Die richtige Temperatur für den Keller – von Homeoffice bis Speisekammer

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Büro | Bild: © igterex (igor terekhov)/Depositphotos.com

Was das Thermometer im Keller anzeigt, hängt von der Bauweise und der Nutzung ab. Doch wie warm ist richtig und was hat Temperatur mit Feuchtigkeit zu tun?

Die Bauweise eines Kellers richtet sich nach dem Baujahr und der Bauweise des Hauses. Während moderne Häuser Keller haben, die bei neidrigen Kosten wie Wohnräume temperiert werden, sind alte Kellerräume meist kühler und feuchter. Einfluss zeigen verwendete Baumaterialien, die Art der Isolierung und auch, ob sich eine zentrale Heizungsanlage darin befindet. Wie warm sollte der Keller sein und wie kann die Luftfeuchtigkeit im Keller beeinflusst werden?

Die richtige Temperatur für Kellerräume

In einem modernen, isolierten Keller herrschen im Durchschnitt 15 Grad Celsius Raumtemperatur. Das liegt 7 °C unter der sogenannten Zimmertemperatur (20 bis 22 °C). In einem alten Keller sind es etwa 8 °C Durchschnittstemperatur, sofern kein großer Warmwasserboiler und Heizelemente darin zu finden sind. Doch auch die Verwendung hat einen großen Einfluss auf die optimale Raumtemperatur. Welche Temperatur eignet sich für welchen Kellertypen und welche Luftfeuchtigkeit ist optimal?

Keller mit Charakter von Schlaf- und Wohnzimmer

Wenn Sie sich lange im Keller aufhalten, sollte auf Zimmertemperatur von mindestens 20 °C heizen oder eben so warm, wie Sie sich wohlfühlen. Dient das Kellergeschoss als Schlafzimmer, darf es auch gern etwas kühler ausfallen. Die optimale Schlaftemperatur liegt zwischen 15 und 19 Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei dieser Temperatur etwa 40 bis 60 Prozent betragen.

Arbeitsplatz Keller

Laut Arbeitsstättenregelung von 2010 sollen an einem Arbeitsplatz bei sitzender Tätigkeit etwa 20 bis maximal 26 °C herrschen. Da der Keller an heißen Sommertagen einer der kühlsten Räume ist, eignet er sich perfekt für das Homeoffice oder auch als Hobbyraum und Werkstatt. Die Temperaturen können dann frei nach persönlichem Wohlbefinden reguliert werden. Auch hier gilt die optimale Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent.

Wie warm ist der Partykeller?

In einer geselligen Runde sollte die Temperatur dem Wohlfühlniveau der Gäste entsprechen. Die größte Einschränkung für das Wohlgefühl sind auch bei akzeptabler Raumtemperatur kalte Böden. Gästehausschuhe oder ein Teppich sind eine Abhilfe bei Fußkälte. Eine Raumtemperatur von mindestens 20 °C ist nur bei Benutzung notwendig.

Steht keine Feier vor der Tür, beträgt die normale Temperatur etwa 15 Grad. Alte Keller eignen sich aufgrund ihres dunklen Charakters optisch weniger für ein gemütliches miteinander.

Keller als Bad- oder Wäscheraum

Ein Wäscheraum muss bei normaler Außentemperatur nicht zusätzlich geheizt werden. Wenn Wäsche im Raum trocknet, muss kurz nach dem Waschen und während des Trocknungsprozesses stoßgelüftet werden. Auch wenn sich eine Dusche oder Sauna im Keller befinden, sollte nach der Nutzung direkt gelüftet werden.

Bei einer Luftfeuchtigkeit von dauerhaft über 60 Prozent droht Schimmelgefahr. Wann die beste Zeit fürs Lüften ist und wie die Luftfeuchtigkeit sonst beeinflusst werden kann, finden Sie später im Text.

Vorratsraum und Rübenkeller

Lagerraum
Lagerraum im Keller | Bild: © TTstudio (Tomáš Šereda)/Depositphotos.com

Bei einem alten Keller, dessen Boden aus gestampftem Lehm gebaut wurde und dadurch nur eingeschränkten Schutz gegen Feuchtigkeit und Kälte von außen bietet, liegen die Temperaturen im Sommer unter 10 Celsius. Die Luftfeuchtigkeit kann bis zu 80 Prozent oder manchmal mehr betragen.

Gelagert werden Rüben, Gemüse und Obst, die aufgrund der besonderen Bedingungen auch ohne Kühlschrank lange frisch bleiben. Pappkartons, Bücher oder andere leicht schimmelnde Materialien sollten nicht gelagert werden. Diese alten Keller zu heizen macht aus Kostengründen nur nach einer Sanierung Sinn.

In einem modernen Keller, der gegen Feuchtigkeit geschützt und isoliert ist, finden Obst, Gemüse und Kartoffeln bei Temperaturen von über 10 bis 15 Grad Celsius keine optimalen Lagerbedingungen. Konserven, Glasflaschen und ähnliche Objekte eignen sich dagegen für die Lagerung.

