Luftreiniger für Schlafzimmer

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Luftreiniger im Schlafzimmer – gesunde, keimfreie Luft auch in der Nacht

Ein angenehmes Schlafklima verspricht eine erholsame Nachtruhe – und hilft frisch und munter in den kommenden Tag zu starten. Speziell in der kalten Jahreszeit ist es aber kaum möglich bei geöffneten Fenstern zu schlafen, auch der Lautstärkepegel im Sommer könnte mancherorts dazu führen, dass ein Luftreiniger eine willkommene Alternative ist. Für den Einsatz im Schlafzimmer sollte der aber einige besondere Funktionen mitbringen.

Gesunder Schlaf ist keine Selbstverständlichkeit!

Das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) führt regelmäßig eigene Erhebungen und Studien zur Schlafqualität der deutschen Bevölkerung durch. Da zeigt sich, dass ein tiefer, angenehmer Schlaf keinesfalls selbstverständlich ist. In der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre klagen laut einer Studie aus dem Jahr 2012 nahezu 15 % der Befragten über Schlafprobleme, in der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre sind es sogar 22 %. Eine neuere Studie vom RKI und DESTATIS aus dem Sommer 2022 zeigt, dass eine verminderte Schlafqualität mittlerweile sogar im Teenager-Alter keine Ausnahme mehr darstellt, knapp 20 % der Befragten klagten mindestens über Einschlaf-, oftmals noch über Durchschlafprobleme.

Einen gesunden Schlaf kann auch ein Luftreiniger für das Schlafzimmer nicht herbeiführen, hier spielen viele verschiedene Faktoren mit ein, unter anderem der mentale Zustand, die physische Auslastung, Ernährungsgewohnheiten sowie die Wahl einer geeigneten Matratze und bequemer Bettwaren. Der Einsatz des Luftreinigers ist in der Summe aber oftmals trotzdem als vorteilhaft zu bewerten – insbesondere bei Menschen mit Allergien.

Für welche Personen eignen sich Luftreiniger im Schlafzimmer?

Richtig lüften für saubere Luft | Bild: © hrabar (Vitaliy Hrabar)/Depositphotos.com

Prinzipiell ist eine gesunde, von Schadstoffen befreite Luft natürlich für jeden Menschen besser als eine vorbelastete Luftqualität. Vielen Menschen dürfte es aber ausreichen, wenn sie stattdessen vor dem Schlafen lüften und damit die bereits verbrauchte Luft im Schlafzimmer vollständig durch frische Luft von draußen austauschen. Dafür sollten Sie die Fenster nicht nur fünf Minuten auf Kipp stellen, sondern idealerweise weit öffnen und für einen Durchzug sorgen. Je nach Außentemperatur und Zimmergröße ist die Innenluft nach etwa 5 bis 15 Minuten vollständig ausgetauscht. Das reduziert übrigens zugleich die Luftfeuchtigkeit und senkt damit das Schimmelrisiko

Besonders geeignet sind solche Luftreiniger, vor allem mit HEPA-Filter, für Allergiker oder Menschen mit Überempfindlichkeiten. Zum Beispiel:

  • wenn Sie an einer Pollenallergie leiden und zu bestimmten Jahreszeiten wegen den einfliegenden Pollen Fenster nicht dauerhaft geöffnet lassen können
  • bei einer Allergie auf Hausstaubmilben beziehungsweise deren Kot und Hausstaub generell
  • bei Haustieren im Haushalt und Tierhaarallergie

Diese Eigenschaften und Funktionen muss der Luftreiniger mitbringen

Wenn Sie einen Einsatz im Schlafzimmer planen, müssen Sie das jeweilige Gerät mit Hinblick darauf auswählen. Schließlich wird der Luftreiniger auch dann arbeiten, wenn Sie gerade in den Schlaf finden wollen oder bereits schlafen. Damit ist ein wichtiger Aspekt bereits vorweggenommen: 

Bei einem Einsatz im Schlafzimmer sollte das Gerät:

  1. über einen niedrigen Geräuschpegel verfügen (rund 30 dB werden von den meisten Menschen als nicht störend empfunden, etwa 50 dB hingegen schon)
  2. einen Sleep- beziehungsweise Nachtmodus haben, mit dem der Luftreiniger seine Lautstärke automatisch absenkt
  3. über einen integrierten Timer verfügen, um sich gegebenenfalls nach einigen Stunden abzuschalten und so den Stromverbrauch zu reduzieren
  4. generell einen niedrigen Stromverbrauch aufweisen, denn der Luftreiniger arbeitet oftmals mehrere Stunden am Stück

Außerdem gilt: Die Leistungsstärke des Geräts muss zur Raumgröße passen!

