Luftqualität

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Pflanzen im Glas | Bild: © Vitalinka (Виталина Попова)/Depositphotos.com

Luftqualität in der Wohnung – so lässt sie sich verbessern

Neben der Wohnqualität ist die Luftqualität in der Wohnung von besonderer Bedeutung. Sie ist einer der wichtigsten Faktoren des Raumklimas in den eigenen vier Wänden. Die Raumluft kann feucht, stickig oder mit Schadstoffen, Chemikalien und schädlichen Partikeln wie etwa Feinstaub belastet sein. Jeder fühlt sich von einer schlechten Raumluft beeinträchtigt. Eine schlechte Luftqualität in der Wohnung schränkt das Wohlbefinden ein und kann zu ernsten Erkrankungen führen – wobei einige Menschen besonders gefährdet sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Luftqualität in der Wohnung wirkt sich auf Gesundheit und Wohlbefinden aus
  • Die Qualität der Atemluft wird durch Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation und der Luftzusammensetzung bzw. Luftreinheit (Schadstoffe) bestimmt.
  • Raumklima und Luftqualität lassen sich durch Lüften, Luftbefeuchter, Luftentfeuchter und Klimaanlagen verbessern.
  • Kinder leiden mehr, denn sie atmen schneller.

Warum die Luftqualität so wichtig ist

In den eigenen vier Wänden trägt die Qualität der Luft erheblich zum Wohlbefinden bei. Oder umgekehrt: Stimmt die Luftqualität nicht, fühlen wir uns sehr schnell unwohl. Ist die Raumluft
dazu mit Schadstoffen oder Giftstoffen belastet, kann dies zu dauerhaften und ernsten Erkrankungen führen. Bei der Verbesserung des Raumklimas ist die Berücksichtigung der Luftqualität von entscheidender Bedeutung.

Nur bei einem optimalen Raumklima kann auch eine optimale Leistung erbracht werden. Während Veränderungen am Arbeitsplatz zur Verbesserung der Luftqualität sich schwierig gestalten können, kann im eigenen Zuhause vieles getan werde, um Luftqualität und Raumklima zu verbessern. Mit dem Verbessern der Atemluft-Qualität wird regelmäßig auch ein gesteigertes Wohlbefinden der Bewohner erreicht.

Was ist eine gute Raumluft?

Die Luftqualität in Haus und Wohnung lässt sich messen. Zum Verbessern der der Raumluft genügt bereits ein regelmäßiges Lüften. Eine gute Luftqualität zeichnet sich aus durch:

  1. Temperatur im Wohnraum: 21 bis 23 Grad
  2. Temperatur im Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad – Luftfeuchtigkeit: 40 bis 60 Prozent
  3. Sauerstoffgehalt: ca. 21 Prozent
  4. Hohe Reinheit der Luft.

Was belastet die Luftqualität?

Neben dem Kohlendioxid, das zum großen Teil von Fahrzeugen produziert und über die Außenluft in die Innenräume gelangt, tragen noch zahlreiche andere Faktoren tragen zur Luftqualität bei. Wird im Raum eine schlechte Luftqualität vermutet, kann ein Messgerät die in der Atemluft enthaltenen Schadstoffe ermitteln.

Innerhalb der Wohnräume können Wandfarben, Bodenbeläge, Möbelstücke und andere Einrichtungsgegenstände oder Baustoffe ihre Schadstoffe freisetzen. Bedenklich oder problematisch sind beispielsweise Lösungsmittel, ausgasende Kunststoffe, Schimmel, Allergene, Gerüche sowie Dämmstoffe und Baumaterialien.

Zwar werden Grenzwerte und Richtwerte von Behörden, wie dem Umweltbundesamt, veröffentlicht, eine länderübergreifende Bewertung der Atemluft gibt es derzeit jedoch noch nicht. Auch bei den Schadstoffgrenzen können sich die Vorgaben der verschiedenen Länder unterscheiden.

