Wie Beeinflusst Rauchen das Raumklima?

Veröffentlicht: | Aktualisiert:
Lesedauer: ca. 2 Minuten
Brennende Zigarette im Aschenbecher | Bild: © Nomadsoul1 (Sergiy Tryapitsyn)/Depositphotos.com

Während der Raucher die kürzlich genossene Zigarette in seiner Wohnung nicht riecht, rümpft der Nichtraucher die Nase und fühlt sich in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt. Neben dem unangenehmen Geruch müssen Sie wissen, dass Rauch nicht nur den Zimmergeruch, sondern das gesamte Raumklima negativ beeinflusst. In einer Raucherwohnung ist es meist stickig und gefühlt wärmer als in einer Wohnung, in der nicht geraucht wird. Obendrein steigt der kalte Rauch in die Nase von Menschen, die sich außerhalb des Suchtspielraums befinden. Was können Sie tun und wie können Sie trotz gelegentlichem Rauchen in der Wohnung für ein angenehmes Klima sorgen?

Zigarettenrauch und seine Wirkung auf die Raumluft

Dass die Zigarette für einen wahrnehmbaren und nicht von der Hand zu weisenden Geruch in Zimmern sorgt, ist selbst starken Rauchern bekannt. Doch weniger bekannt ist die Tatsache, dass Zigarettenrauch für eine Trocknung der Luft und für ein ungesundes Raumklima sorgt. Der Sauerstoffgehalt verringert sich, während sich der Anteil an Feinstaub in der Raumluft erhöht und für Husten- und Niesreiz sorgt. Die meisten Raucher schnarchen während der Nachtruhe, was unter Anderem an der geringeren Luftfeuchtigkeit und der Minderung des Sauerstoffs liegt. Hinzu kommt der penetrante Geruch, den nicht nur Nichtraucher beim Betreten eines Hauses oder einer Wohnung von Rauchern wahrnehmen. Selbst Raucher riechen, ob in einem Haus kürzlich geraucht wurde oder ob die Luft in den Räumen rein und angenehm ist.

Der Rauchgeruch ist nur eine Problematik

Wie bereits im vorangehenden Absatz angeschnitten, ist der typische Geruch von Zigarettenrauch nur eine der zahlreichen Auswirkungen auf das Raumklima. Der Geruch lässt sich kaum übertünchen und verschlimmert sich eher, wenn Sie mit Duftstoffen vorgehen oder denken, dass Sie mit speziellen Anti-Nikotin-Kerzen eine Wirkung erzielen. Um für saubere und angenehme Luft zu sorgen, sollten Sie als Raucher besonders sorgfältig lüften und nicht davon ausgehen, dass ein gekipptes Fenster den gewünschten Effekt erzielt. Die brennende Zigarette verschlingt Sauerstoff und verhält sich nicht anders als ein Ofen, der ohne interne Belüftung ebenfalls zur einer Abnahme des Sauerstoffgehalts in der Luft führt. Gleichzeitig kommt es zu der typischen, von Nichtrauchern als unangenehm befundenen Geruchsentwicklung. Vor allem der kalte Rauch, der aus nicht gereinigten Aschenbechern aufsteigt und ein Zimmer dominiert, sorgt für eine spürbare Veränderung des Raumklimas. Die Luft wirkt stickig, die Nase trocknet aus und sehr sensible Menschen entwickeln einen starken Niesreiz oder ein Halskratzen.

Doch besser auf dem Balkon oder draußen rauchen?

Balkon
Moderner Balkon mit Pflanzen | Bild: © iriana88w (Iriana Shiyan)/Depositphotos.com

Wer die Möglichkeit hat, sollte seiner Sucht auf dem Balkon oder auf der Terrasse frönen. Dies
gilt vor allem für die kalte Jahreszeit, in der sich der Rauch durch die höheren Raumtemperaturen und die meist geschlossenen Fenster noch schneller verbreitet. Natürlich möchte sich ein Raucher nicht nach Draußen beordern lassen. Doch perspektivisch betrachtet ist das die einzig richtige Maßnahme, wenn Sie Ihr Raumklima nicht beeinträchtigen möchten. Auch als starker Raucher fühlen Sie sich in einem rauchfreien Raum wohler und genießen die frische Luft, den hohen Sauerstoffgehalt und das darauf basierende in der Gesamtheit angenehmere Klima in Ihrem Zuhause. Zugunsten Ihrer Mitbewohner und Ihrer Gesundheit sollten Sie so oft wie möglich auf die Zigarette im geschlossenen Raum verzichten und sich wirklich an die frische Luft begeben.

