung stets deutlich kühler als der Rest der Wohnung, heizt sich auch im Sommer nicht zu stark auf und ist meist nur mit einem kleinen Fenster ausgestattet. So lässt sich regelmäßige Lüftung realisieren, während der Raum dennoch dunkel genug zur Lagerung von Lebensmitteln ist.

Wie hoch ist die optimale Temperatur in Lagerräumen für Lebensmittel?

Die optimale Raumtemperatur zur Lagerung von frischen Lebensmitteln wie zum Beispiel Äpfel und Kartoffeln , Wurzelgemüse sowie Eingekochtem und Eingelegtem liegt bei etwa 4 bis 12 Grad Celsius. Leider lassen sich solche Temperaturen in der Regel nur im Keller konstant erreichen und halten. Denn selbst wenn sich in einer Speisekammer im Haus kein Heizkörper befindet, erfolgt doch zumeist eine zu starke Erwärmung durch die umschließenden Wände anderer Räume. Wird der Keller als Lagerraum für Speisen genutzt, achten Sie darauf, dass Sie nur morgens und abends lüften um die Kondensation feuchter Luft an der Innenseite und somit Schimmelbildung zu vermeiden. Statten Sie zudem alle Fenster mit Mäuse- und Fliegengittern aus, um Schädlinge von den Lebensmitteln fernzuhalten.

In einer gedämmten oder auch ungedämmten Speisekammer im Haus sollten Temperaturen zwischen 12 und maximal 20 Grad Celsius herrschen. Beachten Sie, dass dieser Temperaturbereich für die Lagerung von frischen Lebensmitteln nur sehr bedingt geeignet ist. Hier lagert man am besten nicht verderbliche Ware und Verpacktes. Hierzu zählen zum Beispiel Mehl, Salz und Zucker sowie Konserven und Trockenprodukte wie Nudeln und Reis. Außerdem können in einer solchen Speisekammer Lebensmittel aufbewahrt werden, die in (luftdicht) verschließbaren Behältern aus Glas, Metall oder Kunststoff abgefüllt wurden. Obst, Kartoffeln und anderes Gemüse sollten bei den genannten Temperaturen nur dann gelagert werden, wenn Sie sie anschließend rasch verbrauchen bzw. zubereiten. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass die Speisen verderben oder ungenießbar werden.

Vorteile eines unbeheizten Lagerkellers bzw. einer kühlen Speisekammer

Haben Sie die Möglichkeit, bei sich zuhause Lebensmittel in einem kühlen und dunklen und trockenen Keller oder in einer unbeheizten Speisekammer zu lagern, sparen Sie dadurch jährlich eine große Menge Energie für die aktive Kühlung dieser Energie ein. Dadurch entlasten Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern schonen auch Ressourcen und damit die Umwelt.

Gemüse
Gemüse und Obst | Bild: © chiarazeni (chiara zeni)/Depositphotos.com

Ein Keller bzw. eine Speisekammer, welche die oben genannten Bedingungen erfüllen, ermöglichen zudem eine vorausschauende Bevorratung an Lebensmitteln. Dadurch wirtschaften Sie auf Dauer wirtschaftlicher, da Sie die Möglichkeit haben, größere Mengen zu günstigeren Preisen einzukaufen. Dies ist zum Beispiel bei saisonalem aber lagerfähigem Gemüse von Vorteil.

Nicht zuletzt sparen Sie durch die Lagerung von Lebensmitteln im Keller oder in der Speisekammer viel Stauraum in der Küche ein, wo Lebensmittel heute in der Regel gelagert werden. Dieser Stauraum steht Ihnen anderweitig, etwa für Geschirr und Kochutensilien, zur Verfügung.

Weitere Tipps zur Lagerung und Bevorratung von Speisen im Keller oder in der Speisekammer

Neben den oben dargestellten klimatischen Bedingungen spielen die Hygiene im Lagerraum sowie der Schutz der Lebensmitteln vor Schädlingen wichtige Kriterien für die sachgerechte Lagerung von Lebensmitteln dar. Gestalten Sie den Lagerraum also stets so, dass eine übersichtliche Lagerung auf Regalen* möglich ist. Diese sollten im Idealfall abwaschbar sein, damit sie regelmäßig gründlich gereinigt werden können. Dadurch beugen Sie vermehrtem Keimwachstum vor. Gleiches sollte, wenn möglich, auch für die Wand- und Bodenflächen im Lagerraum gelten.

Fenster statten Sie generell mit Schutzmaßnahmen gegen Schädlinge aus, damit diese nicht an Ihre wertvollen Lebensmittel gelangen. Hierfür haben sich Fliegen- und Mäusegitter bewährt. Schädlingen wie Mäusen oder Ratten können Sie den Zugang zu Lebensmitteln auch dadurch erschweren, dass Sie diese in Körben oder Netzen an der Decke des Lagerraums bzw. der Speisekammer aufhängen.

Treffen Sie außerdem alle Maßnahmen, um den Lagerraum so dunkel und kühl wie möglich zu halten. Hierfür können Sie zum Beispiel die Außenwände im betreffenden Bereich beschatten und Fenster mit Rollos verdunkeln. Achten Sie außerdem unbedingt auf regelmäßige Lüftung, lassen Sie eventuell vorhandene Fenster jedoch keinesfalls dauerhaft gekippt.


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