Auswirkungen von Schadstoffen auf die Gesundheit

Eine schlechte Luftqualität in Haus oder Wohnung, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Gebäuden kann durchaus krank machen. Auch wenn am Arbeitsplatz der Fußboden oder verdächtige Einrichtungsgegenstände nicht ausgetauscht werden können, lässt sich auch dort die Luftqualität durch regelmäßiges Lüften verbessern. Im eigenen Zuhause sind umfangreichere Änderungen zur Verbesserung der Atemluft möglich und oftmals sogar sehr leicht umzusetzen.

Eine schlechte Luftqualität in der Wohnung wirkt sich nicht nur auf das Wohlbefinden aus, sondern kann auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben:

  • Kopfschmerzen
  • Atemwegserkrankungen, Atembeschwerden- Allergien
  • Hauterkrankungen
  • Konzentrationsschwächen
  • Bauchschmerzen
  • Augenerkrankungen
  • Hustenreiz
  • Geschwächtes Immunsystem – Schwindel.

Doppelt gefährdet – die Kinder und andere Risikogruppen

Kinder
Kinder auf der Wiese | Bild: © ArturVerkhovetskiy (Artur Verkhovetskiy)/Depositphotos.com

Jeder ist von einer schlechten Luftqualität nachteilig beeinflusst. Besonders zu schaffen macht eine schlechte Zimmerluft jedoch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Kinder, Allergiker, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen, wie Lungen- und Atemwegserkrankungen, sind besonders häufig und besonders schwerwiegend von einer schlechten Atemluft betroffen.

Vor allem Kinder leiden unter der schlechten Raumluft. Zum einen sind sie anfälliger für die schädlichen Nebenwirkungen aus einer verunreinigten Atemluft und zum anderen ist ihre unmittelbare Umgebung, wie etwa das Kinderzimmer, oft besonders mit Schadstoffen belastet.

Lunge und Gehirn befinden sich noch in der Entwicklung – daher atmen Kinder schneller als
Erwachsene. Hinzu kommt, dass ausgerechnet viele Kinderzimmer erheblich mit Schadstoffen belastet sind. Denn im Gegensatz zu anderen Räumen sind im Kinderzimmer meist größere Mengen an Kunststoff und auch Elektrogeräten gelagert. Spielzeug und die elektronische Ausrüstung zur Unterhaltung können Schadstoffe in die Raumluft abgeben. Bei etwa der Hälfte der Familien wurde im Kinderzimmer die empfohlenen Nachtkonzentrationen von Kohlendioxid (CO2) überschritten – so eine Untersuchung von Wohnräumen in Dänemark. Bei 25 Prozent der teilnehmenden Familien war die CO2-Konzentration im Kinderzimmer sogar dreimal so hoch wie der empfohlene Höchstwert.

Sind Spielzimmer und Schlafzimmer der Kinder getrennt, lässt sich ein Großteil der schlechten Raumluft zumindest beim Schlafen vermeiden. Auch bestimmte Pflanzen bauen CO2 ab und können die Raumluft verbessern.

Schadstoffe in der Raumluft – die Luftzirkulation verbessern

Totenkopf
Totenkopf | Bild: © okeen_ (Aliaksei Lakamkin)/Depositphotos.com

Für viele ist die „Reinheit“ der Luft ein Anlass zur Sorge. Ein häufiges Übel sind beispielsweise Schimmelpilze in der Wohnung. Bei einer andauernd hohen Feuchtigkeit in der Luft kann sich Schimmel an Wänden und Decken bilden. Das Risiko von Schimmel in der Wohnung lässt sich zwar durch regelmäßiges Lüften verringern, allerdings ist oftmals die Bausubstanz des Gebäudes mitverantwortlich. Auch jedes Lebewesen im Haushalt (Mensch und Tier) erhöht die Luftfeuchtigkeit – im Schnitt sind das in einem Vierpersonenhaushalt 8 bis 16 Liter täglich. Nicht immer kann der regelmäßige Luftaustausch Abhilfe schaffen und spezielle Geräte, wie etwa Luftentfeuchter müssen die Schadstoffbelastung im Innenraum reduzieren.

