Pflanzen, die schädlich für das Raumklima sind

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Frau hält sich die Hand vor den Mund | Bild: © dacasdo (David Castillo Dominici)/Depositphotos.com

Das Raumklima mit Pflanzen beeinflussen. Lesen Sie hier, welche Pflanzen Sie sich besser nicht ins Haus holen sollten. Wie können Pflanzen die Luft in Ihren Räumen beeinflussen und welche Pflanzen sind schädlich für das Raumklima? Welche schädlichen Einflussfaktoren kann es in Bezug auf Zimmerpflanzen geben?

Was ist gemeint, wenn vom Raumklima die Rede ist?

Das Raumklima beschäftigt uns erst, wenn damit etwas nicht stimmt. Nahezu unbewusst korrigieren wir es mehrmals täglich: Die Fenster werden geöffnet oder geschlossen, die Heizung wird hoch oder runter gedreht. Professionell gesehen ist das Raumklima ein Fachbereich der Betriebshygiene und der Haustechnik. Hier gestalten sich die Maßnahmen für ein gesundes Raumklima um einiges komplexer.

Drei Einflussfaktoren auf das Raumklima

Das Raumklima wird bestimmt durch: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdynamik. Auf alle drei Einflussfaktoren kann man wiederum Einfluss nehmen, zum Beispiel durch Heizungen, Klimaanlagen, Luftbefeuchter, Fenster oder Vorhänge. Auch die Menschen selbst üben Einfluss auf das Raumklima aus, durch die Atmung und ihre Körperwärme.

So solls sein!

Ein optimales Raumklima, zum Beispiel für Büros, ist eine Temperatur von 20/21 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Die Luftdynamik ist schon etwas schwieriger zu ermitteln. Optimal wäre sie bei einem Wert zwischen 0,1 bis 0,15 Meter pro Sekunde. Wer kann das im Alltag überprüfen? Ein guter Gradmesser für die Luftdynamik ist daher: Wenn „die Luft im Raum steht“, unbedingt stoßlüften. Einen permanenten, spürbaren Zug gilt es zu vermeiden.

Der vierte Einflussfaktor

Das Raumklima wird durch einen weiteren Einflussfaktor bestimmt, von der Luftqualität. Diese in jedem Fall zu ermitteln ist sehr schwer. Nicht alle schädlichen Ausdünstungen strömen einen wahrnehmbaren Geruch aus. Bei Materialien des Innenausbaus, bei Inneneinrichtungen, Teppichen und Wandfarben kann es häufig zu schädlichen Ausdünstungen kommen. Einige Verursacher, wie Lösungsmittel, können Sie riechen, andere hingegen, wie Asbest, sind geruchlos für den Menschen.

Luftqualität, die Nase stößt an ihre Grenzen

Auch Zimmerpflanzen beeinflussen die Luftqualität. Die Luftqualität lässt sich nur durch sehr spezifische Messmethoden bestimmen. Hier sind wir überwiegend auf Erfahrungen und Studien angewiesen. Besonders dann, wenn die Ausdünstungen jenseits der menschlichen olfaktorischen Wahrnehmungsfähigkeit liegen. Ob eine Grünpflanze schädliche Stoffe ausdünstet oder im Gegenteil, schädliche Ausdünstungen absorbiert, wird niemand riechen können.

Wie beeinflussen Pflanzen das Raumklima?

Zimmerpflanzen werten einen Raum nicht nur optisch auf. Durch ihre Atmung geben sie Sauerstoff an die Umgebungsluft ab. Außerdem erhöhen sie auch ein wenig die Luftfeuchtigkeit, durch die Verdunstung des Gießwassers über ihr Blattwerk.