Temperatur für den Weinkeller

Bei der Lagerung hochwertiger Weine in einem Weinkeller ist mit der Temperatur nicht zu spaßen: Das Magazin Weinfreunde sieht eine gute Temperatur zwischen sieben und 18 Grad und die optimale Temperatur bei 12 bis 13. Sollen Flaschen maximal ein Jahr im Keller lagern, darf die Temperatur etwas schwanken.

Temperaturen von über 20 Grad bedeuten übrigens, dass der Wein sich geschmacklich sehr schnell verändert – zum schlechten. Auch Temperaturen unter vier Grad sollten absolut gemieden werden. Oft eignen sich spezielle Schränke besser für die langfristige Lagerung, als ein Keller. Der Wein sollte zudem in der Dunkelheit und bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 bis 80 Prozent lagern. Die Annahme, dass die Korken bei unter 70 Prozent Luftfeuchtigkeit austrocknen, hat sich als falsch erwiesen. Die Feuchtigkeit aus dem Wein genügt, um die Korken dichtzuhalten.

Weinkeller
Gewölbe eines Weinkellers | Bild: © SonSam (Samo Pauser)/Depositphotos.com

Temperatur und Feuchtigkeit im Verhältnis

Luft kann eine bestimmte Menge Feuchtigkeit aufnehmen (Absolute Luftfeuchtigkeit). Bei 0 Grad sind es fünf Gramm Feuchtigkeit pro Kubikmeter, bei 30 Celsius sind es etwa 30 g/m3.

Nun kommt der reale Messwert ins Spiel: die relative Luftfeuchtigkeit. Diese wird in Prozent gemessen und gibt an, wie gesättigt die Luft mit Feuchtigkeit ist. 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bei 30 Celsius bedeutet also, dass ein Kubikmeter Luft etwa 15 g Feuchtigkeit aufgenommen hat.

Feuchtigkeit im Keller beeinflussen

Um die Luftfeuchtigkeit in einem feuchten Keller dauerhaft zu senken, sollte dieser beheizt werden. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt anfangs an, da Nässe aus der Umgebung (z. B. aus den Wänden) aufgenommen wird. Diese Nässe muss dann durch Stoßlüften aus dem Raum transportiert werden. Das Stoßlüften sollte möglichst dann erfolgen, wenn die Luftfeuchtigkeit außen so gering wie möglich ist: Im Sommer ist dies in den Morgen und Abendstunden, im Winter am Tag der Fall.

Dauerhaft kalte Räume, in denen sich häufiger Feuchtigkeit an den Wänden absetzt, bieten Schimmel eine Grundlage. Der Effekt kann an einem Glas mit kalter Flüssigkeit im Sommer beobachtet werden. Die kalten Außenwände des Glases sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit vom gasförmigen in den flüssigen Zustand wechselt und beschlagen. Was beim Glas im Biergarten nach Erfrischung aussieht, bedeutet im Inneren der Wohnung, dass Wände feucht werden und schimmeln.

Ein Hygrometer im Inneren und im Außenbereich sorgen für einen Überblick, wann sich das Heizen und Stoßlüften lohnt. Auch ein Luftentfeuchter kann schnelle und effektive Abhilfe schaffen. Sind die Wände bereits feucht, müssen diese mit Infrarot- oder Baustrahlern getrocknet werden.

Trockene Luft wird von Menschen mit empfindlicher Haut oder gereizten Atemwegen schnell als unangenehm empfunden. Kleine Behälter mit Wasser bieten dann eine Abhilfe. Sollten große Kellerfenster vorhanden sein, die genug Licht in die Räume lassen, regulieren Zimmerpflanzen die Feuchtigkeit zusätzlich. Wenn Sie Luftbefeuchter verwenden wollen, sollten Sie darauf achten, diese regelmäßig zu reinigen.

Keller heizen – von dunkler Abstellkammer bis wohnlicher Wohlfühlatmosphäre

Moderne Keller bieten aufgrund guter Isolierung und Schutz vor Feuchtigkeit von Außen beste Voraussetzungen, um als Schlaf-, Wohn- Arbeits- oder Hobbyraum eine Verwendung zu finden. Und da zentrale Heizungsanlagen oder Warmwasseranlagen sowieso in Betrieb sind, ist es in modernen Kellern auch oft von vornherein wohnlich warm.

Bei Kellern in Gebäuden, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gebaut wurden, ist ein Wohnen oft nicht möglich – zu kühl und zu feucht sind diese unterirdischen Kammern. Dafür eignen sie sich gut, um Obst, Gemüse und andere Lebensmittel zu lagern.

In einem modern-eingerichteten Keller sollten Sie die Luftfeuchtigkeit gut im Auge behalten. Etwa 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit bei etwa 20 Grad Raumtemperatur bieten eine gute Voraussetzung für Wohnkeller. In alten Kellern kann die Luftfeuchtigkeit bis zu 80 Prozent steigen – regulieren Sie in diesen durch regelmäßiges Lüften die Feuchtigkeit.


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