Wer einen Raum betrifft, nimmt meist unmittelbar eine schlechte Luftqualität wahr: Das Raumklima ist unangenehm, es ist stickig, feucht, zu warm oder zu kalt im Zimmer. Entweder wurde zu wenig gelüftet und/oder die Heizung war zu hoch gedreht. Hinzu kommen die Verschmutzungen aus unserer Umwelt, die unsere Atemluft belasten. Ursache für schädliche Stoffe in unserer Raumluft können Geräte, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände in Haus und Wohnung sein. Kunststoffe oder Elektrogeräte im Haus, behandelte Möbelstücke oder verklebte Böden können giftige Dämpfe und Partikel in die Raumluft abgeben. Regelmäßiges Lüften hilft, diese „intern“ produzierten Schadstoffe in der Raumluft zu reduzieren. Das Verbessern der Luftzirkulation, also des Austauschs der Luft, sorgt für eine bessere Luftqualität im Raum.

Wohlfühlen – Luftzirkulation und Temperaturunterschiede

Auch wenn undichte Fenster und Türen den Austausch der Luft unterstützen und damit für eine gute Luftzirkulation sorgen, wirkt sich die Zugluft nachteilig auf das Wohlbefinden aus. Ein weiterer Punkt, der zu einem guten Raumklima und einer Wohlfühlatmosphäre beiträgt, ist die Lufttemperatur. Dabei werden entlang des Körpers unterschiedliche Lufttemperaturen gemessen, denn zwischen Fußboden und Deckenbereich bestehen naturgemäß Temperaturunterschiede. Bereits ein Temperaturunterschied zwischen Boden und Decke von 4 Grad ist ungesund und wird als unangenehm empfunden.

Wenn die Wohnlage die Luftqualität verschlechtert

Neben der geografischen Lage, die einen Großteil von Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit bestimmt, kann sich auch die umgebende Infrastruktur erheblich auf die Luftqualität in den Innenräumen auswirken. An einer stark befahrenen Straße ist ein Haus oder Bürogebäude weitaus stärker durch Feinstaub belastet.

Ältere Gebäude können mit ihrer Bausubstanz ebenfalls nachteiligen Einfluss auf die Luftqualität im Innenraum nehmen. Die vor Jahrzehnten verwendeten Baumaterialien können noch giftige und heute verbotene Substanzen enthalten. Diese Schadstoffe werden oftmals sehr lange und meist langsam an die Raumluft abgegeben. Umso älter ein Haus ist, desto mehr kann die Luftqualität in den Zimmern mit Pilzsporen belastet sein – wenn auch neu erstellter Wohnraum ebenfalls von einer Schimmelbildung betroffen sein kann.

Welche Schadstoffe und Giftstoffe belasten die Luftqualität

Nicht nur in der Wohnung, sondern auch am Arbeitsplatz kann die Luftqualität oft dauerhaft beeinträchtigt sein. Je nach Bausubstanz, Ausstattung und Lage eines Gebäudes setzen sich die Luftverunreinigungen der Atemluft aus hohen Anteilen von Feinstaub, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxid, Schwefeldioxid und Ozon zusammen.

Zu den Giftstoffen, die häufig besonders leicht von der Umgebung in die Raumluft abgegeben werden, zählen Kleber, Lacke, Abgase und andere, aus PVC, Vinyl oder Kunstfaser entweichende Giftgase.

Nicht alle die Gesundheit beeinträchtigenden Giftstoffe sind verboten. Sie können Pflegemitteln und in Dingen, die uns im Alltag umgeben, enthalten sein. Bei anstehenden Anschaffungen kann eine Produkt-Recherche Aufschluss zu den verwendeten Inhaltsstoffen geben.

