Klimaanlage

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Klimaanlage an der Wand | Bild: © AllaSerebrina (Alla Serebrina)/Depositphotos.com

Für einen heißen Sommer: Mobile Klimaanlagen für die Wohnung

Preisgünstig, klein und fahrbar, ohne Installationsaufwand überall einsetzbar – mobile Klimaanlagen sind seit einigen Jahren im Kommen. Sie gelten als wirkungsvoll im Vergleich zum Ventilator, wenn auch wenig effizient und stromfressend gegenüber einer eingebauten Klimaanlage. Trotzdem: In vielen Räumen, insbesondere in Mietwohnungen, können nicht einfach so Klimageräte eingebaut werden. Die mobile Klimaanlage ist daher in manchen Situationen wirklich eine gute Lösung.

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Was können die Geräte?

Zuerst einmal können mobile Klimaanlagen* nicht die Ursachen bekämpfen, sondern immer nur die Symptome der Hitze mildern. Das heißt konkret: Die Raumluft wird von so einem mobilen Klimagerät einfach gekühlt. Monoblock-Klimaanlagen sind (Stand 2020) in der sparsamsten Ausführung Geräte der Effizienzklasse A++ und werden mit Kühlleistungen im Bereich von 2,4 bis 4,0 kWh angegeben. Die Geräte können ohne bauliche Veränderungen auch in Mietwohnungen und Altbauwohnungen eingesetzt werden. Viele Geräte haben ein Problem mit der Lautstärke, für Schlafräume sind nicht alle geeignet.

Die meisten Geräte können nicht nur kühlen, sondern bei entsprechender Einstellung auch heizen, die Luft be- oder entfeuchten und mehr. Allerdings benötigen die Geräte sehr viel Energie, und die kommt nicht immer in der Kühlleistung an. Um herauszufinden, wie sich die Kühlleistung zum Stromverbrauch verhält, sollte man die Kälteleistung der Anlage und die EER (Energy Efficiency Ratio) der mobilen Klimaanlagen vergleichen. Kälteleistung in Watt meint die Wärmemenge, die das Gerät im Raum innerhalb einer Stunde entzieht. Die EER dagegen ist das Verhältnis zwischen Leistungsaufnahme (das ist der Stromverbrauch) und der Kühlleistung. Beide werden in Watt angegeben. Geräte mit einem höheren EER-Wert arbeiten effizienter. Denn sie erzeugen eine höhere Kühlleistung trotz geringem Stromverbrauch.

Wie funktioniert eine mobile Klimaanlage?

Generell findet man zwei Technologien auf dem Markt: Einige Kompakt-Anlagen arbeiten nach dem nicht so effizienten Luft-Luft-System, andere (modernere) Anlagen nutzen eine Wasser-Luft-Technologie. Das bedeutet: Ein Teil des Kondenswassers wird nicht abgeleitet, sondern zurück in das Gerät geführt. Dort nutzt das Gerät das Wasser zur Kühlung des Kondensator. Stiftung Warentest hat sich übrigens auch schon mit mobilen Klimaanlagen befasst, das Urteil ist eindeutig: Auch moderne und sehr gute mobile Klimaanlagen kühlen einen mittleren Raum nicht schnell herunter. Mobile Klimaanlagen gelten daher unter Experten nur als Hilfslösungen. Sie sind kein nachhaltiger Hitzeschutz. Den erreicht man nur, wenn das Gebäude entsprechend baulich verändert wird.

Warum sind die Klimaanlagen so ineffizient, dass Stiftung Warentest sie schlecht bewertet? Ein Grund ist der dicke Abluftschlauch. Es gibt derzeit keine Geräte ohne diesen dicken Abluftschlauch. Und der ist für einen ganz ordentlichen Effizienzverlust verantwortlich. Bis zu 15 Zentimeter dick ist der Schlauch, der durch ein geöffnetes Fenster oder eine geöffnete Balkontür nach draußen geführt wird. Durch die Öffnungen kommt permanent wieder Hitze in den Raum, so dass die Geräte gar nicht sinnvoll arbeiten können. Namhafte Hersteller liefern zwar Abdichtmaterial mit, aber so wirklich überzeugend ist das nicht. Die Fensterkits passen in der Regel nicht zu den in Deutschland üblichen Kippfenstern, und das Material lässt trotzdem noch warme Luft in die Räume strömen.

