Welchen Einfluss haben Haustiere auf das Raumklima?

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Verschiedene Haustiere | Bild: © lifeonwhite (Eric Philippe Isselée)/Depositphotos.com

Das Zuhause ist ein Ort zum Entspannen und Erholen und wird gerne mit Haustieren geteilt. Im Jahr 2019 lebten unter deutschen Dächern rund 34 Millionen behaarte, beschuppte und gefederte Genossen der unterschiedlichsten Arten. Vielleicht haben Sie auch einen Hund, eine Katze oder ein anderes Haustier und fragen sich, welchen Einfluss Ihr Liebling auf das Raumklima hat. Hier erfahren Sie,
wie sich Luftfeuchtigkeit und Luftqualität durch Haustiere verändern können.

Haustiere und Luftfeuchtigkeit

Hund
Rennender Hund | Bild: © Bigandt (Mikkel Bigandt)/Depositphotos.com

Die Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden beeinflusst die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mensch und Tier. Für ein angenehmes Raumklima gilt eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent als ideal. Der genaue Wert ist dabei immer von der Zimmertemperatur abhängig, denn je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Das Zusammenwirken beider Werte beeinflusst spürbar das Raumklima und damit auch Ihr Wohlbefinden. Ist die Luft zu trocken, trocknen die Augen und die Atemwege aus. Zudem werden bestimmte Keime wie Grippeviren in trockener Luft aktiver. Beide Faktoren begünstigen, dass sich Erkältung und Grippe im Winter schneller ausbreiten können als im Sommer.

Ist die Luft zu feucht, schlägt sich an Fenstern, Wänden und anderen Oberflächen Kondenswasser
nieder und Schimmel kann entstehen. Schimmelpilzbefall schädigt die Struktur des Hauses und ist
für die Gesundheit ebenfalls ungünstig. Schimmel kann verschiedene unspezifische Beschwerden hervorrufen, darunter tränende Augen, Reizungen der Atemwege, Husten, Niesen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Vor allem für Menschen mit Immunschwäche ist es gefährlich, in einer
verschimmelten Wohnung zu leben. Aber auch gesunde Menschen sollten das Raumklima so beeinflussen, dass Schimmel sich nicht ausbreiten kann.

Katze
Liegende Katze | Bild: © lShebeko (Maksim Shebeko)/Depositphotos.com

Ohne Feuchtigkeit geht es also nicht – nur muss ein gesundes Mittel zwischen trocken und feucht eingehalten werden, damit das Raumklima angenehm ist. Luft enthält übrigens immer Feuchtigkeit. Wie hoch der Feuchtigkeitsanteil ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen die
Größe der Wohnung/des Hauses, die Anzahl der menschlichen und tierischen Bewohner, die Lüftungs- und Heizungsgewohnheiten, Ihr alltägliches Verhalten und die Isolierung des Gebäudes. Durch Kochen, Duschen und Baden gelangt täglich Feuchtigkeit in die Luft. Aber auch beim Atmen geben Sie Feuchtigkeit in die Umgebung ab. Für Haustiere gilt das ebenso. In der Regel gibt ein Hund, eine Katze, ein Ziervogel oder Kleintiere wie Meerschweinchen, Hamster oder Hasen durch die Atmung nur wenig Feuchtigkeit ab. Bei einer geringen Zahl an Haustieren ist der Einfluss auf das Raumklima entsprechend zu vernachlässigen. Bei einem Terrarium oder Aquarium kann durch Verdunstung mehr Feuchtigkeit in die Raumluft gelangen, wenn das Vivarium nicht dicht schließt oder offen steht. Auch Wassernäpfe, ungesäuberte Gehege und insbesondere Urin- und Kotwannen können zusätzliche Feuchtigkeit abgeben und das Raumklima negativ beeinflussen.