Wenn der Luft der Sauerstoff ausgeht

Er ist lebenswichtig, doch besteht eine gute Atemluft aus mehr als nur dem Sauerstoffanteil. Eine ideale Luftqualität ohne Schadstoffe und schädliche Belastungen setzt sich wie folgt zusammen:

  • Stickstoff: 78 Prozent
  • Sauerstoff: 21 Prozent
  • Argon: 0,93 Prozent
  • Kohlendioxid: 0,04 Prozent
  • Spurengase: 0,01 Prozent
  • Wasserdampf: 1,3 Prozent (Bodennähe mit Volumenanteil).

Auch wenn wir im Raum atmen und schwitzen, verändern sich diese Werte nur wenig und können ihre Grenzwerte kaum unter- oder überschreiten.

Atmen erhöht das Kohlendioxid in der Luft

Wer atmet, verschlechtert den CO2-Wert (Kohlendioxid) in der Raumluft – dazu gehören auch die im Haushalt lebenden Haustiere. Mit jedem Atemzug verbrauchen wir Sauerstoff und zurück bleibt eine Raumluft mit einer höheren CO2-Konzentration. Bereits ein Unwohlsein kann ein Indiz für eine schlechte Luftqualität in der Wohnung sein. Enthält die Luft zu wenig Sauerstoff, zeigen sich die ersten Anzeichen in Müdigkeit, schlechtem Schlaf oder Kopfschmerzen.

Symptome bei hohem CO2-Gehalt in der Atemluft

Sinkt der Sauerstoffgehalt von etwa 21 Prozent im Raum, können sich bereits erste Beschwerden zeigen. Denn mit dem Absinken des Sauerstoffanteils, wird die „verbrauchte Luft“ durch CO2 ersetzt. Dieses reichert sich in der Raumluft an und kann schnell zu Unwohlsein führen. Meist werden Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten festgestellt.

Die optimale Raumtemperatur für das Wohlbefinden

Temperatur messen
Analoges Thermometer | Bild: © dnaumoid (Dmitry Naumov)/Depositphotos.com

Wir produzieren nicht nur rund um die Uhr Kohlendioxid und Feuchtigkeit, sondern auch Wärme. Für einen Temperaturausgleich produziert der Körper Wärme, die wiederum an die Umgebung abgegeben wird. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn die Raumtemperatur kühler ist, als die produzierte Wärme. Liegt die Raumtemperatur deutlich über 23 Grad, kann die erzeugte Körperwärme nicht mehr abgegeben werden. Der Körper reduziert die Wärmeproduktion oder wir schwitzen bereits bei leichten Tätigkeiten.

Eine Raumtemperatur wird als angenehm empfunden, wenn sie unter der Körpertemperatur des Menschen liegt. Die produzierte menschliche Körpertemperatur liegt bei etwa 23 Grad Celsius. Regulieren können wir die Lufttemperatur durch Heizen, Lüften und automatisch mit Klimaanlagen. Ist die von Klimaanlagen produzierte Luftqualität in der Wohnung sehr trocken, lässt sich dies mit einem Luftbefeuchter ausgleichen.

Was beeinflusst die ideale Luftfeuchtigkeit im Raum?

Lebewesen geben Feuchtigkeit ab – allerdings erschwert eine zu feuchte oder zu trockene Luft selbst den Gesunden das Atmen. Die Luftfeuchtigkeit im Raum wirkt sich direkt auf unser Wohlbefinden aus. Bei sehr geringer Luftfeuchte trocknen unsere Schleimhäute aus und es kommt zu Hustenreiz. Auch potenzielle Krankheitserreger können sich in trockener Schleimhaut leichter vermehren. Ein Zuviel der feuchten Luft fühlt sich wiederum unangenehm an. Es kann sich Schimmel bilden und auch Keime und Ungeziefer mögen den feuchten Wohnraum.

