Schimmel

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Schimmel Nahaufnahme | Bild: © zhuzhu (Natalie Hora)/Depositphotos.com

Schimmel in der Wohnung – unerwünscht und gefährlich

Schimmelpilze sind Teil unseres Lebens und in den meisten Fällen harmlos. Sie übernehmen eine wichtige Funktion im Stoffkreislauf der Natur. Sie sind die ersten, die abgestorbene Bäume und Pflanzenteile zersetzen und so zur Bildung von wertvollem Humus beitragen, auf dem neues Leben wachsen kann. In der Wohnung oder im Haus sind sie jedoch unerwünscht und oft eine Gefahr für die Gesundheit. Was Schimmel genau ist und warum er zu einer Gesundheitsgefahr werden kann, erfahren Sie im folgenden Ratgeber

Was ist Schimmel?

Als Schimmel werden allgemein bestimmte Pilze, die sogenannten Schimmelpilze bezeichnet. Aus biologischer Sicht gehören Schimmelpilze zu den Pflanzen. Sie sind mit Algen und Mikroben verwandt. Typisches Kennzeichen ist das fadenförmige Wachstum. Schimmelpilze bestehen in der Hauptsache aus einem als Myzel bezeichneten unsichtbaren Geflecht, dass sich in Erdboden oder anderen Untergründen ausbreitet. Aus diesem Geflecht heraus wächst der sichtbare Fruchtkörper. Der Fruchtkörper ist das, was allgemein als Pilz bezeichnet wird. Bei einigen Pilzarten beispielsweise Champignons oder Pfifferlingen, sind die Fruchtkörper essbar.

Die Fruchtkörper von Schimmelpilzen sind sehr feine Fäden. Zusammen bilden sie eine flauschige Oberfläche, die je nach Schimmelpilzart unterschiedlich gefärbt sein kann. An den Enden der Fruchtkörper werden Sporen gebildet. Diese Pilzsporen dienen der Verbreitung der Pilze und sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Wie die Kerne von Obst sind Pilzsporen ungeschlechtlich. Das heißt, es gibt keine weiblichen oder männlichen Sporen. Eine einzelne Pilzspore reicht, damit sich der Pilz fortpflanzen kann. Sie werden von den Fruchtkörpern an die

Schimmelwuchs
Schimmelwuchs | Bild: © nikkytok (Nikita Sobolkov)/Depositphotos.com

Luft abgegeben und über diese verbreitet. Pilzsporen sind sehr widerstandsfähig. Sie können mehrere Jahre problemlos überdauern. Sobald die Umgebungsbedingungen günstig sind, beginnt aus Ihnen ein neuer Pilz zu wachsen.

Heute sind etwa 100.000 Schimmelpilzarten bekannt. Es wird geschätzt, dass insgesamt weitere 150.000 Schimmelpilzarten bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht und erfasst worden sind. Von den bekannten Schimmelpilzarten gelten rund 250 als für Tiere und Menschen gefährlich. Diese Schimmelpilze bilden giftige Substanzen, die sogenannten Mykotoxine. Einige Schimmelpilze sind jedoch ungefährlich und sehr nützlich. Sie werden beispielsweise für die Herstellung bestimmter Käsesorten oder Salami eingesetzt. Das erste wirksame Antibiotikum wurde in den 1940er Jahren entdeckt und wird noch heute in zum Teil modifizierter Form mithilfe von Schimmelpilzen, unter anderem den Penicillium Arten, hergestellt.

Warum ist Schimmel in der Wohnung gefährlich?

Schimmel an sich ist nicht gefährlich. Gefährlich für Ihre Gesundheit sind die von Schimmelpilzen gebildeten Gifte, die sogenannten Mykotoxine. Fast jede in einem Haus oder Wohnung vorkommende Schimmelpilzart produzierte eigene Gifte, die zu unterschiedlichen Krankheiten führen können. Mykotoxine sind in der Regel sehr starke Gifte, die von den Sporen getragen werden. Grundsätzlich sollten Schimmelpilze nicht mit bloßen Händen berührt werden. Die Gifte können über die Haut aufgenommen werden. Gefährlicher ist jedoch das Einatmen der Sporen. Mit den Spuren gelangen die Mykotoxine in die Lunge und in den gesamten Körper. Durch die Pilzgifte können unter anderem Asthmaanfälle, starke Reizungen der Atemwege sowie verschiedene Krebserkrankungen und Gelenkbeschwerden ausgelöst werden.

