Hat ein Ofen einen Einfluss auf das Raumklima?

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Holz im Kaminofen | Bild: © 70200 (Denis Shevyakov)/Depositphotos.com

Der Kamin wird mit wohliger Wärme und einem gemütlichen Ambiente in Verbindung gebracht. Doch eine Ofenheizung oder Kamine wirken sich auch spürbar auf das Klima im Raum aus.

Ofengegner weisen auf die Minderung des Sauerstoffgehalts und auf eine Senkung der Luftfeuchtigkeit hin. Was ist wahr, was ist ein Mythos? Wie lässt sich die Luft im Raum trotz Ofen konstant
sauerstoffreich und normalfeucht halten? Hier erfahren Sie, welche Wirkung Öfen auf die Raumluft nehmen und wie Sie trockener Luft und sonstigen Einflüssen vorbeugen können. Denn Fakt ist, dass
der Kamin wohlige Wärme spendet und beim Fokus auf eine moderne Lösung durchaus umweltschonend ist.

Trockene Luft bei Ofenheizung: Mythos oder Wahrheit?

Dass die Luft in ofenbeheizten Räumen austrocknet ist die Wahrheit. Doch dass die Senkung der Luftfeuchtigkeit unwiderruflich eintritt und dass Sie nichts dagegen unternehmen können, ist ein Mythos. Generell sollten Sie wissen, dass der Betrieb einer Heizquelle automatisch zu seiner Trocknung der Luft führt. Das gilt nicht primär für die Ofenheizung und für Kamine, sondern tritt auch bei Gas- und Ölheizungen oder bei Fernwärme ein. Erhöht sich die Raumtemperatur durch Heizen, führt dieser Umstand automatisch zu einer Minderung der Luftfeuchtigkeit. Die Aussage entspricht der Wahrheit und lässt sich somit auch beim Ofen nicht von der Hand weisen. Viele Familien kennen die reguläre Luftfeuchte in ihren Räumen nicht. Um diesen Wert zu messen, benötigen Sie ein Hygrometer. Liegt die Luftfeuchtigkeit in Räumen außerhalb von Badezimmern und Duschen bei 40 bis 60 Prozent, handelt es sich um einen normalen Wert. Liegt sie darunter, was in der Heizsaison üblich ist, sollten Sie Abhilfe schaffen und die Raumluft mit entsprechenden Hilfsmitteln anfeuchten.

Die wichtigsten Details zur Luftveränderung durch Öfen

Feuer
Brennendes Lagerfeuer | Bild: © Kassandra2 (Liane Matrisch)/Depositphotos.com

An kühlen und dunklen Tagen hebt ein prasselndes Feuer im Kamin die Stimmung. Früher war die Ofenheizung in Häusern und Wohnungen üblich. Mit Einzug der Fernwärme und anderen Heizquellen verlor der Ofen an Bedeutung, bis er in Form eines Kamins in der gehobenen Gesellschaft Einzug hielt. Heute sind Öfen und Kamine beliebte Wärmequellen, die vor allem in der kalten Jahreszeit eine essentielle Rolle spielen und die vorwiegend mit Holz beheizt werden. Neben dem optischen Effekt, der ein gemütliches Ambiente erzeugt, bewirkt ein Ofen vor allem eine gravierende und gewünschte Veränderung. Er heizt die Luft auf und erhöht die Raumtemperatur. Doch funktioniert das ohne unerwünschte Begleiterscheinungen oder müssen Sie mit anderen Luftveränderungen rechnen?

Wie bereits angesprochen, wirkt sich die Ofenwärme nachteilig auf die Luftfeuchtigkeit aus. Doch
dabei bleibt es nicht, denn auch der CO2 Gehalt in der Raumluft verändert sich. Je nach Leistungsfähigkeit des Ofens kann die Minderung des Sauerstoffs und die Erhöhung des CO2 Ausstoßes enorm sein. Bei kleinen Beistellkaminen führt die Verbrennung von Holz & Co. zu einem marginal erhöhten Sauerstoffverbrauch. Dem gegenüber stehen offene Kamine und große Öfen, die eine ganze Menge Sauerstoff verbrauchen und so zu einer deutlichen Änderung des Raumklimas führen.