Und selbst in dem Fall, dass die Abdichtung gelingt, strömt immer noch warme Luft in den Raum. Denn die Klimaanlage erzeugt im Raum einen Unterdruck. Der wird natürlich ausgeglichen, indem Luft durch Ritzen und Fugen rund um Türen, Türrahmen, Fenster und Fensterrahmen einströmt.

Und konkret?

Jetzt geht es um die technischen Aspekte: Die Klimaanlage zieht erst einmal nur Raumluft in das Gerät und gibt sie über einen Abluftschlauch wieder ab. Interessant ist, was in der Anlage mit der Luft passiert. Wird die Luft gekühlt, passiert das, indem die Wärme über einen Verflüssiger abgezogen und nach außen abgeleitet wird. Wasserführende und luftführende Anlagen nutzen Flächeheiz- und Flächenkühlsysteme. Diese Systeme bestehen aus mit Wasser gefüllten Kammern.

Für große Räume werden in der Regel Luft-Luft-Anlagen genutzt. Das ist in Kaufhäusern, Theatern, Schulen und ähnlichen Einrichtungen der Fall. Im privaten Bereich, also bei der mobilen
Klimaanlage, handelt es sich dagegen um eine Luft-Kältemittel-Anlage. Die Anlage besteht aus einem Einkanalsystem mit konstanter Zuluft. Innen ist ein Verdampfer installiert, der der Raumluft die Wärme entzieht. Ein Verflüssiger gibt die Wärme anschließend wieder an die Umgebung ab – was bei den mobilen Anlagen über den Abluftschlauch passiert. Angesaugt wird die Luft über einen Ventilator, der sie auch über den Verdampfer bläst und wieder in den Raum zurückströmen lässt.

Klimaanlage Fernsteueerung
Klimaanlage mit Fernsteuerung | Bild: © Stas_K (Stanislav Komogorov)/Depositphotos.com

Was macht das Kühlmittel? Das ist erst einmal flüssig. Über die warme, zugeführte Luft wird es erhitzt, so dass es verdampft. Sowie die Luft kühl ist und in den Raum zurückgeführt wird, wandert das gasförmige Kühlmittel zum Kompressor, wird dort verdichtet und anschließend wieder mit der Wärme der zu kühlenden Raumluft in Kontakt gebracht. Damit ist der Kreislauf geschlossen, denn das Kühlmittel verdampft, die Luft ist kühl, das Kühlmittel wandert wieder zum Kompressor und so weiter. Es handelt sich also um ein hermetisch dichtes System, in dem kein Kühlmittel verloren geht. Wird die Klimaanlage zum Heizen genutzt, kehrt sich der Kreislauf um.

Alternative Verdunstungskühler?

Mobile Klimageräte one Abluftschlauch werden bisweilen als die perfekte Lösung beworben, sind aber nicht wirklich sinnvoll. Denn derzeit handelt es sich dabei ausnahmslos um sogenannten Verdunstungskühler. Die kühlen kaum, erzeugen lediglich einen Luftzug. Es handelt sich also um ein Gerät, das sonst als Ventilator bezeichnet wird.

Worauf sollte man bei einer mobilen Klimaanlage achten

Wichtig ist die Raumgröße: Für welche Räume ist der Monoblock ausgelegt? Viele Geräte werden speziell für Räume von etwa 20 Quadratmetern bis 50 Quadratmeter hergestellt. Ist der Raum kleiner als angegeben, ist das kein Problem – die Anlage kann auch kleinere Räume kühlen. Bei größeren Räumen reicht die Kühlleistung allerdings nicht aus. Das Gerät erzeugt dann im Zweifelsfall eine hohe Stromrechnung, aber keinen Kühleffekt.

Ebenfalls wichtig: Wie weit soll die Raumtemperatur eigentlich gesenkt werden? Einfach mal 18° Celsius bei einer Außentemperatur von 32° Celsius einstellen ist nicht schlau. Denn das schafft keine Anlage. Besonders effizient und gut arbeiten die Anlagen, wenn sie den Raum um etwa 3° Celsius bis 5° Celsius herunter kühlen sollen. Das hört sich erst einmal wenig an, ist aber wirklich bemerkbar: Denn die Klimaanlage zieht gleichzeitig Feuchtigkeit aus der Luft. Ist die Feuchtigkeitssättigung der Luft geringer, verdunstet Wasser. Die Haut wird also nicht mehr klebrig feucht sein. Stattdessen setzt ein zusätzlicher Kühlungseffekt durch die Verdunstung ein.