Wann entsteht Schimmel in einer Wohnung?

Schimmelsporen sind überall in der Luft. Wegen ihres geringen Gewichtes sinken sie praktisch nicht von alleine zu Boden. Eine leichte Luftbewegung reicht, um die Sporen über Wochen oder Monate in der Luft schweben zu lassen. Erst wenn sie auf eine Oberfläche gelangen und ideale Voraussetzungen vorfinden, beginnt Schimmel zu wachsen. Schimmel auf Brot ist ein Beispiel hierfür. Frisch gebackenes Brot ist wegen der großen Hitze im Backofen praktisch steril. Alle Bakterien, Pilze und Viren werden durch die Hitze zuverlässig abgetötet. Sobald das Brot abkühlt, gelangen Pilzsporen aus der Luft auf die Oberfläche. Die den Schimmel verursachenden Sporen sind also nicht im Brot vorhanden, sondern gelangen über die Luft auf das Brot und finden dort die idealen Voraussetzungen, um zu wachsen.

Schimmelpilze benötigen drei Voraussetzungen, um wachsen zu können. Die wichtigste Voraussetzung ist Feuchtigkeit. Ohne ein gewisses Maß an Feuchtigkeit kann kein Schimmel wachsen. Die zweite Voraussetzung ist das Vorhandensein organischer Substanzen. Schimmelpilze ernähren sich von unterschiedlichen organischen Materialien, die sie zersetzen. Beispielsweise sind die Cellulose in Holz oder Tapeten, die Stärke in Getreide oder Wolle und Baumwolle ideale Nährböden für Schimmelpilze. Die dritte Voraussetzung ist die richtige Umgebungstemperatur. Schimmelpilze gedeihen bei Temperaturen von etwa 5 Grad Celsius bis ca. 45 Grad Celsius. Diese drei Voraussetzungen finden Schimmelpilze nicht nur auf Brot, sondern an vielen anderen Stellen in den Räumen einer Wohnung und in Häusern.

Wo entsteht Schimmel in einer Wohnung?

Schimmel entsteht in einer Wohnung oder einem Haus immer dann, wenn eine gewisse Menge an Feuchtigkeit vorhanden ist. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit in einem Wohnraum zu hoch ist, kann die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an kühlen Oberflächen, beispielsweise den Außenwänden, kondensieren und an diesen Stellen die Feuchtigkeit erhöhen. Generell sollte die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen 60 % auf Dauer nicht überschreiten. Typische Stellen für die Bildung von Schimmel sind die Fensterlaibungen, die unteren Ecken von Fensterrahmen, die Außenwände hinter Möbeln, die Ecken und Fugen rund um die Dusche oder Badewanne im Badezimmer sowie Wandbereiche mit sogenannten Kältebrücken.

Schimmel am Fenster
Schimmel am Fenster | Bild: © burdun (Ilya Burdun)/Depositphotos.com

Eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit und damit gute Voraussetzung für Schimmelwachstum bieten Küche und Badezimmer. Durch Kochen, Duschen und Baden gelangt sehr viel Feuchtigkeit in die Raumluft. Wichtig ist daher, die Wohnung regelmäßig mehrfach am Tag zu lüften, um überschüssige Feuchtigkeit beispielsweise nach dem Duschen oder nach dem Kochen nach außen abzuführen. Ebenso bieten feuchte Kellerräume, wie sie fast immer in Altbauten vorhanden sind, ideale Voraussetzungen für das Schimmelwachstum. Wenn Sie wissen wollen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohn- und Kellerräumen ist, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem Feuchtigkeitsmesser, einem sogenannten Hygrometer kontinuierlich messen und überprüfen.