Ein Ofen beeinflusst das Raumklima mehr als Sie denken. Hier hat eine konventionelle Heizung ohne Feuerbetrieb ganz klar die Nase vorn, da sie keinen Sauerstoff verbraucht und keinerlei Auswirkungen auf den CO2 Ausstoß mit sich bringt. Die gewünschte warme Luft in Ihren ofenbeheizten Räumen geht mit weiteren Klimaveränderungen einher, die Sie aber mit bestimmten Vorkehrungen und Gegenmaßnahmen steuern oder auf ein Minimum begrenzen können.

Beeinflussen Öfen und Kamine den Sauerstoffgehalt in der Raumluft?

Damit Feuer brennt braucht es Sauerstoff. Im Bezug auf den Ofen zeigt sich daher sehr deutlich, dass sich der Sauerstoffgehalt im Raum durch die Entzündung des Feuers verändern muss. Nun ist der Ofen aber geschlossen, sofern Sie keinen offenen Kamin nutzen und ein offenes Feuer im Raum entzünden.

Dennoch schwindet der Sauerstoffgehalt in der Luft, da Sie den Ofen für die Entzündung und bis zum Anbrennen des Holzes geöffnet lassen und der Flamme Sauerstoff zuführen müssen. Moderne Öfen verfügen über eine eigene Luftzufuhr, so dass der notwendige Sauerstoff nicht aus dem Raum abgezogen werden muss. Bei konventionellen Ofenheizungen und Kaminen wird der Sauerstoff aus dem Raum genommen, wodurch Sie nur durch die Öffnung des Fensters eine Erhöhung des Sauerstoffgehalts herbeiführen können. Doch wenn Sie das Fenster öffnen, entflieht Wärme und Sie heizen für den Außenbereich. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, sollten Sie bereits beim Kauf eines Ofens auf eine interne Luftzufuhr und die Unabhängigkeit von der Raumluft achten. Wenn Sie so ein Modell erwerben, beeinflusst Ihr Ofen das Raumklima im Bezug auf den Sauerstoffgehalt in der Luft nicht.

Warum trockene Luft zu Atemwegsproblemen führt

Feuchte Luft führt zur Schimmel- und Stockfleckbildung an den Wänden. Dass Schimmel Ihre
Gesundheit nachteilig beeinflusst, ist Ihnen bekannt. Doch auch das Gegenteil, die zu trockene Luft
wirkt sich spürbar auf Ihr Wohlbefinden aus. Bei einer zu geringen Luftfeuchtigkeit trocknen die Schleimhäute aus und es kann zu Kopfschmerzen, zu Schwindel und zu Übelkeit kommen. Auch Ihre Haut kann sich verändern und spröde bis schuppig wirken. Das Hauptproblem bei enormer Lufttrockenheit bezieht sich auf Ihre Atemwege. Eine trockene Nase, trockene Augen und ein trockener Mund sind häufige Begleiterscheinungen in Häusern und Wohnungen mit einer zu niedrigen Luftfeuchte. In der Heizperiode kann es zu vermehrtem Husten, zu Halsreizungen und zu geröteten und juckenden Augen kommen. Diese Symptome weisen nicht auf eine Erkrankung, sondern auf die Notwendigkeit einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit hin.

Sehr empfindliche Menschen fühlen bei trockener Luft Symptome, die an eine Allergie erinnern. Häufiges Niesen und Halskratzen, generelles Unwohlsein und vermehrte Müdigkeit sind Folgeerscheinungen. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit ist ebenso gesundheitsschädlich wie zu feuchte Luft, durch die es in Ihren Räumen schimmelt. Fühlen Sie sich gerade in der kühlen und dunklen Jahreszeit häufiger schlapp oder krank? Dann kann ein Blick auf das Hygrometer für Abhilfe sorgen und Ihnen zeigen, wie Sie die Symptome und deren Ursachen schnell und einfach bekämpfen können. Trocknen die Schleimhäute aus, spüren Sie eine verstärkte Spannung und können bei sehr trockener Luft sogar zu vermehrtem Nasenbluten neigen. Ein Hauptsymptom mit alarmierender Wirkung ist ein verschnupftes Gefühl, ohne dass Ihnen die Nase läuft und ohne dass Sie sonstige Symptome einer Erkältungskrankheit aufweisen.