Luftbefeuchter und Luftentfeuchter können die Luftfeuchtigkeit im Raum automatisch regeln. Mit dem Luftbefeuchter wird nicht nur ein feiner Wasserdunst in der Luft verteilt, sondern es können auch Düfte versprüht werden. Wird viel geheizt, trägt der Luftbefeuchter deutlich zu einem besseren Raumklima und einer verbesserten Luftqualität bei.

In besonders feuchten Räumen, wie etwa Keller und Badezimmer, entzieht ein Luftentfeuchter der Luft das Wasser. Kann ein Raum nur schlecht oder nur selten gelüftet werden, ist der Luftentfeuchter ebenfalls eine gute Lösung.

Die Luftqualität messen

Messgerät für Luftqualität
Sensor für Luftqualität | Bild: © suebsiri (Suebsiri Srithanyarat)/Depositphotos.com

Die Luftqualität unserer Umwelt wird von Messstationen ermittelt, die regelmäßig Werte zur Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und Verschmutzungen sammeln. Die Daten werden online veröffentlicht und können vom Verbraucher eingesehen werden.

Da die Außenluft beim Lüften die Luft im Innenraum ersetzt, ist die gemessene Luftqualität der Außenluft ebenfalls von Bedeutung. Die Daten zur Schadstoffbelastung der Außenluft lassen jedoch keine Aussagen über die Luftqualität in der Wohnung oder den möglichen Belastungen durch Baustoffe, Bausubstanz, Ausstattung und Gebrauchsgegenständen zu.

Selbst messen kann man:

  1. Thermometer: Lufttemperatur
  2. Hygrometer: Luftfeuchtigkeit
  3. Raumluftmessgerät: Luftverschmutzung
  4. Raumluftmessgerät: Sauerstoffgehalt und Zusammensetzung.

Viele der Messgeräte zur Bestimmung der Innenraum-Luftqualität sind auf einem hohen technischen Stand und reichen an die Laborstandards heran. Innovative Sensoren und softwarebasierte Algorithmen helfen beim Aufspüren der Schadstoffe in der Atemluft.
Die Daten zur Luftqualität in der Wohnungen lassen sich bei einigen Messgeräten auch per App sammeln oder in die Smart Home-Technik integrieren. So lässt sich eine regelmäßige Überwachung der Luftqualität in der Wohnung einrichten – die von jedem Punkt der Welt jederzeit abrufbar ist.

So wird die Luftqualität in der Wohnung verbessert

– mehr Stoßlüften

Lüften
Fenster öffnen zum Stoßlüften | Bild: © ginasanders (Erwin Wodicka)/Depositphotos.com

In der Raumluft sammeln sich Wasserdampf, biologische Abfallstoffe, Gase und andere Partikel an, von denen Gesundheitsgefahren ausgehen können. Das Kinderzimmer sollte morgens und abends gelüftet werden. Vor dem Schlafengehen und wenn die Kinder spielen.
Generell gilt: drei- bis viermal täglich 10 Minuten lang die gesamte Wohnung lüften.

– weniger Kunststoff

Wird Kunststoff warm, kann er giftige Dämpfe freisetzen. Plastikgegenstände und Plastikspielzeug sollten nicht in der Sonne liegen. Auch auf dem Fußboden – sofern dort eine Fußbodenheizung installiert ist – sollten Kunststoffgegenstände nicht gelagert werden. In Kunststoffspielzeug, das vor 2007 hergestellt wurde, können noch zwischenzeitlich verbotene Chemikalien enthalten sein. Eine EU-Richtlinie empfiehlt, dieses Spielzeug zu entsorgen.

– weniger Feuchtigkeit

Als Nassraum ist das Badezimmer häufig und gut zu lüften. Nach dem Baden empfiehlt sich ein schnelles Aufwischen. Eine weitere Quelle für Feuchtigkeit in der Wohnung ist das Wäschetrocknen. In Europa trocknen etwa 65 Prozent mindestens einmal wöchentlich Wäsche in der Wohnung. Durch die Feuchtigkeit in der Raumluft bildet sich schnell schädlicher Schimmel.