Warum sich Nichtraucher in Raucherwohnungen oft unwohl fühlen

Als Raucher nehmen Sie die Folgen des Zigarettenkonsums im Haus oder in der Wohnung nicht oder nur marginal wahr. Anders verhält es sich, wenn Sie selbst nicht rauchen und eine Raucherwohnung betreten. Bereits beim Überqueren der Türschwelle spüren Sie den Geruch, der in Verbindung mit stickiger Luft für eine unangenehme Erfahrung sorgt. Es hat einen Grund, warum Nichtraucher eher selten und wenn, dann nicht lange, bei Rauchern zu Besuch sind und eine gesellige Runde in ausgelassener Stimmung genießen. Wer selbst nicht raucht, empfindet die Veränderung des Raumklimas viel stärker und reagiert auf die Schadstoffe in der Luft mit Atemproblemen und Hustenreiz. Je kleiner und wärmer ein Raum ist, umso stärker beeinflusst der Zigarettenrauch das Klima.

Rauchgeruch wird von Rauchern selbst meist nicht wahrgenommen

Als Raucher wundern Sie sich, warum Ihre nicht rauchenden Freunde am liebsten im Sommer zu Ihnen kommen und einen Aufenthalt im Garten vorziehen. Für jemanden, der selbst nicht raucht, ist die Veränderung des Raumklimas sehr deutlich spürbar. Als Raucher werden Sie, vor allem wenn es sich
um die Ihnen vertrauten Zimmer handelt, eher selten ein unangenehmes Raumklima feststellen. Ausgenommen sind Gelegenheitsraucher, die im Regelfall draußen und nicht in ihrem Zuhause rauchen. Wenn Sie nur selten zur Zigarette greifen, sind Ihre sensorischen Fähigkeiten zur
Geruchswahrnehmung deutlich stärker ausgeprägt als bei starken Rauchern. Wenn Sie eine Zigarette konsumieren, den Raum anschließend verlassen und nach einer halben Stunde zurückkehren, werden Sie die Luftveränderung feststellen. Sie riechen den unangenehmen Geruch und finden, dass das Raumklima stickig ist. Ganz automatisch öffnen Sie ein Fenster und hoffen, dass der Qualm abzieht und durch frische Luft von draußen ersetzt wird.

Wirkt sich Rauch auf den Sauerstoffgehalt in der Luft aus?

Beim Verbrennen von Tabak entsteht Kohlenmonoxid. Fernab der Tatsache, dass Kohlenmonoxid in höherer Dosis tödlich ist, beeinflusst die Entwicklung des Schadstoffs den Sauerstoffgehalt im Raum. In Raucherwohnungen ist die Luft nicht nur aufgrund des Rauchgeruchs, sondern vor allem durch den verminderten Sauerstoffgehalt stickig. Die Luft fühlt sich kühler und feuchter an, obwohl sie eher trocken und meist auch wärmer ist. Das Raumklima durchlebt eine deutliche Veränderung und kann Ihrer Gesundheit nachhaltigen Schaden zufügen. Wenn Sie zu wenig Sauerstoff einatmen, reagiert Ihr Körper mit Müdigkeit und einem Schwindelgefühl. Die Versetzung der Luft mit Kohlenmonoxid führt dazu, dass Sie häufiger unter Kopfschmerzen leiden und sich schwächer fühlen. Nur wenn Sie ausreichend lüften und die verbrauchte, mit Rauch versetzte Luft durch sauerstoffreiche Frischluft ersetzen, können Sie sich auch in einer Raucherwohnung über ein angenehmes Raumklima freuen und das Risiko von Schadstoffen in der Zimmerluft deutlich senken.

Fenster öffnen oder Klimaanlage? Das sind die Fakten!