So lässt sich die Luftfeuchtigkeit trotz Ofenheizung halten

Kamin
Feuer im Kamin | Bild: © mak_nt (Mikhail Kalakutskiy)/Depositphotos.com

Prinzipiell geht es bei ofenbeheizten Häusern und Wohnungen darum, die Luftfeuchte gleich hoch zu halten und auszuschließen, dass die natürliche Wärme aus dem Kamin mit einer ungesunden Austrocknung der Luft einhergeht. Häufiges Lüften ist nicht wirklich konstruktiv, da Sie so die
warme Luft nach draußen befördern und mehr Holz auflegen müssen, damit der durch das Lüften ausgekühlte Raum wieder erwärmt wird. Dieser Umstand führt in einen Kreislauf, der wenig bringt und der im Endeffekt nur einen höheren CO2 Ausstoß und höhere Heizkosten nach sich zieht. Es gibt eine einfache, aber wirkungsvolle und günstige Möglichkeit für den Erhalt der optimalen Luftfeuchtigkeit.

Stellen Sie einen Behälter, den Sie mit Wasser befüllen, auf den Ofen. Wenn sich die Kacheln oder das Metall erwärmen, verdampft das Wasser und erhöht die Luftfeuchtigkeit. Sie können dafür einen speziellen im Handel erhältlichen Behälter nutzen, aber auch ganz einfach einen Topf oder einen Übertopf mit Wasser befüllen und auf der warmen Oberseite des Ofens platzieren.

Alternativ und stilvoll im Design sind Zimmerbrunnen. Im Betrieb erhöhen die Brunnen die
Luftfeuchte und sorgen für ein angenehmes Klima. Sie können sich ganz entspannt auf einen Abend
vor dem Kamin freuen, ohne dass Sie ein schlechtes Gewissen beim Gedanken an das Raumklima und Ihre Gesundheit haben müssen. Da Sie die optimale Luftfeuchtigkeit weder sehen noch anderweitig ohne Messgerät feststellen können, sollte das Hygrometer in dem Raum montiert werden, in dem Sie den
Ofen anheizen und in dem die größte Menge an Luftfeuchtigkeit durch das Heizen verschwindet.

Riecht man einen Ofen?

Viele Menschen kennen den „typischen Ofengeruch“, der in früheren Altbauten ganz normal war und zeigte, dass die Heizperiode begonnen hat. Heute können Sie eine Ofenheizung und Kamine nutzen,
ohne dass Sie den vertrauten und dennoch unerwünschten Geruch in Ihren Räumlichkeiten wahrnehmen. Wenn ein moderner Ofen beim Anheizen unangenehm riecht, kann das verschiedene Ursachen haben. Die meisten davon sind Fehler, die Sie im Bezug auf die Luftzufuhr und auf den richtigen Zeitpunkt für die Türschließung machen. Auch feuchte und stark rauchende Brennmaterialien ziehen eine Geruchsbelästigung nach sich, die nichts mit Ihrer Ofenheizung, sondern mit den Brennstoffen zu tun hat.

Neben den Brennstoffen kann auch ein verrußter Schornstein der Grund für unangenehme Gerüche sein. Ist der Weg für den Abtransport der Gase zu schmal, weil das Edelstahlrohr zum Beispiel mit Ruß zugesetzt ist, kann die Luft nicht zirkulieren und die Abgase gelangen in Form unangenehmer Gerüche in Ihren Raum. Einen normal funktionierenden und mit einer starken Luftzufuhr versehenen Kamin riechen Sie nicht.