– weniger Milben

Bettwäsche wird bevorzugt befallen. Um die lästigen Milben und ihre Ausscheidungen aus der Bettwäsche zu entfernen, muss diese regelmäßig gewechselt werden. Auch Matratzen und Kissen sind nicht unbegrenzt haltbar: Eine gebrauchte Matratze kann leicht das Zuhause von 100.000 bis 10 Millionen Milben sein. In einem Kissen machen nach nur zwei Jahren tote Milben und ihre Hinterlassenschaften bereits 10 Prozent des Gewichts aus.

– weniger Staub

Auch im Hausstaub tummeln sich schädliche Mikroorganismen. Das regelmäßige Entstauben der Flächen sowie der Umstieg auf Staubsauger, die möglichst wenig des gesammelten Staubs wieder an die Raumluft abgeben, unterstützen ein möglichst staubfreies zuhause. Allerdings: Umso mehr gelüftet wird, desto schneller sammelt sich der Staub im Haus an.


Häufige Fragen zum Thema Luftqualität

Mit der Luftqualität in Innenräumen wird eine Sammlung aus Messwerten bezeichnet, die die Beschaffenheit Ihrer Innenraumluft wiedergibt. Entscheidend dafür ist nicht nur die Zusammensetzung der Luft, sondern vor allem auch die Verunreinigung durch Schadstoffe. Denn während unsere Atemluft immer recht ähnlich zusammengesetzt ist, gibt es deutliche Unterschiede bei der Belastung durch Verunreinigungen. Reine bzw. saubere Luft setzt sich normalerweise aus 78% Stickstoffen, 21% Sauerstoff und geringfügigen Spuren aus anderen Gasen und Elementen zusammen. Für Innenräume spielen aber noch andere Faktoren eine Rolle wie beispielsweise die Luftfeuchtigkeit, zu viel Kohlenstoffdioxid und natürlich Belastungen durch chemische Schadstoffe und Schimmelpilze oder Bakterien.
Wird die Luftqualität in Innenräumen gemessen, so erstellen Messgeräte einen Abgleich aus folgenden Werten: Sauerstoffgehalt, CO2-Konzentration, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Diese sind vorrangig entscheidend, wenn es um spürbare Luftqualität geht und lassen sich durch regelmäßiges Lüften verbessern.
Da es für Luftqualität keinen direkten Index geht, sondern sich diese aus einer Wechselwirkung verschiedener Faktoren zusammensetzt, gibt es auch unterschiedliche Messgeräte. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie nicht auch auf Wunsch ein Kombi-Messgerät finden, dass die unterschiedlichen Werte zu einem Skalenwert kombiniert. Temperatur wird mit einem handelsüblichen Thermometer gemessen, die Luftfeuchtigkeit misst ein Hygrometer, auf Kohlenstoffdioxidmessgeräte stehen Ihnen in Innenräumen zur Verfügung und messen die Konzentration pro Kubikmeter Luft.
Ein Wert bezüglich der Luftqualität trifft vor allem zwei wichtige Aussagen: Ist die Luft in einem Raum potentiell gesundheitsschädlich und fühlt sich die Luft angenehm an? Belastungen mit Schadstoffen, Viren, Bakterien, Schimmelpilzen und Hausstaub sind gesundheitsschädliche Faktoren, die eine dauerhafte schädigende Wirkung haben können und damit schnellstmöglich ausgeräumt werden müssen. Geringere Abweichungen in der Raumfeuchtigkeit, Innenraumtemperatur oder dem Sauerstoffgehalt hingegen sind nicht schädlich. Sie sorgen aber dafür, dass wir uns in den eigenen vier Wänden nicht mehr wohl fühlen und sollten entsprechend auch beseitigt werden. Im Gegensatz zum Beseitigen gesundheitsschädlicher Faktoren, lässt sich eine behagliche Raumluftqualität viel einfacher herstellen.
