Feuchtigkeit im Wohnmobil – Diese Tipps helfen

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Feuchtigkeit als Gefahr fürs Wohnmobil | Bild: © OceanProd (Sylvain Robin) /Depositphotos.com

Ein paar Regentage oder kühlere Temperaturen und schon ist die Camping-Saison für viele vorbei. Nicht jeder hat den optimalen Winterstandplatz für den Caravan gebucht. Umso gefährlicher werden dann Feuchtigkeit und Schimmel im Wohnmobil. Eine übermäßige und anhaltende Feuchtigkeit darf sich im Wohnwagen nicht ausbreiten können. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in der in der Winterpause Feuchtigkeit und Schwitznässe in Caravan und Wohnmobil vermeiden können.

Nässe und Schimmel im Wohnmobil

Schimmel versteckt sich gerne hinter Verkleidungen und Wandpaneele – und davon gibt es reichlich im Wohnmobil. An schlecht belüfteten Stellen vermehren sich die gesundheitsgefährdenden Schimmelpilze besonders gut. Der Pilzbefall sorgt für schlechte Luft, er kann krank machen und er schädigt
Flächen und Polster. Ein regelmäßiges Lüften ist wichtig – insbesondere dann, wenn der Wohnwagen bereits eine Nasszelle hat. Steht der Caravan ungenutzt im Winterquartier, ist die regelmäßige
Kontrolle des Innenraums unerlässlich. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit oder steht das Wohnmobil
sogar im Regen, ist ohne Gegenmaßnahmen mit Folgeschäden zu rechnen. Eine weitere Gefahr ist Kondenswasser oder Schwitzwasser. Das bildet sich, wenn beispielsweise die feuchte Luft im Caravan von der Sonne erwärmt wird und am Abend wieder abkühlt. Erschwerend bei der Feuchtigkeitsbekämpfung im Wohnwagen ist, dass die verwinkelte Aufteilung ein gleichmäßiges und natürliches Lüften kaum zulässt – denn die frische Luft kann kaum in alle Ritze vordringen.

Verräterisches Kondenswasser im Wohnwagen

Kondenswasser
Kondenswasser | Bild: © Dink101 (Dina Trifonova)/Depositphotos.com

Wird die Heizung eingeschaltet, bildet sich Kondenswasser. Das sich an den Wänden zeigende Schwitzwasser demonstriert eindrucksvoll die tatsächliche Feuchtigkeit im Innenraum. Sobald sich
der Innenraum erwärmt, kommt die in der Luft eingeschlossene Feuchtigkeit zum Vorschein. Denn richtig trocken ist die Luft im stehenden Fahrzeug nie. Selbst gründliches Lüften im Winter hilft
nur wenig, denn die Außenluft wird kaum trockener sein. Allerdings bieten sich einige einfache und kostengünstige Maßnahmen an, um dennoch die Feuchtigkeit aus dem Wohnwagen zu transportieren.

Was hilft gegen Feuchtigkeit im Wohnmobil

Die schlechte Nachricht vorweg: Feuchtigkeit in Wohnwagen oder Wohnmobil lässt sich auch bei gründlicher Vorbereitung auf das Winterquartier kaum vermeiden. Unsere Praxistipps haben sich bei längeren Standzeiten jedoch gut bewährt und schützen vor Schimmel und Schäden durch Nässe:

  1. Klimaanlage und Lüftung
  2. Mikrofasertuch und Scheibenschwamm
  3. Entfeuchterkissen
  4. Luftentfeuchter auf Salzbasis
  5. Mobiler Heizlüfter oder Entfeuchter

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Klimaanlage & Lüftung einschalten

Läuft die Heizung und erzeugt eine gleichmäßige Temperatur von 6 Grad Celsius, kann die feuchte Luft schnell nach draußen befördert werden. Hat sich die Nässe jedoch bereits in den Ritzen abgesetzt, ist mit einem kurzfristigen Heizlüften kaum noch Abhilfe schaffen. Beim Lüften werden zunächst alle Fenster und Klappen geöffnet, um eine Schwitzwasserbildung zu vermeiden. Vorhänge und Rollos werden hochgezogen, da mit auch die Fenster mittemperiert werden. Ideal ist, bei der Feuchtigkeits-Inspektion den Caravan mehrfach stoßzulüften und zuletzt noch einmal gründlich aufzuheizen.