Nicht nur eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann die Bildung von Schimmel begünstigen. Auch undichte Verbindungsstellen an Wasser-, Heizungs- und Abwasserrohren, aus denen kontinuierlich Wasser abtropft, können die Schimmelbildung an unsichtbaren Stellen fördern. Beispielsweise unter einem Laminatboden oder sogar unter den Fliesen in der Küche. In diesen Fällen muss nicht nur die Ursache für die Leckagen behoben werden. Auch müssen die betroffenen Bereiche durch Entfernen der verschimmelten Beläge und vollständiges Trocknen der feuchten Wände und Böden saniert werden. Dies kann soweit gehen, dass beispielsweise der Laminatboden in einem Wohnraum aufgrund eines Lecks in einem Heizungsrohr vollständig von Schimmel unterwandert wird. Oft fällt selbst ein so großer Schimmelpilzbefall nur durch den typischen muffigen Geruch auf. Dann muss der komplette Boden von einer Fachfirma entsorgt und ausgetauscht werden.

Schimmel an der Decke
Schimmel an der Decke | Bild: © Bane.m (Branislav Mironja)/Depositphotos.com

Sobald Sie Schimmel entdecken, sollte er grundsätzlich entfernt und die Ursachen behoben werden. Kann sich der Schimmel über einen längeren Zeitraum ungehindert ausbreiten, führt dies nicht nur zu gesundheitlichen Problemen. Längere Zeit unentdeckter Schimmel kann die Bausubstanz erheblich schädigen. Da der größte Teil des Himmels unterhalb der Oberfläche wächst, dringt das Myzel in den Putz, in Verlegeplatten unter dem Fußbodenbelag und gegebenenfalls in das Mauerwerk ein. Auch die Balken der Dachkonstruktion können durch Schimmel beschädigt werden. An den Stellen wo Schimmelpilze auf Holz wachsen, fühlt sich eine weitere Pilzart, der echte Hausschwamm wohl. Dieser zerstört mit seinem Myzel Holz relativ schnell und vor allem irreparabel.

Welche Schimmelarten sind typisch für Wohnungen?

Im Prinzip kann jede Schimmelpilz-Art in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus vorkommen. Die häufigsten 5 Schimmelpilzarten sind:

Schwarzer Schimmel

Schwarzer Schimmel
Schwarzer Schimmel in einer Ecke | Bild: © cegli.o2.pl (Przemyslaw Ceglarek)/Depositphotos.com

Der schwarze Schimmel oder Schwarzschimmel ist der häufigste in Wohnungen und Häusern vorkommende Schimmelpilz. Gleichzeitig ist Schwarzschimmel auch der gefährlichste. Tatsächlich ist Schwarzschimmel keine bestimmte Schimmelart. Er kann durch verschiedene Schimmelarten gebildet werden. Insgesamt sind heute 40 Arten Schimmelpilze bekannt, die den schwarzen Schimmel bilden können. Schwarzschimmel kann Tapeten, verputzte Wänden, Mauern und Fliesenfugen, generell alle Bereiche im Haus mit einer hohen Feuchtigkeit befallen.

Je nachdem, welche Pilzart für den Schwarzschimmel verantwortlich ist, kann die Oberfläche, das heißt der Fruchtkörper pudrig-trocken oder grau und feucht sein. Grundsätzlich gelten alle Schwarzschimmelarten als für den Menschen gefährlich. Die häufig vorkommende Art Aspergillus Niger kann beispielsweise Allergien oder Nierenerkrankungen auslösen. Der Stachybotrys Chartarum ist bekannt dafür, dass er eine Erkrankung mit dem Namen Stachybotryose verursachen kann. Die Symptome der Stachybotryose erinnern an Alzheimer. Eine eindeutige Diagnose ist daher oft schwierig.

Weißer Schimmel

Weißer Schimmel kommt ebenfalls sehr häufig in Wohnungen und Häusern vor. Das Problem ist, dass weißer Schimmel auf hellen Untergründen nur schlecht erkannt werden kann. Dadurch kann er sich häufig ungehindert ausbreiten. Oft wird er erst entdeckt, wenn er sich nach einer längeren Zeit dunkel verfärbt. Wenn noch kein Schimmel erkennbar ist, ist ein modriger Geruch ein erster Hinweis auf einen Schimmelbefall. Ebenso sind bestimmte feuchtigkeitsliebende Kleintiere wie Silberfischchen oder Kellerasseln ein Hinweis auf feuchte Räume, die für das Schimmelwachstum ideal sind. Ein weiteres Problem bei weißem Schimmel ist, dass er oft mit Salzausblühungen am Mauerwerk oder Betonoberflächen verwechselt wird. Weißer Schimmel ist bekannt dafür, dass er die Schleimhäute reizt. Weißer Schimmel kann die Ursache für eine chronische Bronchitis Nasennebenhöhlenentzündungen, häufige Erkältungen, einen starken Hustenreiz bis hin zu Gelenkschmerzen sein.