Vor allem dann, wenn mehrere Haustiere auf wenigen Quadratmetern gehalten werden, zeigt sich dieser Effekt deutlich. Tierzimmer mit mehreren Meerschweinchen oder Hasen, einem großen Aquarium oder mehr als einem Terrarium neigen dazu, ein anderes Raumklima zu haben, als der Rest der Wohnung. Denn halten sich mehrere Tiere ständig in einem Raum auf, geben sie spürbar Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Durch regelmäßiges Lüften und Heizen kann die Feuchtigkeit gesenkt und das Raumklima verbessert werden. Ein gutes Raumklima beugt Krankheiten bei den Haustieren vor und verhindert, dass sich an den Fenstern und kältesten Wänden Schimmel bildet. Ob die Raumluft zu feucht ist, erkennen Sie mit einem einfachen Hygrometer.

Luftqualität und Haustiere

Nicht nur die Leuchtfeuchtigkeit, sondern auch die Luftqualität kann durch Haustiere verändert werden. Reine Luft ist am gesündesten, doch im Alltag kommen die meisten Menschen mit vielen Stoffen in Kontakt, die bei hoher Konzentration ungesund wären. Sowohl die Luft im Freien wie auch die Luft in den eigenen vier Wänden kann durch bestimmte Stoffe verschmutzt sein. Vor allem die urbane Infrastruktur, der Verkehr, die Industrie aber auch die Landwirtschaft können die Luft negativ beeinflussen. Deshalb wird die Luftqualität vielerorts täglich gemessen, wahrscheinlich auch in Ihrer Stadt.

Bei jedem Spaziergang kann Ihr Hund Allergene wie Pollen, Schadstoffe, Schimmelpilze oder Schmutz aufnehmen und im Fell zurück mit nach Hause bringen. Daheim können solche Stoffe die Luftqualität verschlechtern und zum Auslöser für Allergien werden. Die häufigsten Symptome einer Tierallergie
sind Atemwegsbeschwerden (Niesen, gerötete, geschwollene, tränende Augen usw.) und Asthma. Gelegentlich können auch Hauterkrankungen wie Ekzeme entstehen. Viele Menschen haben eine milde allergische Reaktionen, andere können lebensbedrohliche Komplikationen erleiden. Auch Läuse, Milben, Flöhe und Zecken können durch den Hund ins Haus eingeschleppt werden.

Meerschweinchen
Meerschweinchen | Bild: © alefbet (Alevtina Zibareva)/Depositphotos.com

Aber auch Haustiere ohne Freigang bergen ein allergisches Potenzial. So kann ein bestimmtes Eiweiß, das in Hautschuppen, Kot, Urin, Speichel und Schweiß einer Katze vorkommt und in Katzenhaushalten durch die Luft schwebt, eine Katzenallergie auslösen. Vor allem unkastrierte Kater produzieren nahezu die doppelte Menge davon wie kastrierte und weibliche Artgenossen. Nicht nur Katzen und Hunde, sondern auch Vögel und Kleintiere, wie Meerschweinchen, Hamster und Hasen, können eine solche Tierallergie auslösen. Die an abgestorbenen Hautschuppen haftenden Allergene schweben einfach durch die Luft und können jederzeit von Ihnen und Ihren Familienmitgliedern eingeatmet werden. Eine Tierallergie kann auch spontan im Erwachsenenalter auftreten. Deshalb sollte die Luftqualität daheim grundsätzlich so gut wie möglich sein.

Generell gelangen bei Haustieren mit langem, dickem und glattem Fell mehr Hautschuppen in die Luft. Bei Haustieren mit kurzen Haaren ist es oft weniger. Am idealsten für die Luftqualität sind Haustiere mit lockigem Fell. Denn die Locken verhindern, dass Hautschuppen sich ablösen und in die Luft gelangen können. Abgestorbene Hautschuppen werden bei lockigem Fell erst mit dem Bürsten entfernt.

