Luftfeuchtigkeit erhöhen: Wie sich das Raumklima verändern lässt

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Luftfeuchtigkeit in der Wohnung erhöhen | Bild: © KSUSHASLYUSAREVA (оксана taranova)/Depositphotos.com

Das richtige Raumklima ist für das persönliche Wohlbefinden von großer Wichtigkeit. Dazu gehört neben der passenden Temperatur auch die ideale Luftfeuchtigkeit. Während der menschliche Körper in der Lage dazu ist, eine gute Rückmeldung über Wärme oder Kälte zu geben, lässt sich die Feuchtigkeit der Luft nur schwer erfühlen. Dabei kann trockene Luft sogar schwerwiegende Folgen für die körperliche Gesundheit haben. Eine geringe Luftfeuchte trocknet die Schleimhäute aus, was zu Niedergeschlagenheit und Unwohlsein führt. Zudem steigt die Ansammlung von Staub, Zimmerpflanzen wachsen nicht mehr richtig und Holzmöbel beginnen zu knacken.

Der Hals kratzt und die Augen jucken? Nicht immer steckt hinter diesen Symptomen eine klassische Erkältung. Vor allem, wenn Sie bereits seit längerer Zeit damit zu kämpfen haben, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumlichkeiten überprüfen. Für wenig Geld kaufen Sie ein Hygrometer, also ein Messgerät zur Bestimmung der Luftfeuchte, mit dem Sie die Werte überprüfen. Im Wohn- und Arbeitsbereich liegt die Luftfeuchtigkeit idealerweise zwischen 40 und 60 Prozent. Bei trockener Heizungsluft sollten Sie schnell handeln: Mit leichten Tricks können Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung oder dem Haus erhöhen – und die unschönen Krankheitssymptome somit beseitigen.

Feuchtigkeit ohne teure Geräte erhöhen

Die gute Nachricht vorweg: Damit Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumlichkeiten erhöhen können, benötigen Sie grundsätzlich keine teuren Geräte. In einigen Fällen hilft sogar eine einfache Anpassung des Alltags dabei, die Luftfeuchte zu verändern. Dazu gehört beispielsweise, dass Sie Ihre Wäsche nicht mehr im Trockner oder dem Garten, sondern innerhalb der Wohnung zum Trocknen aufhängen. Zudem ist es wichtig, die richtige Lüftungstechnik anzuwenden. Kurzes Stoßlüften bringt gesunde und frische Luft in die Wohnung, ohne dass die Luftfeuchtigkeit nach draußen zieht.

Lüften
Fenster öffnen zum Stoßlüften | Bild: © ginasanders (Erwin Wodicka)/Depositphotos.com

In der Küche herrscht häufig eine passende oder sogar eine zu hohe Luftfeuchte. Denn beim Kochen entsteht Wasserdampf, der die Luftfeuchtigkeit stark erhöht. Das Öffnen der Küchentür kann dabei helfen, die Feuchtigkeit gleichmäßig in den anderen Räumlichkeiten zu verteilen. Einen ähnlichen Vorteil können Sie sich im Badezimmer zunutze machen: Nach dem Baden oder Duschen lassen Sie die Tür geöffnet, damit sich die Feuchtigkeit in der ganzen Wohnung verteilt.

Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Auch die Inneneinrichtung kann einen großen Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit haben. Zimmerpflanzen geben einen Teil des aufgenommenen Wassers wieder an die Luft ab. Dieser Effekt ist zwar nur in geringem Maße spürbar, allerdings können mehrere Pflanzen in einem kleinen Zimmer bereits dabei helfen, die Luftfeuchte zu erhöhen. Eine ähnliche Wirkung haben auch Aquarien, deren hohe Wassertemperatur die Feuchtigkeit im Zimmer stark erhöht.

Pflanzen für Luftfeuchtigkeit
Pflanzen regulieren die Luftfeuchtigkeit | Bild: © (Vladimir Mironov)/Depositphotos.com

Vielleicht ist es Ihnen aus Großmutters Wohnstube bekannt: Mit Wasserbehältern, die an die Heizung gehängt werden, kann die Luftfeuchtigkeit ebenfalls beeinflusst werden. Im Gegensatz zu den bisher genannten Methoden, ist diese Variante sogar vom Heizverhalten abhängig. Heißt: Je stärker die Heizung aufgedreht, desto stärker wird auch das Wasser im Behälter erhitzt, was wiederum zu einer erhöhten Verdunstung führt. Der Nachteil der trocknen Heizungsluft wird damit direkt ausgeglichen, ohne dass es zu einer übermäßigen Luftfeuchtigkeit kommt.