Laut einer Auswertung des Umweltbundesamtes gibt es verschiedene Kriterien, die für gute Raumluft in Innenräume erfüllt werden müssen. Neben objektiven Werten wie der Schadstofffreiheit, einer Freiheit von Schimmelpilzen und der richtigen Sauerstoffkonzentration werden andere Werte in einem sogenannten Behaglichkeitsbereich gemessen. Dieser offeriert Ihnen einen gewissen Spielraum und sollte für Sie vor allem ein Richtwert sein, gerade in der Temperaturwahrnehmung sind wir alle sehr unterschiedlich. So gibt es auch geschlechterspezifische Idealwerte bei der Innenraumtemperatur. Die Richtwerte für Temperaturen sind raumspezifisch.
  • Wohnzimmer: 20-23 °C
  • Schlafzimmer: 17-20 °C
  • Bad: 20-23 °C
  • Küche: 18-20 °C
  • Flur: 15-18 °C
  • WC: 16-19 °C
Der relative Luftfeuchtigkeitswert sollte in Wohnung oder Haus zwischen 30-65 Prozent, um sich behaglich und angenehm anzufühlen. Höhere oder niedrigere Werte sind nicht immanent schädlich, können aber auf Dauer Schleimhäute austrocknen oder die Bildung von Schimmelpilzen begünstigen. Achten Sie darauf, dass Sie Messungen nicht in Bad, Küche oder anderen Feuchträumen stattfinden, sondern in Wohn oder Schlafzimmer. Dies ist aussagekräftiger für die insgesamte Luftqualität.
Pflanzen sind natürliche Luftfilter, sie nehmen CO2 auf und wandeln ihn chemisch in Sauerstoff um. Zudem absorbieren sie Schall und sorgen für ein wohnliches Ambiente. Das Wasser, mit dem Sie Ihre Pflanzen gießen, verdunsten diese über die Blätter. Dadurch sind Pflanzen auch ganz natürliche Luftbefeuchter. Neben Kohlenstoffdioxid filtern Pflanzen auch Schadstoffe wie Benzol und Formaldehyd (allerdings in kleinen Mengen) aus der Luft. Wunder sollten Sie sich davon aber nicht versprechen, zwar können Pflanzen Schadstoffe aus Lacken und Kunststoffen (beispielsweise Trichlorethylen) filtern, eine bessere Luftqualität erhalten Sie aber, wenn keines Ihrer Möbelstücke diese Schadstoffe überhaupt abgibt. Insgesamt sorgen Pflanzen für sauerstoffreichere, feuchtere und bessere Luft, allerdings ersetzen sie das Lüften auch nicht. Besonders effizient sind Pflanzen wie die Efeutute, Aloe Vera, das Einblatt oder die Grünlilie. Generell werden Sie aber ein besseres Raumklima haben, wenn Sie Pflanzenhalter sind, unabhängig von der Art der Pflanze.
Die wichtigsten Faktoren bei der Verbesserung der Luftqualität lassen sich alle durch regelmäßiges, tägliches Lüften optimieren. Über den Tagesverlauf verbraucht unser Atem den Sauerstoff im Raum und gibt mehr Kohlenstoffdioxid ab. Dies führt dazu, dass die Luft sich verbraucht anfühlt. Begünstigt wird dieser Effekt durch moderne Isolierungen wie beispielsweise Doppelisolationsfenster. Ohne dass es im Raum ungewollt zieht, entsteht auch nur sehr wenig Zugluft. Das ist zu wenig Luft, um einen Austausch voranzutreiben. Auch die Luftfeuchtigkeit steigt, da mit der Atemluft, die wir abgeben, auch Feuchtigkeit abgegeben wird, Pflanzen verdunsten ihr Wasser, Dampf aus Küche und Bad bleibt im Innenraum. Vergleichbar ist dieser Effekt mit einem abgeschlossenen Treibhaus, idealerweise sorgt Stoßlüften hier für einen schnellen Ausgleich, bei dem die Luft in allen Räumen des Hauses effizient ausgetauscht wird. Zimmerbrunnen sollen laut Herstellerangaben den Raum befeuchten, indem sie Flüssigkeit an die Raumluft abgeben. Während dies zwar in der Praxis der Fall ist, ist generell jedoch von stehenden Gewässern, Wasserschalen oder Zimmerspringbrunnen abzuraten. Diese müssen häufiger gereinigt werden als dies praktisch durchgeführt wird, wodurch sie eher dazu beitragen, Krankheitserreger und Bakterien an die Raumluft abzugeben. Dessen sollten Sie sich zumindest bewusst sein, wenn Sie einen Innenbrunnen nutzen möchten.