Mikrofasertuch & Scheibenschwamm *

Das Abwischen von Flächen und Scheiben kann die Feuchtigkeit reduzieren. Auch in der Nasszelle sowie unter Bänken und in Schränken sollte gründlich durchgetrocknet werden. Die nassen Tücher werden außerhalb getrocknet.

Luftentfeuchter auf Salzbasis

Die mobile Variante zum Entfeuchten der Luft besteht aus einem Granulat auf Salzbais. Diese Salze können große Mengen Wasser binden. Im Wohnwagen verhindern die Luftentfeuchter auch ganzjährig Staunässe und Stockflecken. Besonders vorteilhaft ist, dass die handlichen und mobilen Luftentfeuchter auf Salzbasis keinen Stromanschluss brauchen. Auch besteht – im Gegensatz zu Heizlüftern – keine Brandgefahr. Die Entfeuchter sind umweltschonend, dauerhaft und zeigen eine gute Wirksamkeit.

Entfeuchterkissen

Die handlichen Luftentfeuchter in Form von Kissen* sind ebenfalls mit einem Speichergranulat
gefüllt. Das Granulat entzieht der Luft die Feuchtigkeit. Hat sich das Granulat aufgesaugt, wird
das Kissen auf der Heizung getrocknet. Die Kissen werden bevorzugt in Schränke und unter Fenster gelegt, an denen sich beispielsweise regelmäßig Kondenswasser bildet.

Mobile Heizlüfter und elektronische Entfeuchter

Sind die Polster bereits nass, hilft nur noch ein Trocknen mit dem Heizlüfter*. Das Gerät braucht allerdings einen Stromanschluss und sollte nicht unbeaufsichtigt betrieben werden, denn bei Überhitzung droht Brandgefahr. Der Heizlüfter kann idealerweise über mehrere Stunden und an verschiedenen Punkten im Wohnmobil für eine Erwärmung der Luft und das Verdunsten der Feuchtigkeit sorgen. Ein regelmäßiges Drehen von Polstern und Teppichen oder Bodenbelägen unterstützt die Trocknung.

Feuchtigkeit – das sind die Gefahrenzonen im Wohnmobil

Zwar werden Wohnmobile und Wohnwagen grundsätzlich immer mit einer Zwangsbelüftung konstruiert, allerdings sind die Öffnungen bei stehenden Fahrzeugen nicht groß genug, um einen vollständigen Luftaustausch zu ermöglichen. Bestenfalls im Wohnraum können die Lüftungsöffnungen die Feuchtigkeit mindern. In den übrigen Ritzen und Winkeln des Wohnwagens hält sich die Nässe jedoch hartnäckig. Damit sich die Nässe im Innenraum erst gar nicht ausbreitet, hilft eine gründliche Vorbereitung für die Standzeit außerhalb der Saison:

  • Trockener und wassergeschützter Abstellraum
  • Plane oder Carport für den Wohnwagen
  • Schränke und Stauraum komplett ausräumen und offen lassen
  • Materialien und Zubehör entfernen, das für Feuchtigkeit oder Schimmel anfällig ist (z.B. das zusammengerollte Vordach)
  • Polster und Matratzen von der Unterlage abheben und aufstellen
  • Teppiche nach Möglichkeit herausnehmen
  • Bekleidung im Haus lagern.