Mehr Möglichkeiten durch elektrische Luftbefeuchter

Wenn die günstigen und einfachen Tricks keine Wirkung zeigen, bleibt nur der Griff zum elektrischen Luftbefeuchter. Das ist vor allem bei großen Räumen oder ganzen Häusern erforderlich. Je nach Gerät kann die Feuchtigkeit innerhalb kurzer Zeit, oft sogar innerhalb von nur einer Stunde, angepasst werden. Das führt jedoch nicht selten zu einem erhöhten Stromverbrauch. Außerdem gibt es verschiedene Methoden, um die Luftfeuchte anzupassen. Welche davon die beste Variante ist, sollten Sie selbst entscheiden.

Elektrischer Luftbefeuchter
Elektrischer Luftbefeuchter | Bild: © Draw05 (Valery Sheiko)/Depositphotos.com

Die meisten Geräte funktionieren mit Ultraschall, per Verdunstung oder Verdüsung sowie als Luftwäscher. Beim Ultraschall wird das Wasser fein vernebelt und geht somit besonders schnell in die Raumluft über. Bei der Verdüsung wird das Wasser, ähnlich wie bei einem Blumenbestäuber, über feine Düsen in die Luft gespritzt. Luftbefeuchter, die per Verdunstung funktionieren, erhitzen das Wasser, damit sich die Luftfeuchtigkeit erhöht. Bei Luftwäschern werden Luft und Wasser verwirbelt, sodass die Raumluft das Wasser aufnehmen kann.

Im Gegensatz zu manuellen Befeuchtern bieten die elektrischen Geräte einen deutlichen Vorteil. Sobald die gewünschte und passende Luftfeuchtigkeit erreicht ist, schalten sich die Geräte ab und verhindern somit eine hohe Luftfeuchte. Zudem arbeiten die Luftbefeuchter besonders effektiv, sodass innerhalb der ersten Stunde bereits eine Anpassung der Luftfeuchtigkeit möglich ist. Je nach Gerät ist ein Betrieb aufgrund der geringen Geräuschentwicklung sogar in der Nacht denkbar. Und: Mit Hilfe von ätherischen Ölen kann nicht nur die Feuchtigkeit, sondern auch der Raumduft verändert werden. Das ist besonders bei Krankheit ein angenehmer Nebeneffekt.

Die Nachteile der Luftbefeuchter

Einige Luftbefeuchter halten jedoch nicht, was sie versprechen. Dazu gehören auch Zimmerbrunnen. Durch die geringe Temperatur des Wassers fällt der Verdunstungsprozess sehr gering aus. Auch das Umwälzen des Wassers kann die Luftfeuchtigkeit vor allem in großen Räumlichkeiten nur in geringem Maße erhöhen. Dafür bringen Zimmerbrunnen unschöne Nebeneffekte: Das Wasser kann Bakterien enthalten, die an die Luft abgegeben werden und zu unangenehmen Gerüchen führen. Zudem trifft das Plätschern des Brunnens nicht jeden Geschmack.

Egal ob klassische Methode oder moderne Elektronik: Bei der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sollte stets auf die Einhaltung der empfohlenen Grenzwerte geachtet werden. Eine Luftfeuchte von 60 Prozent ist ideal, keinesfalls sollte der Wert jedoch über 70 Prozent steigen. Denn das führt zu Schimmelbildung sowie Pilz- und Milbenbefall.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Luftfeuchtigkeit in den eigenen Räumlichkeiten zu erhöhen und somit für eine besseres Allgemeinbefinden zu sorgen. Eine geringe Luftfeuchte ist nicht selten für Halskratzen, brennende Augen und Müdigkeit verantwortlich. Wenn Sie die unterschiedlichen Methoden zur Steigerung der Feuchtigkeit nutzen, sollten Sie einen regelmäßigen Blick auf das Hygrometer werfen. Sonst kann es schnell zum gegenteiligen Effekt führen – denn auch eine hohe Feuchtigkeit macht auf Dauer krank.

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