Unterschiede zwischen geschlossenen und offenen Kaminöfen

Es gibt konventionelle Öfen, geschlossene und offene Kamine. Wer den Platz hat, wird sich im Regelfall für einen offenen Kamin und das damit verbundene mediterrane Flair im Wohnzimmer entscheiden. Doch Sie sollten wissen, dass das offene Feuer natürlich einen Geruch erzeugt, der Luft mehr Sauerstoff entzieht und auch für eine geringere Luftfeuchtigkeit sorgt. In diesen Punkten sind geschlossene Öfen besser, auch wenn sie zugegebenermaßen nur halb so romantisch wie das offene Feuer mit einer Ofenbank sind. Menschen mit einer sehr empfindlichen Nase und einem feinen Geruchssinn finden den offenen Kamin weniger attraktiv. Auch wenn Sie ausschließlich trockenes Holz verbrennen und einen leistungsstarken Abzug nutzen, lässt sich der Heizgeruch bei offenem Feuer nicht vollständig aus dem Raum halten. Ein geschlossener Ofen mit einer internen Luftzufuhr ist hingegen nach dem ersten Einsatz völlig geruchsneutral. Sollte es zu einem späteren Zeitpunkt oder bei einem älteren Ofen zu Gerüchen kommen, lohnt sich eine Überprüfung der Dichtheit durch einen Ofensetzer oder Schornsteinfeger. Manchmal kann der Schamott undicht sein oder das Dichtband an der Ofentür hat sich gelöst. In manchen Fällen kann das Rohr zugesetzt sein, vor allem dann, wenn die Brennstoffe nicht richtig trocken waren. Auch die Verwendung von chemischen Kaminanzündern führt zu einer verstärkten Rußbildung und zu einem unangenehmen Geruch und weniger Sauerstoff im Raum.

Muss das Raumklima bei Ofenheizungen negativ beeinflusst werden?

Wie Sie den vorangehenden Punkten entnehmen konnten, sind die meisten Einflüsse auf das Raumklima vermeidbar. Gegen trockene Luft können Sie mit Luftbefeuchtern vorgehen. Alternativ stellen Sie
einen Topf mit Wasser auf Ihren Ofen und sorgen so für die gewünschte und für Ihre Atemwege
optimale Luftfeuchtigkeit. Dass ein Ofen Sauerstoff verbraucht ist nicht unüblich, mit modernen Modellen aber vermeidbar. Damit der Ofen den zum Brennen nötigen Sauerstoff nicht aus dem Raumklima zieht, braucht er eine interne Zufuhr. Beim Kauf hochwertiger Kamine können Sie sich auf die Luftzufuhr ohne Beeinflussung des Raumklimas und damit auf einen hohen Sauerstoffgehalt in Ihren beheizten Räumen verlassen. Der Geruch eines alten Ofens ist vor allem den Familien bekannt, die in ihrer Kindheit in Wohnungen mit Ofenheizung aufgewachsen sind. Heute spielen Kohle und Koks als Brennstoff schon allein zugunsten der Umwelt keine wirkliche Rolle mehr. Wenn Sie mit Holz heizen und auf trockenes Brennmaterial achten, bleibt der unangenehme und unerwünschte Ofengeruch garantiert aus. Wichtig ist natürlich auch, dass Sie den Schornstein und die abgasführenden Bauteile Ihres Ofens regelmäßig vom Schornsteinfeger säubern und warten lassen.

Die angenehmen Einflüsse von Kaminen auf Ihr Wohlbefinden

Es ist ein Fakt. Ofenwärme ist eine andere Wärme als die Temperatur, die Sie zum Beispiel mit
einer Fernheizung erzielen. Nicht ohne Grund haben sich Öfen und Kamine in der modernen Zeit wieder durchgesetzt und werden in vielen Eigenheimen als externe Heizquelle genutzt. Wenn Sie die oben angesprochenen Punkte beachten und die Luft im beheizten Raum auf einem angenehmen Feuchtigkeitswert halten, können Sie sich vor dem Kamin entspannen und durchatmen. Sie schaffen ein Ambiente des Wohlbefindens und einen Lieblingsplatz für Ihre Familie und Gäste. Nichts ist bei eisigen
Temperaturen schöner als ein prasselndes Feuer im Ofen, auf das Sie sich schon beim Nachhause
kommen freuen. Trockenes Holz, aber auch Pellets oder Holzbriketts sind die Brennstoffe der
Gegenwart. Um den CO2 Ausstoß so gering wie möglich zu halten, sollten Sie auf den Ofenbetrieb mit
Kohle verzichten.

Die Alternativen sind umweltschonend und obendrein geruchsneutral. Sollte es dennoch beim Nachlegen mal aus dem Ofenschacht qualmen, werden Sie den Holzgeruch weniger unangenehm empfinden. Mit einer kurzen Stoßlüftung haben Sie den Geruch aus dem Raum entfernt und gleichzeitig für neuen
Sauerstoff gesorgt. Der Haupteinfluss auf das Raumklima äußert sich in Gemütlichkeit und
Behaglichkeit.

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