Roter Schimmel

Roter Schimmel wird auch als Neurospora, roter Brotschimmel oder einfach Bäckerschimmel bezeichnet. Roter Schimmel benötigt für das Wachstum große Mengen Cellulose. Am häufigsten tritt dieser Schimmel auf Getreide und Mehl auf. In Wohnungen sind insbesondere Papiertapeten ein guter Nährboden für diesen Schimmelpilz. Am häufigsten tritt er im Bad und der Küche auf. Der vom roten Schimmel gebildete Belag variiert von trocken bis schleimig und kann unterschiedliche Rottöne aufweisen. Rotschimmel ist bekannt dafür, dass er Lungenerkrankungen wie beispielsweise Asthma hervorrufen kann.

Grüner Schimmel

Grüner Schimmel
Grüner Schimmel | Bild: © HandmadePicture (Christoph Schöne)/Depositphotos.com

Der wissenschaftliche Name des grünen Schimmels ist „Aspergillus Fumigatus“. Grüner Schimmel ist eine der am weitesten verbreiteten Schimmelpilzarten. Die Fruchtstände sind grün gefärbt. Das übrige Myzel ist weiß bis grau. Das Aussehen der Fruchtstände ist meist sehr flauschig. Dieser Schimmelpilz befällt besonders häufig Lebensmittel. Er kann jedoch auch auf feuchten Wänden gut wachsen. Das Gift des grünen Schimmels wird als Gliotoxin bezeichnet. Dieses Pilzgift ist zwar nicht sehr gefährlich, kann jedoch das Immunsystem von Menschen schwächen. Die Sporen befallen das Lungengewebe, sodass Asthma und Allergien ausgelöst werden können. Zudem können sie in hoher Konzentration das Lungengewebe nachhaltig schädigen.

Gelber Schimmel

Gelber Schimmel trägt den lateinischen Namen „Aspergillus flavus“. Er ist ähnlich unauffällig wie weißer Schimmel und wird daher nicht so schnell wahrgenommen wie schwarzer Schimmel. Dabei ist die Farbe nur selten wirklich gelb. Gelber Schimmel ist in der Regel eine mehr Ocker oder Braun. Gelber Schimmel ist in Wohnungen und Häusern seltener als die anderen Schimmelarten. Er bevorzugt Baumwollstoffe und die Bezüge von Polstermöbeln als Standort. Die Oberfläche von gelbem Schimmel variiert von trocken bis schmierig. Das vom gelben Schimmel gebildete Mykotoxin trägt den Namen Aflatoxin. Es gilt als besonders gesundheitsgefährdend. Aflatoxin kann Herzversagen sowie Leberkrebs verursachen.

Schimmel in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe wirklich ernst nehmen. Sobald sich die ersten Flecken an einer Wand zeigen, sollten Sie reagieren und den Schimmel entfernen. Einen kleinen Befall können Sie mit verschiedenen professionellen Schimmelentfernern aus dem Fachhandel und geeigneten Hausmitteln selbst entfernen. Bei einem größeren Befall sollten Sie unbedingt eine Fachfirma mit der Schimmelsanierung beauftragen. Vorbeugen ist in jedem Fall jedoch besser als heilen. Mit einem Hygrometer wissen Sie immer, wie hoch die Feuchtigkeit in Ihren Räumen ist und können gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Schimmelbildung zu verhindern.

In den meisten Fällen hilft regelmäßiges Lüften, um die Luftfeuchtigkeit in ihrer Wohnung soweit zu reduzieren, dass sie für Sie angenehm ist, aber für das Wachstum von Schimmelpilzen nicht ausreicht.