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Wer Wert auf Umweltschutz legt, schaut sich das Kühlmittel an. Einige mobile Klimaanlagen setzen ökologische Kühlmittel ein. Eines davon ist R290. Unter anderem der Hersteller Suntec nutzt dieses Kühlmittel in seinen mobilen Anlagen. In Sachen Umweltschutz ebenfalls sinnvoll: De’Longhi stattet einige Geräte mit einem Timer aus. Wird die mobile Klimaanlage im Schlafzimmer eingesetzt, kann sie also auch beim Einschlafen noch programmiert werden, so dass sie sich nach einiger Zeit automatisch ausschaltet. Läuft das Gerät nicht die gesamte Nacht durch, ist das stromsparsamer. Nachts kühlen die meisten Räume ohnehin aus, weil in Deutschland die Außentemperatur dann sinkt. De’Longhi arbeitet ebenfalls mit dem Kühlmittel R290, wenn auch nicht bei allen mobilen Klimaanlagen. Viele Klimageräte nutzen aber immer noch R410A. Das ist eines der klimaschädlichsten Kältemittel. Es setzt sich aus Pentafluorethan und Difluormethan zusammen. Wirklich besser sind die Alternativen R32 und R290 (Propan) allerdings auch nicht, selbst wenn die Hersteller sie als umweltfreundliche Alternativen bewerben. Eine Klimaanlage ist immer klimaschädlich, und das ist bei der mobilen Anlage genauso wie bei der fest verbauten Klimaanlage.

Mobile Klimaanlagen entsorgen: Nur über die kommunale Sammelstelle!

Monoblock-Klimageräte dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Sie werden behandelt wie Kühlschränke, müssen also zu den kommunalen Sammelstellen gebracht werden. Eine Umrüstung alter Geräte, die mit dem Mittel R410A ausgestattet sind, auf ein neueres, klimafreundlicheres Kältemittel ist nicht sinnvoll. Denn die alten Geräte sind vom Hersteller auf das Kältemittel in der Anlage optimiert und würden mit einem anderen Kältemittel weniger effizient arbeiten – auch das schadet dem Klima. Daher bleibt bei veralteten, ineffizienten oder gar defekten Geräten wirklich nur die Entsorgung.

Vor- und Nachteile mobiler Klimaanlagen

Bei hohen Temperaturen ist es schwer, sich zu konzentrieren. Mobile Klimageräten können also die Denkleistung in Büros, Schulräumen, Seminarräumen und sogar dem Kinderzimmer während der Hausaufgabenzeit beträchtlich erhöhen. Die mobilen Geräte sind kostengünstig im Vergleich zu fest installierten Anlagen und lasen sich schnell aufbauen. Sie können auch von einem Raum zum anderen verbracht werden, so dass für mehrere Räume einer Wohnung unter Umständen ein Gerät (sozusagen im Schichtdienst) ausreicht. Schwere Geräte werden von den Herstellern mit Rollen geliefert, sodass der Transport von einem Raum zum nächsten recht einfach ist. Nachteilig wirken sich die hohe Lautstärke der Geräte, die Kosten bei der Anschaffung und insbesondere die hohen Stromkosten aus. Dazu kommt die mangelnde Effizienz der Geräte, die eben doch über die Fenster- oder Türöffnung immer auch wieder unkontrolliert Wärme in den Raum lassen.

Alternativen zur mobilen Klimaanlage

Mit oder ohne mobile Klimaanlage sollten Räume immer gut klimatisiert werden. Das bedeutet: Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben, heruntergelassene Rollläden (Außen!) kühlen die Räume zusätzlich. Abends, wenn die Temperaturen sinken und die Sonne nicht mehr hereinscheint, kann gelüftet werden. Eine preiswerte Alternative zur mobilen Klimaanlage ist der Ventilator. Der bewegt immerhin die Luft im Raum und sorgt so für Kühlung.