Ein kleines, kuscheliges Schlafzimmer benötigt einen weitaus weniger leistungsstarken Luftreiniger als ein großes Schlafzimmer mit hohen Decken. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt für Räume mit einer Größe von 20 Quadratmetern Geräte die mindestens 10 Kubikmeter Luft pro Minute filtern. 

Auf Ionisatoren verzichten – und ozonfrei muss der Luftreiniger funktionieren!

Einige Luftreiniger werben damit, dass sie die Luft ionisieren. Das kritisieren sowohl die Verbraucherzentrale Hamburg als auch die Stiftung Warentest, indem sie bemängeln, dass bei der Ionisierung Ozon entsteht, welches viele Luftreiniger dann aber nicht unschädlich machen. Generell sollte der Luftreiniger, sowohl im Schlafzimmer als auch anderen Räumen, ozonfreiarbeiten. Die chemische Verbindung Ozon belastet die Raumluft nur zusätzlich und kann zu schädigenden chemischen Reaktionen führen. Typische Symptome bei einem hohen Ozongehalt in der Luft sind zum Beispiel Kopfschmerzen, tränende Augen oder Beschwerden der Atemwege.

HEPA-Filter in einem Rahmen | Bild: © vchalup2 (Vitalij Chalupník)/Depositphotos.com

Die Wahl des richtigen Filters

Jeder Luftreiniger verfügt über einen integrierten Filter, der die eigentliche Arbeit leistet: Also das Abfiltern von Schadpartikeln. Als Nonplusultra gelten HEPA-Filter, die Abkürzung HEPA steht für „High Efficiency Particulate Airfilter“. Diese Filter sind sogar in der Lage nanogroße Mikropartikel aus der Luft zu filtern, so unter anderem:

  • diverse Geruchspartikel
  • Sporen
  • Pollen
  • Staub
  • Viren
  • von Tierhaaren abgesonderte Enzyme

Eine Alternative dazu sind Aktivkohlefilter, wobei diese in ihrer Effizienz nicht ganz an die hochentwickelten HEPA-Filter heranreichen.

Achtung: Unabhängig des gewählten Filters, muss dieser regelmäßig ersetzt werden.

Nach einiger Zeit sind diese so verseucht, dass sie keine anständige Filterleistung mehr erzielen. Die Kosten für den Austausch, gegebenenfalls durch einen Fachmann, sind als laufende Wartungskosten zu berücksichtigen. Manche Hersteller von Luftreinigern empfehlen jedes Quartal den Austausch, andere nur alle paar Jahre.

Stromverbrauch beachten – Energie sparen | Bild: © EdZbarzhyvetsky (Eduard Zbarzhyvetsky)/Depositphotos.com

Stromkosten berücksichtigen – und energieeffiziente Geräte wählen

Hinsichtlich der Energieeffizienz zeigen sich durchaus erhebliche Unterschiede. Die Stiftung Warentest beziffert die jährlichen Stromkosten bei einem täglichen Einsatz über acht Stunden auf höchster Stufe zwischen rund 22 und 60 Euro. Vergewissern Sie sich vor allem, wie effizient das Gerät auf mittleren und hohen Stufen arbeitet, denn weder die niedrigste Stufe noch der Stand-by-Modus reichen im Regelfall aus, um die Luft im Schlafzimmer wirklich effektiv zu reinigen.

Fazit: Luftreiniger im Schlafzimmer sind eine wertvolle Ergänzung – ersetzen aber nicht das korrekte Lüften!

Fenster gehören geöffnet, daran ändert auch ein Luftreiniger nichts. Er kann aber die Zeit bis zum nächsten Lüften überbrücken, wobei Sie vor allem darauf achten sollten, dass das Gerät über zum Schlafzimmer passende Funktionen verfügt – wie eine Fernbedienung, Timer, Ruhe- und Sleepmodus. Ozonfrei sollten die Geräte immer sein, idealerweise mit einem HEPA-Filter ausgestattet. 


Letzte Aktualisierung am 9.11.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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