Leider verschlechtert sich die Luftqualität, ohne dass Sie etwas dazu beitragen müssen. Eine einzelne Person gibt pro Tag rund 2,5 Liter an Wasser über Atem und vor allem Schweiß an die Raumluft ab. Das ist ungefähr so angenehm wie es klingt und sollte natürlich schnellstmöglich ausgeräumt werden. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist aber nicht nur unangenehm und fühlt sich stickig an, sondern beschleunigt auch die Ausbreitung von Viren, Bakterien und Schimmelpilzen. Gerade Pilzsporen lieben feuchtwarmes Klima, breiten sich in Zimmerecken und unter Tapeten aus und geben ihre Sporen ungehindert an die Raumluft ab, was das Klima nachhaltig verschlechtert und ein gesundheitsschädlicher Faktor ist, der Ihre Lungen dauerhaft schädigen kann. Die Luftqualität senkende Faktoren können Sie sich aber auch selbst ins Haus holen, etwa in Form von Möbeln, Vorhängen, Baumaterialien Kleidungsstücken, etc., die Schadstoffe ausdünsten. Gerade bei Importen aus Übersee, bei denen die strengen europäischen Vorlagen nicht gelten, können über Tage oder oft Wochen Chemikalien an die Raumluft abgegeben werden. Achten Sie also unbedingt auf Gütesiegel und Umweltzeichen. Nutzen Sie dennoch nicht verhinderbar Materialien, die ihre Schadstoffe erst noch ausdünsten müssen, lagern Sie diese zunächst auf dem Balkon oder in der Garage. Natürlich ist es theoretisch auch möglich, dass Sie durch die Außenluft die Luftqualität in Ihren Innenräumen verschlechtern. Dies ist etwa dann der Fall, wenn Sie an einer belebten Hauptstraße wohnen und eine ungewöhnlich hohe Belastung an Stickoxiden oder Feinstaub in der Außenluft festgestellt wird. Luftreiniger für Innenräume filtern den Feinstaub aus der Luft, das ist vor allem für Hausstauballergiker essentiell. Feinstaub wird nicht nur durch den Verkehr abgegeben, sondern auch durch ältere Staubsauger oder Laserdrucker. Bei hoher Verkehrsbelastung hilft es einzig, nicht zu den Stoßzeiten zu lüften. Dann ist die Belastung am niedrigsten, generell sind 5-10 Minuten Stußlüften effizienter als ein Fenster, das durchgängig auf Kipp steht. Lediglich wer mit Kohle oder Gas heizt, sollte auf einen kontinuierlichen Luftaustausch achten. Menschen geben neben Kohlenstoffdioxid beim Ausatmen auch Wärme und Feuchtigkeit über ihren Schweiß und ihre Körperwärme ab, auch dies sollte entsprechend durch häufiges Lüften kompensiert werden. Vor allem dann, wenn sich mehrere Menschen über längere Zeit in kleinen Räumen aufhalten. Zu weiteren schädigenden Faktoren zählen wenig überraschend der Tabakrauch, auf den in Innenräumen am besten ganz verzichtet werden sollte. Zu hohe Temperaturen sorgen nicht nur für eine unangenehme Luftqualität und erhöhen durch die ausgetrockneten Schleimhäute das Erkältungsrisiko, sondern kosten durch den hohen Heizkostenaufwand auch bares Geld.