Häufige Fragen zum Thema Schimmel

In Wohnräumen auftretende Schimmelpilze sind grundsätzlich gesundheitsgefährdend. Wenn Menschen über einen längeren Zeitraum einer Belastung mit Schimmelpilzen ausgesetzt sind, können chronische Allergien, Bronchitis und Herz-Kreislauf-Beschwerden die Folge sein. Durch manche Schimmelarten können bestimmte Infektionskrankheiten oder akute Vergiftungen ausgelöst werden. Oft wird eine Erkrankung nicht direkt mit dem Schimmelbefall der Wohnung in Verbindung gebracht, sondern die Ursache woanders gesucht. Bei allergischen Reaktionen gegen Schimmelpilze kommt es zu Migräne, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Zu den allergieauslösenden Schimmelpilzarten gehören Aspergillus, Cladosporium und Alternaria. Diese kommen auch in Wohnräumen vor. Allergien gegen Schimmelpilze treten am häufigsten durch das Einatmen der Sporen auf. Schimmel in Wohnräumen gefährdet insbesondere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, sowie Säuglinge und Kinder.
Schimmel bildet sich an den Stellen, die optimale Lebensbedingungen für den Pilz bieten. Damit Schimmel wachsen kann, benötigt er im Wesentlichen Nährstoffe und Feuchtigkeit. Nährstoffe finden die Pilze in Tapeten, im Putz oder in Teppichen. Ein weiterer Nährboden ist Hausstaub. In den meisten Fällen ist eine zu hohe Feuchtigkeit die Ursache für Schimmel. Dies kann zum Beispiel eine feuchte Stelle an der Wand sein. Diese entsteht in den meisten Fällen durch Kondenswasser („Tauwasser“), also durch den Niederschlag von Wasser aus der Luft. Bei einer dauerhaft hohen relativen Luftfeuchtigkeit (über 60%) findet Schimmel günstige Voraussetzungen zum Wachsen. Dauerhaft feuchte Decken, Wände und Fußböden sowie große Temperaturunterschiede zwischen einzelnen Räumen begünstigen ebenfalls das Pilzwachstum. Schimmel bildet sich auch oft an schlecht belüfteten und schlecht beheizten Stellen in der Wohnung, beispielsweise hinter Fußleisten oder dicht vor Außenwänden stehenden Möbeln.
Tritt der Schimmelbefall großflächig (mehr als ein halber Quadratmeter) auf, müssen auf Schimmelsanierung spezialisierte Fachleute den Pilzen zu Leibe rücken. Nur sie sind mit den erforderlichen Schutzvorkehrungen und Vorschriften vertraut und kennen die möglichen Gefahren im Umgang mit Schimmel. Vor der Entfernung von Schimmel, sollte der Schimmelbefall dokumentiert werden, beispielsweise durch ein Foto mit dem Smartphone. Neben der direkten Beseitigung des Schimmels an der Schadensstelle müssen parallel dazu auch die Ursachen bekämpft werden, sonst tritt das Problem nach kurzer Zeit wieder auf. Kleinerer Schimmelbefall an der Oberfläche kann mit hochprozentigem Alkohol oder mit Haushaltsreinigern wie Essig beseitigt werden. Wenn der Pilz in den Putz gewachsen ist, genügt einfaches Abwischen nicht. In diesem Fall muss der Putz teilweise entfernt werden, insbesondere bei sehr porösem Material.
Bei Schimmelbefall an kleineren Stellen können verschiedene Hausmittel eingesetzt werden. Essig eignet sich gut zur Schimmelbekämpfung. Er ist frei von giftigen Inhaltsstoffen und ungefährlich in der Anwendung. Auf kalkhaltigem Untergrund sollte er jedoch nicht zum Einsatz kommen, weil die Säure hier durch den neutralisiert wird und Essig daher nicht wirksam ist. Bei Verwendung von Essigessenz, die höher konzentriert ist als normaler Essig, sollten Sie sich entsprechend schützen, um Verätzungen vorzubeugen. Alkohol (mindestens 70%) oder Spiritus eignen sich für Flächen, auf denen kein Essig eingesetzt werden kann. Beachten Sie, dass Alkohol brennbar ist. Gegen kleine Schimmelflecken hilft auch Wasserstoffperoxid. Die Hausmittel werden mit einem Schwamm oder Tuch auf die befallenen Oberflächen aufgetragen oder mit einer Sprühflasche aufgebracht. Nach einer halbstündigen Einwirkzeit können Sie die Flächen mit Papiertüchern abwischen. Schützen Sie sich mit Mund- und Augenschutz sowie Handschuhen vor dem Einatmen von Sporen und allergischen Reaktionen der Haut.
