Rauchmelder

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Ausgelöster Rauchmelder | Bild: © rclassenlayouts (Classen Rafael)/Depositphotos.com

Rauchmelder* haben die Aufgabe Leben zu retten und gehören in Mietwohnungen längst zur Pflicht. Im Falle eines Brandes schlagen die Geräte Alarm und zeigen so die Gefahr an. Doch wie funktioniert ein solcher Rauchmelder? Gibt es Fehler bei der Bedienung und welches Gerät ist das beste? In welchem Raum sollte der Melder angebracht werden und wie lange ist die Haltbarkeit? Im Folgenden finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Aufgabe hat ein Rauchmelder?

Sinn und Zweck der Installation eines Rauchmelders ist es, Menschen in einem Gebäude vor einem Brand zu warnen. Auch in der Nacht ist dies wichtig, wenn die Bewohner schlafen und auf eine Rauchentwicklung nicht oder zu spät reagieren können. Ein Alarm beim Brand hilft dabei, rechtzeitig Maßnahmen zur Bekämpfung einzuleiten. In Gebäuden der Öffentlichkeit ist ein solcher Brandmelder oft mit der Leitstelle der Feuerwehr verbunden. Kommt es zu einem Brand, ist die Feuerwehr sofort informiert und kann Maßnahmen ergreifen.

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Wie funktionieren Rauchmelder?

Es existieren verschiedene Arten von Rauchmeldern, deren Funktionalität sich unterscheidet. Die Aufgabe ist aber bei allen Geräten die gleiche – Alarm schlagen, wenn es zu einem Brand kommt.

Der optische Rauchmelder:

Optische Rauchmelder werden hierzulande am häufigsten genutzt. Sie arbeiten mit dem sogenannten Tyndall-Effekt, auch als Streu-Lichtverfahren bezeichnet. Klare Luft ist nicht in der Lage Licht zu reflektieren. Befinden sich allerdings Rauchpartikel in der Luft und gelangen in die optische Kammer des Rauchmelders, wird Licht reflektiert. Mit einer Infrarotdiode sendet dieser Meldertyp regelmäßig Lichtstrahlen aus. Gegenüber der Diode befindet sich ein hochsensibler Fotosensor und gibt Alarm, sobald Licht reflektiert wird. Ohne vorhandene Rauchpartikel ist der Lichtstrahl nicht in der Lage, die Fotodiode anzusteuern. Fehlfunktionen sind bei diesem Rauchmeldertyp nahezu völlig ausgeschlossen. Selbst wenn der Rauchmelder von außen mit Licht bestrahlt wird, gibt es keinen Alarm. Im Inneren des Geräts befindet sich schwarzes, nicht reflektierendes Material, was das Fremdlicht abfängt.

Der Ionisations Rauchmelder

Ionisations Rauchmelder sind weit weniger verbreitet, sie funktionieren über eine schwache Menge Radioaktivität. Die Geräte sind in der Lage Rauchpartikel zu erkennen, selbst wenn sie kaum reflektieren. Im Rauchmelder befinden sich zwei positiv geladene Metallplatten. Dazwischen fließen Alphastrahlen im Ruhezustand des Geräts hin und her. Der Zwischenraum ist mit ionisierter Luft gefüllt, die einen Strom fließbar macht. Sobald Rauchpartikel von außen zwischen die beiden Metallplatten gelangen, verringert sich die Leitfähigkeit in der Luft. Die Ionenteilchen werden infolgedessen elektrostatisch angezeogen und der Stromfluss verringert sich. Nun gibt der Rauchmelder das entscheidende Alarmsignal. Für den Menschen hat die Radioaktivität im Gerät keine negative Auswirkung, allerdings ist die Entsorgung problematisch. Die Geräte müssen als Sondermüll behandelt werden, daher kommen sie nur sehr selten zum Einsatz.

Der thermische Rauchmelder

Nach einem anderen Prinzip arbeitet der thermische Rauchmelder. Seine Aufgabe ist es nicht Rauch zu melden, sondern Hitze. Luftpartikel in der Luft sind für diese Geräte uninteressant. Es wird unterschieden zwischen Thermo-Differentialmeldern und Thermo-Maximalmeldern. Der Thermo-Maximalmelder löst Alarm aus, wenn die vorgegebene Temperatur im Raum überschritten wurde. Diese liegt meistens bei 60 Grad im Innenraum. Die Funktionalität wird durch einen Messheißleiter und ein Maximalauslöseelement gesteuert. Thermo-Differentialmelder erkennen einen sehr schnellen Temperaturanstieg im Innenraum. Sie besitzen neben dem Messheißleiter auch einen Vergleichsheißleiter. Sobald die Temperatur schneller als gewöhnlich ansteigt, was bei einem Brand passiert, gibt der Melder Alarm.