Ursachen für Feuchtigkeit im Wohnmobil

Im Prinzip sind „alle Wetter“ für Feuchtigkeitsschäden im Caravan verantwortlich, doch
insbesondere die nasskalten, nebeligen und regnerischen Tage ziehen die Nässe in das Wohnmobil. Auch die Besitzer bringen mit ihren Schuhen, an denen Regenwasser, Schnee und Laub haftet, Feuchtigkeit in den Raum. Allerdings gibt es noch andere Gründe, warum sich selbst in Sommermonaten Feuchtigkeit ansammeln kann:

  • Alte und poröse Dichtungen (z.B. an Türen, Fenstern)
  • Verstopfte Ablaufwege, an denen sich am Standplatz Wasser sammelt
  • Unzureichende Lüftung während der Standzeiten
  • Der Standort ist zu feucht (ohne Bedachung, loser Untergrund oder schlecht isoliert).

Laub und Blätter im Herbst – ein Herd für Dauernässe

Laub auf der Straße
Laub auf der Straße | Bild: © Milkos (Kostiantyn Postumitenko)/Depositphotos.com

Bei aller Vorbereitung und Pflege des Wohnmobils wird die Umgebung oft unterschätzt. Der Boden des Standplatzes – selbst wenn befestigt – kann erhebliche Mengen an Feuchtigkeit durchlassen. Und die sammelt sich wiederum am und letztlich auch im Wohnmobil. Nasses Blattwerk von Bäumen und Büschen ist häufig einer dieser Übeltäter. Es sammelt sich auf dem und unter dem Wohnmobil an, denn dort
liegt es gut geschützt. Zudem können Blätter in die Einlassöffnungen desLüftungskreislaufs
eindringen und die Lufteinlässe verstopfen. Steht das Wohnmobil im Freien, sollte auch der
Parkplatz regelmäßig vom Laub befreit werden. Insbesondere muss der Bereich unter dem Caravan frei sein.

Poröse Gummidichtungen lassen Nässe durch

Gummidichtungen, wie etwa die Abdichtungen rund um Türen und Fenster brauchen eine regelmäßige Pflege. Eine Spezialpflege muss es nicht sein, denn auch günstige Hausmittel führen zu guten Resultaten: Vaseline, Glycerin, Silikon und Talkum haben sich bei der Gummipflege im Wohnmobil bewährt. Im Winter können Gummidichtungen schnell einreißen oder nach dem Festfrieren sogar platzen. Im Sommer trocknen sie schnell aus. Es gibt viele gute Gründe, die Gummidichtungen des Wohnmobils regelmäßig und ganzjährig zu pflegen. Vor dem Urlaub oder der Winterpause werden sie immer auch auf Schäden und ihre Funktion überprüft.

Regelmäßig im Innenraum – das Wohnmobil auf Feuchtigkeit kontrollieren

Fühlen sich die Polster bereits feucht und klamm an, ist Eile geboten. Bis sich bei einer Schimmelbildung tatsächlich auch ein modriger Geruch einstellt, dauert erfahrungsgemäß einige Zeit. Bei hoher Luftfeuchte ist der Innenraum des Wohnmobils ein perfekter Nährboden für Schimmelpilze. Haben sie sich einmal festgesetzt und zieht sich der typische Schimmelpilzgeruch durch den Innenraum, ist dieser nur schwer zu entfernen. Künftige Käufer schreckt der Schimmelpilzbefall im Wohnmobil erheblich ab.

Unser Fazit

Feuchtigkeit ist ein natürlicher Bestandteil unserer Außenluft – und damit ist sie unvermeidlich.
Im Wohnwagen herrschen zudem ständige Temperaturschwankungen, die meist witterungsbedingt verursacht sind. Steht das Wohnmobil längere Zeit, muss auch die unmittelbare Umgebung optimal auf die Nässe reagieren können. In Caravan und Wohnmobil unterstützen geeignete Maßnahmen, um Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden: Lüften, das Ausräumen der Schränke, Entfernen der Polster und der regelmäßige Austausch des Trocknungsgranulats sichert ein Überwintern ohne böses Erwachen.

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