Temperatur

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Sparschwein auf einem Heizkörper | Bild: © belchonock (Olga Yastremska)/Depositphotos.com

Die richtige Temperatur für jeden Raum in Haus und Wohnung

Die richtige Raumtemperatur hat ebenso wie die richtige Luftfeuchtigkeit einen großen Einfluss darauf, ob Sie sich wohlfühlen oder nicht. Die optimale Wohlfühltemperatur ist vom persönlichen Empfinden und von der Nutzung der einzelnen Räume in einer Wohnung oder einem Haus abhängig.

Die richtige Temperatur für jeden Raum

Je nachdem, für welchen Zweck und von wem ein Raum in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus benutzt wird, gibt es Empfehlungen für die optimale Zimmertemperatur.

richtig Heizen
Wandthermostat | Bild: © mblach (Mariusz Blach)/Depositphotos.com

Das Schlafzimmer – angenehm kühl aber nicht zu kalt

Je nach Schlafrhythmus verbringen Sie rund ein Drittel des Tages im Schlafzimmer. Das Schlafzimmer ist in der Regel der kühlste Raum in einer Wohnung. Als ideal für einen erholsamen Schlaf gilt eine Temperatur von 16 °C bis 18 °C. Wer kälteempfindlich ist, kann das Schlafzimmer natürlich auch auf 20 °C heizen. Weniger als 14 °C sollte die Temperatur im Schlafzimmer jedoch nicht betragen, da sonst die im Laufe der Nacht an die Raumluft abgegebene Luftfeuchtigkeit an den stark ausgekühlten Wänden kondensieren und zur Bildung von Schimmel führen kann. Damit das Schlafzimmer im Laufe des Tages nicht von den anderen Räumen mit aufgeheizt wird, sollte die Schlafzimmertür geschlossen bleiben.

Die richtige Temperatur in der Küche

Für die Küche gilt allgemein eine Temperatur von 18 °C bis 19 °C als ideale Grundtemperatur. Während des Kochens und beim Backen geben die Geräte sehr viel Wärme an die Luft ab, sodass die Küche innerhalb kurzer Zeit automatisch deutlich wärmer wird. Eine generell auf 20 °C oder 21 °C beheizte Küche würde daher schnell unangenehm warm werden. Das unangenehme Gefühl wird in der Küche zusätzlich durch eine hohe Luftfeuchtigkeit, die beim Kochen entsteht, verstärkt.

Die optimale Temperatur für Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer

Für das Wohnzimmer gilt eine Raumtemperatur von 20 °C bis 21 °C als gemütlich. Da in modernen Wohnungen und Häusern Esszimmer und Wohnzimmer ineinander übergehen und keine separaten Räume mehr sind, hat das Esszimmer automatisch die gleiche Temperatur wie das Wohnzimmer. Für das Arbeitszimmer gilt im Prinzip die gleiche Empfehlung wie für Wohn- und Esszimmer. Insbesondere im Arbeitszimmer sollte die Raumtemperatur jedoch nicht über 24 °C steigen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit ab dieser Temperatur deutlich nachlässt.

Bad und Kinderzimmer – die wärmsten Räume im Haus

Für Badezimmer und Kinderzimmer gilt eine empfohlene Temperatur von rund 23 °C. Die gegenüber anderen Wohnräumen erhöhte Temperatur sorgt dafür, dass sie im Bad nach dem Duschen oder Baden nicht frösteln, sondern sich wohlfühlen. Für Kinderzimmer, in denen Ihre Kinder spielen oder Hausaufgaben machen, sollte die Temperatur ebenfalls etwas höher gewählt werden, da Kinder schneller auskühlen als Erwachsene.

Kellerräume

Kellerräume, die nur als Lagerräume genutzt werden, werden in der Regel nicht beheizt. Die Temperatur beträgt konstant über das ganze Jahr deutlich weniger als 18 °C bis 20 °C. Nur wenn Sie einen Kellerraum, beispielsweise als Hobbyraum oder Hauswirtschaftsraum nutzen, sollten Sie den Raum entsprechend beheizen.

Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit

Nicht nur die Zimmertemperatur spielt für das Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Auch die Luftfeuchtigkeit in einem Raum hat einen entscheidenden Einfluss darauf, ob Sie sich wohlfühlen oder nicht. Als idealer Wert gelten für Wohnräume 50 % relative Luftfeuchtigkeit.

Der sogenannte Humidex zeigt, wie die Temperatur in einem Raum in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit gefühlt wird. Luft, die viel Feuchtigkeit enthält, wird allgemein als schwül und unangenehm warm empfunden. Interessanterweise wird eine Raumtemperatur von 26 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 % als wesentlich kühler erfunden, als eine Temperatur von 24 °C Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 %. Es gibt also einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Luftfeuchtigkeit und der gefühlten Raumtemperatur. Damit Sie sich in Ihren eigenen vier Wänden möglichst wohlfühlen, sollten Sie daher auch immer die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten. Mit einem Hygrometer können Sie die Luftfeuchtigkeit in jedem Raum ganz einfach selbst messen.