Rauchmelder mit Lichtalarm

Gehörlose und Hörgeschädigte Menschen haben oft Probleme das Signal eines Rauchmelders wahrzunehmen. Für diese Personengruppe gibt es spezielle Rauchmelder, die durch einen Stroboskopblitz ein Lichtsignal abgeben. Die meisten dieser Geräte haben darüber hinaus einen integrierten Vibrationsalarm, der bei Rauchbildung zusätzlich auslöst. Die Geräte besitzen ein integriertes Funkmodus. Kommt es durch Rauch zu einem Alarm, wird per Funk das Stroboskop aktiviert. Gibt es gleichzeitig ein Vibrationsmodus, wird das Vibrationskissen, welches mit dem Rauchmelder verbunden ist, aktiviert. So werden auch gehörlose Menschen sicher auf die drohende Gefahr hingewiesen.

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Zertifizierung nach DIN 14604

Um einen hochwertigen und hilfreichen Rauchmelder zu installieren, muss das Gerät nach DIN14604 zertifiziert sein. Diese Zertifizierung wird nur dann erteilt, wenn der Rauchmelder folgende Aspekte erfüllt:

  • Die Einlassöffnungen für Rauch dürfen eine maximale Größe von 1,3 mm. aufweisen, um Schmutzansammlungen zu vermeiden.
  • Es darf Insekten nicht möglich sein, in die Öffnungen einzudringen.
  • Das Gerät muss 30 Tage vor Batterieerschöpfung mit einem Signal auf die schwache Energieladung hinweisen.
  • Es muss ein Testknopf vorhanden sein, mit dem eine Funktionsprüfung vorgenommen werden kann.
  • Der ausgegebene Alarmton im Brandfall muss bei einem Abstand von drei Metern mindestens 85 Dezibel erreichen.

Wo muss der Rauchmelder im Raum installiert werden?

Die Montage der Brandmelder erfolgt an der Decke des Raumes. Beinahe jeder Raum sollte damit ausgestattet werden, eine Ausnahme stellen lediglich Badezimmer und Küche dar. Da im Badezimmer häufig mit Wasserdampf zu rechnen ist und in der Küche mit Dampf durch den Herd, würden zu häufige Fehlalarme ausgelöst. In den Schlafräumen und im Flur, sowie im Kinderzimmer ist ein Rauchmelder jedoch wichtig. Bei der Installation ist es wichtig, einen Abstand von 50 cm. zur Seitenwand einzuhalten. Die ideale Position befindet sich in der Mitte des Raumes, da das Gerät hier am schnellsten auf entstehenden Rauch reagieren kann. Bei der Montage sollten folgende Fehlerquellen vermieden werden:

  • keine offenen Öfen und Kamine in der Nähe
  • Raumtemperatur von über 55 Grad (bei thermischen Meldern)
  • Installation bei einer Deckenhöhe von mehr als 450 cm.
  • kein Abstand zu einem vorhandenen Deckenstrahler bzw. Heißluftgebläse – Montage in direkter Ausgangsnähe zu einer Klimaanlage

Vor- und Nachteile von Rauchmeldern

Die Installation von einem Rauchmelder* ist in den meisten Bundesländern verpflichtend. In vielen Mietwohnungen entscheidet der Vermieter, welches Gerät platziert wird. Können Sie hingegen selbst entscheiden, haben Sie hauptsächlich die Wahl zwischen einem Hitzemelder und einem direkten Rauchmelder. Prinzipiell werden beide Gerätetypen oft zusammen eingesetzt, der Hitzewarnmelder ist lediglich in rauchigen Räumen ein guter Ersatz. Die zuverlässigste Form der Brandmeldung geschieht immer noch durch einen Rauchmelder.

Die Vorteile des Rauchmelders:

  • günstige Anschaffung, schnelle Installation
  • hohe Zuverlässigkeit
  • lange Haltbarkeit, geringer Stromverbrauch
  • gut hörbar auch in weiterer Entfernung

Die Vorteile des Hitzewarnmelders:

  • keine Fehlalarme durch Zigarettenrauch oder Kochdampf
  • reagiert zuverlässig auf eine Erhöhung der Raumtemperatur
  • gut hörbar auch in weiterer Entfernung

Die Nachteile des Rauchmelders:

  • Fehlfunktionen in Räumen mit gewollter Rauchentstehung
  • Die Nachteile des Hitzewarnmelders:
  • funktioniert nur bis zu einer Höhe von 7,5 Metern, danach kühlt der Rauch ab

Fazit: Den bestmöglichen Schutz erhalten Sie, wenn Sie beide Gerätetypen miteinander kombinieren. Es kommen auch immer mehr Kombinationsgeräte auf den Markt, die beide Vorzüge in sich vereinen.