Fenster öffnen
Gekipptes Fenster | Bild: © Dualshock (Ruslan Solntsev)/Depositphotos.com

In vielen Neubauten gehört die Klimaanlage zur Grundausstattung. Sicherlich ist es angenehm, die Temperierung der Räume durch eine Klimaanlage zu steuern und im Sommer kühle, sowie im Winter warme Luft im ganzen Raum zu verteilen. Doch gegen die rauchbedingte Raumklimaveränderung kann eine Klimaanlage nichts ausrichten. Hier hilft nur Frischluft, für die Sie ein oder mehrere Fenster öffnen und den Luftaustausch über die Stoßlüftung vornehmen müssen. Moderne Klimaanlagen
enthalten einen Filter, der verbrauchte Luft in geruchlose und augenscheinlich frische Luft umwandelt. Doch den gravierenden Folgen des Zigarettenkonsums kann selbst die stärkste Klimaanlage nichts entgegen setzen. Wenn Sie sich das Rauchen in Ihrer Wohnung nicht verbieten, sollten Sie strikt darauf achten, dass Sie entweder direkt am geöffneten Fenster rauchen oder aber regelmäßig und ausgiebig lüften. Wenn Sie sich primär auf die Klimaanlage verlassen, leben Sie in einem stickigen Raum, ohne dass Sie die Problematik mit dem Raumklima selbst mitbekommen. Erst Ihre Besucher werden Sie darauf aufmerksam machen und hinweisen, dass es in Ihrem Haus oder in der Wohnung nach Rauch riecht und dass „dicke Luft“ herrscht.

Helfen Duftstoffe und Duftkerzen?

Duftkerzen
Brennende Duftkerzen | Bild: © tashka2000 (Tetiana Vitsenko)/Depositphotos.com

Im Handel gibt es eine ganze Bandbreite an Duftprodukten, die gegen ein schlechtes Raumklima helfen und zum Beispiel den Geruch und die Schadstoffe von Tabak umwandeln sollen. Die Realität sagt etwas Anders. Sie können mit einer Duftkerze* oder dem Duft aus der Steckdose zwar eine Übertünchung erzielen, doch eine Verbesserung des Raumklimas bleibt aus. Für viele Menschen ergibt sich aus der Kombination von Rauch und künstlichen Duftstoffen ein Gemenge, das Kopfschmerzen verursacht und das Unwohlsein steigert. Um Ihr Raumklima zu erfrischen und den Geruch nach Zigaretten aus den Innenräumen zu vertreiben, sind Duftkerzen und anderweitige Duftprodukte keine Lösung. Nur wenn Sie regelmäßig lüften und sich zusätzlich auf einen Duft berufen, werden Sie das Ensemble angenehm empfinden und selbst nicht rauchende Gäste in einem wohltuenden Ambiente empfangen. Es gibt keine Kerze, die Schadstoffe aus Tabakrauch umwandelt oder gar unschädlich macht. Das Konzept von Raumdüften basiert lediglich darauf, vorhandene Gerüche durch Übertünchung abzuschwächen

Tipp für Raucher: Pflanzen sorgen für ein besseres Raumklima

Grünpflanzen sind dafür bekannt, den Sauerstoffgehalt in der Luft zu erhöhen und für ein reines Raumklima zu sorgen. Als Raucher sollten Sie den Pflanzen in Ihren Zimmern besondere Aufmerksamkeit schenken. Die Zimmerlilie und die Monstera, Efeu und andere Grünpflanzen mit großen Blättern
nehmen besonders viele Schadstoffe auf und vermindern obendrein die Feinstaubentwicklung in Ihren Räumen. Wie auch bei allen anderen Tipps sollten Sie hier bedenken, dass keine Pflanze die
Schadstoffe vollständig aus der Luft filtert und das Lüften unwichtig macht. In Kombination mit Stoßlüftungen zu jeder Jahreszeit sind Pflanzen aber durchaus hilfreich und sorgen dafür, dass
sich kein kalter Rauch in den Räumen sammelt und Ihr Raumklima unangenehm beeinflusst.

Wie wirkt Rauch auf die Luft?