Der Einfluss von Farben und Materialien auf die gefühlte Raumtemperatur

Neben der Luftfeuchtigkeit haben die Farben der Wände und Möbel sowie die Materialien des Bodenbelags einen großen Einfluss darauf, wie die Temperatur in einem Raum empfunden wird. Jeder kennt die kühle Atmosphäre in Arztpraxen und Krankenhäusern oder auch Metzgereien, die durch weiße Farbe und helle Wandbeläge verursacht wird. Warme Farben an den Wänden der Wohnung „strahlen“ eine gewisse Wärme aus, die zum Wohlbefinden beiträgt.

Genauso macht der Bodenbelag einen Unterschied, ob ein Raum als warm oder kühl empfunden wird. Diesen Unterschied merken sie, wenn sie sich mit nackten Füßen auf einen Steinboden oder einen Teppichboden stellen. Obwohl beide Bodenbeläge gleich warm sind, wird der Steinboden immer als kälter empfunden. Dies liegt daran, dass der Steinboden Wärme sehr gut leitet, und Ihre Füße dadurch abkühlen. Der Teppichboden isoliert dagegen gut und Ihre Füße bleiben warm. Mit der Wahl der richtigen Wandfarbe und des richtigen Bodenbelags können Sie die Heizung niedriger einstellen und so tatsächlich Heizkosten sparen.

Raumtemperatur messen und anpassen

Ein Thermometer zum Messen der Raumtemperatur gehört in jede Wohnung und jedes Haus. Mit einem Thermometer* können Sie schnell messen, ob ein Raum gut und richtig geheizt oder überheizt wird. Moderne Thermostatventile helfen, die optimale Wohlfühltemperatur für jeden Raum einzustellen. Praktisch sind programmierbare Thermostatventile oder smarte Thermostatventile *, die per Smartphone und App gesteuert werden können. Mit diesen Heizungsventilen können Sie beispielsweise die Temperatur im Badezimmer so programmieren, dass das Bad morgens und abends angenehm warm ist, den Rest des Tages aber nicht unnötig geheizt wird.

Welche Temperatur im Wohnzimmer, Bad oder anderen Räumen für Sie ideal ist, ist natürlich abhängig von Ihrem persönlichen Empfinden. Die genannten Werte sind Richtwerte, die Ihnen helfen können, die optimale Temperatur zu finden und unnötige Heizkosten zu vermeiden.