Stichwort: Fotosynthese

Ganz kurz erinnert: Die grünen Blätter der Pflanzen verwandeln Kohlendioxid (CO2) mithilfe von Licht und Wasser in Glukose, Stärke und Sauerstoff. Das Chlorophyll, der grüne Farbstoff, sorgt dabei unter anderem für die Aufnahme des Lichts (Strahlungsenergie). Den Sauerstoff geben die Pflanzen an die Außenluft ab. Glukose und Stärke benötigen sie für ihr Wachstum. Es gibt eine Reihe von Pflanzen, die darüber hinaus noch erhebliche Mengen an Schadstoffen (z. B. Formaldehyd oder Benzol) zusammen mit dem CO2 aufnehmen können.

Pflanzen in Innenräumen beeinflussen das Raumklima

Mit Pflanzen in Ihrer Wohnung können Sie Ihr Raumklima auf jeden Fall verbessern. Pflanzen filtern Schadstoffe aus der Luft und verwandeln Kohlendioxid in Sauerstoff. Besonders gute Arbeit leisten, unter vielen anderen Pflanzen, die Grünlilie, der Bogenhanf, Drachenbäume oder die Birkenfeige. Neben der Luftqualität können Pflanzen die Luftfeuchtigkeit etwas erhöhen (durchschnittlich um 5 Prozent). Über die Wurzeln aufgenommenes Wasser wird zu 90 Prozent über die Blätter an die Luft abgegeben. Doch ist dafür jede Zimmerpflanze gleichermaßen geeignet? Gibt es Zimmerpflanzen, die nicht in Innenräumen stehen sollten, weil sie das Raumklima negativ beeinflussen?

Welche Pflanzen sind schädlich für das Raumklima?

Alle Pflanzen mit Blattgrün produzieren Sauerstoff, einige filtern auch noch Schadstoffe aus der Luft. Um es kurz zu machen, Pflanzen sind grundsätzlich nicht schädlich für das Raumklima. Dennoch lohnt sich ein differenzierter Blick auf die Zimmerpflanzenwelt. Es gibt durchaus Situationen, in denen gewisse Arten sehr wohl einen negativen Einfluss auf die Bewohner haben können.

Duftpflanzen

Lavendel
Bündel Lavendel | Bild: © elenathewise (Elena Elisseeva)/Depositphotos.com

Blühende Pflanzen, die einen starken Duft verströmen, sind nicht jedermanns Sache. Haben Sie sich
schon mal im Winter Hyazinthen ins Haus geholt? Wenn sie dann geblüht haben, wie lange hat es gedauert, bis Sie die Töpfe genervt ins Freie gestellt haben? Der starke intensive Duft einiger Pflanzen kann sehr schnell unangenehm werden. Bei manchen Menschen ruft er sogar Kopfschmerzen und Übelkeit hervor. Zimmerpflanzen mit intensivem Duft sind zum Beispiel:

  • Hyazinthen
  • Duftorchideen
  • Gardenien
  • Jasmin
  • Lavendel
  • Porzellanblume

Besonders fürs Schlafzimmer sind blühende, duftende Zimmerpflanzen eher ungeeignet. Auch der Lavendel, der gerade schlaffördernd und beruhigend wirken soll. Gerüche werden im Schlaf wahrgenommen. Für die Verarbeitung dieser Sinnesreize wird der Schlaf oberflächlicher. Es kommt zu vermehrten Traumphasen oder Halbwachzuständen. Manchmal können Gerüche so alarmierend wirken, dass die Betroffenen davon richtig wach werden.

Sauerstoff oder Kohlendioxid?

Wie war das noch mal? Pflanzen verarbeiten mit Lichtenergie Kohlendioxid in Sauerstoff um. Was passiert dann in der Nacht? Genau, Fotosynthese kann nicht stattfinden, weil kein Licht vorhanden ist. Nachts läuft es umgekehrt, die Pflanze nimmt Sauerstoff auf und gibt CO2 ab. Allerdings nur in einem sehr geringen Ausmaß. Tag und Nacht zusammengenommen, überwiegen die Abgabe von Sauerstoff und die Aufnahme von CO2. Wirklich schädlich sind Grünpflanzen im Schlafzimmer erst, wenn man vor lauter Pflanzen das Bett nicht mehr sehen würde. Für Ihr Schlafzimmer kann es dennoch ein guter Tipp sein, sich für Sukkulenten zu entscheiden. Ihr Stoffwechsel (CAM für Crassulacean Acid Metabolism) funktioniert zeitversetzt: CO2 wird in der Nacht aufgenommen und gespeichert, um es am Tag weiterzuverarbeiten.