Grundsätzlich sind alle in Wohnungen auftretenden Schimmelpilzarten gefährlich für den Menschen. Zu Allergien kann es durch die Schimmelpilzgattungen Aspergillus, Cladosporium und Alternaria kommen. Einige Schimmelpilzarten produzieren auch Giftstoffe, die sogenannten Mykotoxine. Bei den in Innenräumen vorkommenden Pilzen sind dies Arten der Gattungen Aspergillus oder Trichoderma. Die pilzlichen Giftstoffe verbreiten sich in der Luft und können nach dem Einatmen Vergiftungssymptome hervorrufen. Schwere Wahrnehmungsstörungen und starke Müdigkeit kommen ebenfalls vor. Der Grüne Schimmel, „Aspergillus fumigatus“ findet sich nicht nur auf Lebensmitteln, sondern kann auch an feuchten Decken und Wänden vorkommen. Das Gift dieser Schimmelart wirkt immunschwächend. Der Schwarzschimmel ist der gefürchtetste Schimmelpilz in Innenräumen und kann von verschiedenen Schimmelarten gebildet werden. „Aspergillus niger“ kann besipielsweise Allergien, Nierenerkrankungen und schwere Infektionskrankheiten auslösen.
Schimmel in Wohnungen entsteht bei hoher Luftfeuchtigkeit und feuchten Hauswänden. Oft sind bauliche und bauphysikalische Mängel (z.B. Wärmebrücken) oder ein falsches Heizen und Lüften die Ursache. Beim Kochen und Duschen entsteht viele Feuchtigkeit, die bei mangelnder Lüftung an den Wänden kondensiert. Schimmel kann sich insbesondere in der kalten Jahreszeit an den Wänden ausbreiten, wenn die Wohnung unzureichend gedämmt ist oder zu wenig gelüftet wird. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann als kalte Luft, kondensiert die Feuchtigkeit an kalten Wandstellen. Hier finden Schimmelsporen ideale Wachstumsbedingungen. Zur Schimmelbildung im Keller kommt es häufig im Sommer, wenn an warmen Tagen tagsüber gelüftet wird. Die feuchte, warme Luft kühlt im Keller ab und kann dadurch weniger Feuchtigkeit halten. Diese schlägt sich an den Wänden nieder.
Schimmelpilze sind natürliche Bewohner unserer Umwelt und kommen als Zerstörer organischen Materials überall in der Natur vor. Auch in der Luft sind Schimmelpilze immer nachweisbar. Besonders stark belastet ist verrottendes organisches Material wie Laub, Kompost oder Biomüll. Zum Wachsen benötigen Schimmelpilze viel Feuchtigkeit. Bei viel Feuchte in Gebäuden können sich Schimmelpilze an den Wänden ausbreiten. Viel Feuchtigkeit entsteht vor allem beim Kochen, Wäschetrocknen, Duschen oder durch den Betrieb von Aquarien. Wird während dieser Tätigkeiten zu wenig gelüftet, ist die Aufnahmefähigkeit der Luft schnell erschöpft. Besonders bei Gebäuden, die zur Wärmedämmung aufwändig isoliert wurden, wird die hohe Luftfeuchtigkeit schnell zum Problem. An den Wänden kommt es zur Bildung unansehnlicher Schimmelflecken.
Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere können durch Schimmel Gesundheitsschäden erleiden, insbesondere wenn Futtermittel durch Pilzgifte verunreinigt sind. Sowohl das Krebsrisiko als auch das Risiko von Allergien oder asthmatischen Erkrankungen ist bei Schimmelbefall erhöht. Allergische Reaktionen bei Haustieren zeigen sich zu Beginn durch Niesen und wässrigen Nasenausfluss. Im weiteren Verlauf ist die Entwicklung eines chronischen Asthmas möglich. Meerschweinchen, Kaninchen und andere Haustiere, die im engen Kontakt mit Heu leben, sind oft einer Vielzahl an Schimmelsporen ausgesetzt. Bei immungeschwächten Tieren können in sehr seltenen Fällen Schimmelpilzsporen von Aspergillus, Penicillium und Mucor eindringen und systemische Mykosen auslösen. Bei abwehrgeschwächten Tieren können Schimmelpilze der Gattung Mucor den Nasen- und Gesichtsbereich befallen.
Quellen:
Verbraucherzentrale NRW e.V.
http://www.verbraucherzentrale.de
Stiftung Warentest
http://www.test.de

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