Beim Verbrennen einer Zigarette bildet sich Glut, die die Umgebungsluft erwärmt und die
Feuchtigkeit im näheren Umkreis mindert. Auch wenn es sich augenscheinlich um eine kleine und kaum beachtenswerte Begleiterscheinung handelt, müssen Sie bedenken, dass dieser Vorgang mit jeder gerauchten Zigarette wiederholt wird. Hinzu kommt das Kohlenmonoxid, das bei der Verbrennung des Tabaks entsteht und für eine Minderung des Sauerstoffes in der Luft sorgt. Der Geruch ist eine
weitere Einschränkung, mit der Sie in einer Raucherwohnung leben und gegen den Sie vorgehen müssen. Für einen Nichtraucher riecht die Luft in Ihrem Haus unangenehm. Es stellen sich Atemprobleme sowie tränende Augen und Halskratzen ein. Bei sehr empfindlichen Menschen kann die sauerstoffarme Luft zu Schwindelgefühlen führen und das Wohlbefinden allgemein einschränken. Im Volksmund ist von abgestandener Luft die Rede. In Wirklichkeit handelt es sich um eine gravierende Veränderung des Raumklimas, das sowohl den Geruch, die Luft selbst und die Staubentwicklung betrifft.

Warum nehmen Raucher die Raumklimaveränderung erst nach einem Spaziergang wahr?

Als Raucher ist Ihnen der Geruch in Ihrer Wohnung vertraut. Sie empfinden auch keine Einschränkung durch die Minderung des Sauerstoffs. Was Ihnen während dem Aufenthalt in der Wohnung normal erscheint, ändert sich, sobald Sie für kurze Zeit an der frischen Luft waren. Nach einem Spaziergang, bei dem Sie nicht rauchen und die Außenluft einatmen, wird Ihnen schnell auffallen, dass das Raumklima bei Ihnen Zuhause nicht gut ist. Wenn Sie allerdings im Raum verbleiben und keine Luftveränderung haben, fällt Ihnen der gleiche und bereits vorhandene Missstand nicht auf. Warum ist das so? Fakt ist, dass Rauchen Ihren Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt. Des Weiteren ist Ihnen der Geruch in Ihrer eigenen Wohnung vertraut, so dass Sie ihn nicht als unangenehm oder abstellungswert empfinden. Auch die konstante Luftfeuchte, die in Raucherwohnungen meist unter dem Normalwert liegt, ist Ihnen vertraut und damit kein Anlass zur Besorgnis. Haben Sie sich länger an der frischen Luft aufgehalten oder waren gar mehrere Tage von Ihrem Haushalt abwesend, werden Sie das Raumklima völlig neu erleben und aus einer anderen Perspektive wahrnehmen. Auf einmal merken Sie, dass die Luft sprichwörtlich dick ist und dass sich der Rauchgeruch bereits beim Betreten des Hauses präsentiert. Sie können dieses Problem umschiffen, in dem Sie entweder mit dem Rauchen aufhören, Zigaretten nur auf dem Balkon anzünden oder mindestens so oft lüften, dass sich das Raumklima kontinuierlich normalisiert.

Fazit: Wer drinnen raucht, sollte das Raumklima im Auge behalten

Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit? Riecht es nach Rauch? Wie hoch ist der Sauerstoffgehalt im Raum
und haben sich durch den Tabakkonsum unangenehme Begleiterscheinungen ergeben? Sie wissen es nicht, wenn Sie selbst Raucher und dementsprechend mit den Gerüchen und Auswirkungen auf das Raumklima vertraut sind. Wenn Sie auf die Zigarette im Haus nicht verzichten möchten, öffnen Sie bereits
beim Konsum das Fenster. Ihre Wohntextilien sollten Sie regelmäßig reinigen, denn Rauch und
weitere Geruchsmoleküle ziehen in Stoffe ein und bleiben dort haften. Ein stickiges Raumklima in Raucherwohnungen ist oftmals die Folge aus verschiedenen Nachlässigkeiten, denen Sie frönen und
mit deren Abstellung Sie für frische Luft in Ihren Räumen sorgen. Waschen Sie Decken und Kissen
häufiger als ein Nichtraucher. Lüften Sie regelmäßig und gehen nicht davon aus, dass ein
gekipptes Fenster für frische Luft sorgt. Lassen Sie ausgedrückte Zigaretten im Aschenbecher nie
über einen längeren Zeitraum stehen, da diese einen besonders intensiven Geruch verströmen.
Prüfen Sie mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit, die in Raucherwohnungen oftmals niedriger als
in Nichtraucherhaushalten ist. Gehen Sie – so oft und so regelmäßig wie möglich – zum Rauchen am
besten nach Draußen oder geben Ihr Laster auf.

Schreibe einen Kommentar

Mit * markierte Felder sind Pfichtfelder