Krankheiten, Befall und Schimmelpilze

Jede kranke Pflanze, oder Pflanzen mit schimmeliger Blumenerde, geben Schadstoffe in die Luft ab. Diese sind schädlich für das Raumklima. Egal um welche Pflanze es sich handelt. Daher sollten Sie bei Ihren Zimmerpflanzen zwingend darauf achten, sie nach ihren jeweiligen Bedürfnissen zu gießen und zu platzieren. Besonders gefährlich sind Schimmelpilzkulturen. Die Pilzsporen gelangen aus der Blumenerde in die Luft und sind auf Dauer äußerst schädlich für das Raumklima, für die Gesundheit. Wer aus Zeitgründen, oder wegen fehlender grüner Daumen, eine adäquate Pflege nicht gewährleisten kann, sollte seine Pflanzen auf Hydrokultur umstellen. Dies gilt einmal mehr für Pflanzen, die im Schlafzimmer stehen.

Allergien und Allergieauslöser

Für Allergiker*innen gilt: Bevor Sie sich Pflanzen ins Haus holen, informieren Sie sich über die jeweiligen Pflanzenfamilien. In der Regel werden Sie wissen, ob Sie zum Beispiel an einer Allergie gegen Korbblütler oder Wolfsmilchgewächse leiden. Es gibt einige Zimmerpflanzen, die den Ruf haben, Allergien auszulösen. Darunter sind einige der beliebtesten Büro-Pflanzen, wie die Birkenfeige und der Gummibaum. Durch diese Pflanzen kann eine Latexallergie ihren Anfang nehmen. Nicht immer müssen es die Pflanzen selbst sein. Auch der Staub, der sich auf den Blättern sammelt, hat allergenes Potenzial. Mensch und Pflanze profitieren gleichermaßen von einer regelmäßigen Säuberung der Blätter.

Behaglichkeit und Feng-Shui

Feng Shui
Stein mit dem Schriftzug Feng Shui | Bild: © Zerbor (Boris Zerwann)/Depositphotos.com

Wenn auch nicht in der professionellen Definition von „Raumklima“ erwähnt, gehört die gefühlte Behaglichkeit dazu. Das ist ein sehr individueller Faktor. Nicht jeder umgibt sich gern mit Dornen- oder Schlinggewächsen und manch einer verabscheut fleischfressende Pflanzen. Die Harmonielehre Feng-Shui bewertet Zimmerpflanzen mit spitzen Blättern als eher ungünstig für das Raumklima. All diese gefühlsbezogenen, oft unbewussten Abneigungen können ebenfalls schädlich für Ihr Raumklima sein.

Vorsicht Gift

Am Schluss sollten hier noch die giftigen Pflanzen erwähnt werden. Sie schädigen zwar durch ihre Ausdünstungen nicht direkt das Raumklima, können aber bei Berührung oder gar Konsum äußerst schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Besonders bei Kindern und Haustieren. Zu den giftigen, und dennoch beliebten, Zimmerpflanzen gehören unter anderen:

  • Christstern
  • Madagaskarpalme
  • Einblatt
  • Amaryllis
  • Dieffenbachie
  • Alpenveilchen
  • Becherprimel
  • Christusdorn

Alle Pflanzen, die Fotosynthese betreiben, werten das Raumklima auf. Auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt, gibt es dennoch Pflanzen, die schädlich für Ihr persönliches Raumklima sein können. Mit einer gezielten und individuellen Auswahl Ihrer Zimmerpflanzen können Sie noch mehr vom Grün in Ihren Räumen profitieren und unliebsame Nebenwirkungen vermeiden.

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