Häufige Fragen zum Thema Temperatur

Ein ganz entscheidender Faktor für die Frage, welche Temperatur eine Wohnung haben sollte, ist der der Nutzung der jeweiligen Bereiche, beziehungsweise Zimmer. Ein Raum, den Sie kaum nutzen, wie Flur oder Abstellkammer, darf natürlich kühler sein. Auch im Schlafzimmer, in dem Sie sich in der Regel nur nachts aufhalten, sollte nur eine niedrigere Temperatur herrschen. In Räumen wie dem Wohnzimmer und dem Kinderzimmer hingegen, in dem man tagsüber die meiste Zeit verbringt, sind 20 – 23 Grad Celsius ideal. In der Küche wiederum, in der die verschiedenen Geräte wie Herd und Ofen Wärme ausstrahlen und man sich mehr bewegt, sind 18 Grad Celsius ausreichend. Weitere Temperaturangaben finden Sie unter den anderen Fragen.
Das Wohnzimmer gehört zu den Räumen, in denen man sich einerseits am meisten und längsten aufhält und andererseits am wenigsten bewegt. Aus diesen Gründen liegt hier die ideale Temperatur bei 20 – 23 Grad Celsius, wobei die genaue Gradzahl natürlich abhängig ist von Ihrem persönlichen Wohlgefühl, auch Behaglichkeitstemperatur genannt. Ebenfalls eine Rolle spielt, was Sie gerade tragen und ob Sie sich zum Beispiel auf dem Sofa gerne in eine Decke hüllen. Haben Sie Kinder, sollten Sie beachten, dass wenn diese noch im Baby-, beziehungsweise Kleinkindalter sind, Sie die Temperatur höher (also eher auf 23 statt auf 20 Grad Celsius) stellen sollten. Bei älteren Kindern und Jugendlichen ist das nicht mehr nötig.
Wenn Sie duschen, oder ein Bad in der Wanne nehmen, so sollten Sie die Raumtemperatur auf mindestens 22 – 23 Grad Celsius einstellen. Viele Menschen fühlen sich sogar erst bei 24 Grad Celsius wohl, was daran liegt, dass man im Badezimmer eher spärlich, beziehungsweise nur mit einem Handtuch bekleidet ist und vor allem direkt nach dem Verlassen der Dusche dazu neigt, zu frieren. Nach der Benutzung können Sie die Temperatur wieder auf 20 Grad Celsius verringern. In einem Bad, in dem sich lediglich ein WC und Waschbecken befinden, hingegen reicht es, wenn Sie die Heizung so einstellen, dass 16 – 19 Grad Celsius erreicht werden.
Die Temperatur ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So hat Wärme die Eigenschaft, aufzusteigen, so dass es direkt unter der Decke wärmer ist als auf dem Fußboden. Auch wird Ihnen wärmer sein, wenn Sie direkt vor einer eingeschalteten Heizung stehen, beziehungsweise wärmer oder kälter (je nach Außentemperatur), wenn Sie sich am Fenster aufhalten. Deshalb ist es laut den meisten Mietverträgen vorgeschrieben, die Zimmertemperatur in der Mitte des Raumes und dort einen Meter über dem Boden zu messen. Stellen Sie dabei zudem sicher, dass die Temperatur nicht durch ergebnisverfälschende Faktoren – wie zum Beispiel einfallende Sonnenstrahlen – beeinflusst wird.
Wie in Frage 4 bereits beschrieben, erfassen Sie die Temperatur am besten in der Mitte des Raumes in einem Meter Höhe. Wichtig zu wissen ist, dass lediglich die Raumlufttemperatur gemessen wird. Das heißt, dass die Wärmeabgabe von Personen, beziehungsweise technischen Geräten, die sich im Raum befinden, nicht in die Berechnung einfließt. Zur Messung kann man sich daher entweder eines (analogen) Ausdehnungsthermometers oder eines digitalen Thermometers bedienen. Während analoge Thermometer durch einen günstigen Beschaffungspreis und Unabhängigkeit von Batterien punkten, haben ihre digitalen Pendants die Vorteile, dass sie leichter abzulesen und ihre Werte genauer sind.
Nachts, das ist die Zeit zwischen 23 und 6 Uhr, sind 18 Grad Celsius in den meisten Räumen ausreichend. Als Faustregel gilt: In Räumen, in denen gearbeitet oder sich anderweitig tagsüber aufgehalten wird – dazu zählt zum Beispiel das Wohnzimmer – sollte die Temperatur über Nacht um 3 bis maximal 5 Grad Celsius gesenkt werden. Ginge sie noch tiefer, würden die Räume zu sehr auskühlen und das wiederum hätte zur Folge, dass die Heizungsanlage am nächsten Morgen wieder eine sehr hohe Leistung bringen müsste, was sich negativ auf Ihren Geldbeutel und die Umwelt auswirken würde. Laut dem Amtsgericht Köln muss übrigens dafür gesorgt sein, dass nachts eine Mindesttemperatur von 17 Grad Celsius erreicht werden kann.
Auch, wenn Sie aufgrund eines längeren auswärtigen Aufenthaltes nicht in Ihrer Wohnung leben oder Ihre Wohnung nicht vermietet haben, sollten Sie es vermeiden, die Heizung in der kalten Jahreszeit komplett herunterzufahren. Die Folge könnte sonst nämlich sein, dass sich aufgrund aufkommender Feuchtigkeit und erkalteten Wänden Schimmel bildet. Zudem könnten auch die Wasserleitungen Schaden nehmen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie darauf achten, die Heizung so einzustellen, dass zu jeder Zeit mindestens eine Temperatur von 16 Grad Celsius in der Wohnung gegeben ist.
Neben dem, dass Sie die Temperatur wie gehabt manuell am Thermostatkopf verändern können, indem Sie den Knauf nach links oder rechts drehen, gibt es auch die Möglichkeit, programmierbare Thermostate zu verwenden. Gehen Sie beispielsweise immer zur gleichen Zeit aus dem Haus und kommen ebenfalls regelmäßig zur gleichen Zeit wieder, werden diese dann selbständig die Raumtemperatur bei Ihrem Verlassen verringern und beim Zurückkommen erhöhen. Gleiches gilt für die Nachtruhe. Mögen Sie es flexibler und verfügen Sie über ein Smartphone oder Tablet, so haben Sie die Möglichkeit, die Heizung aus der Ferne zu steuern. Entweder, indem Sie die Thermostate gegen solche austauschen, die es ermöglichen, die Heizkörper per App zu regulieren. Oder indem Sie die Heizungsanlage entsprechend umrüsten.
Zu niedrige Temperaturen können zu einer Erkältung führen, zu hohe Temperaturen hingegen Bindehautprobleme, Kopfschmerzen und gereizte Atemwege zur Folge haben. Hinzu kommt, dass Ihr Körper bei der falschen Temperatur viel Kraft für die Wärmeregulierung aufwenden muss, was sich wiederum negativ auf Ihr Wohlbefinden auswirkt. In Wohnräumen wie Wohn- und Kinderzimmer sowie dem Badezimmer sollte die Temperatur bei 20 – 23 Grad Celsius liegen, im Arbeitszimmer bei 20 Grad Celsius, in der Küche und im Flur bei 18 Grad Celsius und im Schlafzimmer bei 17 Grad Celsius. Wichtig für die Gesundheit ist ebenfalls, dass ausreichend stoßgelüftet wird und die Luftfeuchtigkeit bei circa 55 – 65 Prozent liegt.
Quellen:
ARCHmatic - Alfons Oebbeke
http://www.baulinks.de

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