Auch Betten, Polstermöbel und Teppiche sind ein Reservoir für Allergene, Hautschuppen, Milben,
Staub und Tierhaare. Vieles von dem, was sich in den Tiefen der Möbel ansammelt, kann bei Benutzung aufgewirbelt werden, in die Luft gelangen und dem Raumklima schaden. Deshalb gilt es, nicht nur das Haustier und seine unmittelbare Umgebung, wie die Schlaf- und Liegeplätze, sauber zu halten,
sondern den gesamten Wohnbereich.

Tipps für ein besseres Raumklima mit Haustieren

Wenn Sie das Raumklima verbessern möchten, gibt es einige hilfreiche Tipps, die das Zusammenleben mit Ihrem Haustier erleichtern:

  • Halten Sie Katzentoiletten/Kaninchentoiletten/Urin- und Kotwannen fern von Lüftungsschlitzen und Heizungen. So gelangen weniger Feuchtigkeit und Staub oder andere Stoffe in die Luft.
  • Stellen Sie Futter- und Wassernäpfe nicht in die Nähe von Heizungen, Lüftungsschlitzen und Fenstern.
  • Bürsten Sie Ihr Haustier im Freien, um die Ausbreitung von abgestorbenen Hautschuppen und im Fell anhaftenden Allergenen in Innenräumen zu verringern.
  • Reinigen Sie regelmäßig Oberflächen wie Böden und Wände trocken und feucht, damit sich Staub, Schuppen und Schimmel nicht ansammeln können. Die Verwendung eines HEPA-Filters für den Staubsauger wird dringend empfohlen.
  • Waschen Sie regelmäßig alle Textilien und Oberflächen, auf denen Ihr Hund, Ihre Katze oder ein anderes Haustier Zeit verbringt (vor allem alle Schlaf- und Liegeplätze). Auch Stofftiere und anderes Spielzeug sollten regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden.
  • Lassen Sie Polsterwaren (Matratze, Couch, andere Polstermöbel) und Teppiche regelmäßig reinigen.
  • Lassen Sie Ihr Haustier nicht mit im Bett oder Schlafzimmer schlafen. So atmen Sie beim Schlafen weniger Allergene sowie Staub, Schuppen und Haare ein.
  • Benutzen Sie Kissen-, Decken- und Matratzenbezüge, die Allergenpartikel abhalten (sogenannte Allergikerbezüge). Dadurch bleiben Ihre Bettwaren länger frisch.
  • Waschen Sie sich stets die Hände und das Gesicht, nachdem Sie mit Ihrem Haustier gespielt oder gekuschelt haben. So gelangen weniger Allergene und Keime an die Schleimhäute.
  • Lüften und Heizen Sie regelmäßig. Auch im Tierzimmer sollte es nie unter 16 Grad warm sein.
  • Verringern Sie die unbeaufsichtigte Zeit, die Ihr Haustier im Freien verbringt. Hunde- beziehungsweise Katzenklappen und Außengehege bieten zwar eine Bereicherung für Hund, Katze, Hasen, Meerschweinchen und Co.. Halten sich Tiere unbeaufsichtigt draußen auf, können sie jedoch verstärkt Allergene, Keime und Schmutz aufnehmen und nach drinnen tragen.
  • Geben Sie Ihren Haustieren ab und an ein Bad. Bei der Fellreinigung werden aufgesammelte Allergene, abgestorbene Hautschuppen oder auch Parasiten entfernt.
  • Verwenden Sie elektrische Luftreiniger zumindest in Räumen, in denen Sie sich viel aufhalten. Luftreiniger filtern Allergene, Pollen und Hausstaub aus der Raumluft heraus und verbessern das Raumklima.
  • Installieren Sie einen Luftaustauscher, um eine gleichmäßige Frischluftversorgung in Ihrem Haus zu gewährleisten.

Fazit

Gutes Raumklima oder Haustiere – diese Entscheidung muss zum Glück niemand treffen. Zwar haben Haustiere unter bestimmten Bedingungen einen Einfluss auf das Raumklima, aber Sie können aktiv etwas dafür tun, um das Raumklima zu verbessern.

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