Wie entsteht Schimmel?

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Schimmelwachstum | Bild: © graphicphoto (Annette Shaff)/Depositphotos.com

Wie entsteht Schimmel im Wohnraum und was sind die Ursachen? Schimmelpilze sind relativ anspruchslos und breiten sich bei optimalen Bedingungen sehr schnell aus. Häufige Ursachen sind eine schlechte Durchlüftung und bauliche Mängel. Sehr häufig bildet sich Schimmel in Bad, Küche, im Keller, an Wänden und an Fenstern. Es gibt aber sehr wirkungsvolle Maßnahmen, um der Schimmelbildung vorzubeugen. Bei großflächigen Schimmelbefall sollte am besten ein Experte für die Entfernung konsultiert werden.

Die Ursachen für die Entstehung von Schimmel

Schimmel braucht vor allem Nährstoffe und Feuchtigkeit, um zu wachsen. Weitere, weniger wichtige Faktoren sind die Temperatur und der pH-Wert. Sehr häufige Ursachen für die Entstehung von Schimmel sind eine nicht ausreichende Lüftung bzw. Beheizung oder bauliche Mängel.

Das wichtigste Kriterium ist die Feuchtigkeit und damit ist nicht allein die relative Luftfeuchte
gemeint. Auch direkt an der Oberfläche der Wand kann ein erhöhter Feuchtegehalt herrschen. Entscheidende Parameter sind die Temperatur der Wand, der Abstand zu einem Möbelstück und natürlich auch die Feuchtigkeit der Raumluft. Eine sehr häufige Ursache für Schimmel ist Kondenswasser, das an kalten Flächen haftet. Wenn sich warme Luft abkühlt, dann wird Wasserdampf flüssig gerade im Winter kann sich dieser bei hohen Temperaturunterschieden an der Wand absetzen.

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Eine weitere häufige Ursache ist eine direkte Durchfeuchtung bei undichten Dächern oder Rissen. Gerade im Keller wird ein Leck in der Leitung schnell mal übersehen.

Optimale Bedingungen für die Bildung von Schimmel

Entscheidend sind die Feuchtigkeit, das Nährstoffangebot und auch die Temperatur. Optimal ist eine dauerhaft hohe Oberflächenfeuchtigkeit von mehr als 80% und eine relative Luftfeuchtigkeit von über 65%. Wenn die Temperatur zusätzlich zwischen 15 und 30°C liegt, dann herrschen nahezu perfekte Bedingungen vor, da Schimmel relativ anspruchslos ist. Sm liebsten mögen Schimmelpilze einen pH-Wert zwischen 3 und 9. Eine schlechte Luftzirkulation und Wärmedämmung können wie ein Katalysator die Bildung von Schimmel beschleunigen.

Schimmel kann sich auf einer Vielzahl von Materialien bilden. Einen idealen Nährboden bieten dabei folgende:

  • Gips
  • Beton und Zement-Kunstfoff
  • Holz
  • Farbe und -(Raufaser-)Tapete

Wo tritt der Schimmel in Wohnungen häufig auf und warum?

Im Wohnraum tritt Schimmel vor allem an den folgenden Stellen auf:

  • Küche und Bad
  • Schlafzimmer
  • an kalten Wände
  • im Keller
  • in der nähe von einem Fenster

Schimmel in Küche und Bad

Bei alltäglichen Tätigkeiten wie Baden, Duschen oder Koche entsteht natürlich auch eine Menge Feuchtigkeit. Abhängig von Sanierung und Bauart kann die Luftfeuchte vielleicht nicht ausreichend nach außen hin diffundieren. Sehr wichtig ist eine regelmäßige und ausreichende Lüftung, um der Schimmelwirkung entgegenzuwirken. Duschvorhänge sollten regelmäßig gereinigt werden.

Schimmel im Schlafzimmer

Schlafräume haben oft eine deutlich niedrigere Temperatur als die restliche Wohnung. Wenn die Temperatur zum Beispiel unter 16°C liegt, dann bildet sich mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit Kondenswasser, das sich an den Oberflächen absetzt. Wenn in Kombination dazu beim Öffnen der Tür wärmere und feuchtere Luft ins Schlafzimmer gelangt, so steigt das Risiko für die Schimmelbildung. Eine regelmäßige Durchlüftung ist sehr wichtig, um den vorzubeugen.

Schimmel an der Wand

Eine schlechte Wärmedämmung ist die Hauptursache für die Schimmelbildung an Wänden. Begünstigt werden kann dieser Umstand, wenn Möbel zu nah an der Wand aufgestellt werden. Auch Raufasertapeten, Holzvertäfelungen oder Gips bieten Schimmelpilzen reichlich Nährstoffe für eine rasche Ausbreitung.

Schimmel im Keller

Gerade im Keller kommen feuchte Wände häufiger vor. Begünstigt werden kann dies zum Beispiel durch das Aufhängen der Wäsche und ein schlechtes Lüftungsverhalten. Zusätzlich herrscht im Keller naturgemäß eine geringere Temperatur vor als in anderen Wohnräumen. Im Keller sollte am besten dann gelüftet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als im Keller. Wenn Wasser in den Keller eindringt, sind bauliche Maßnahmen notwendig.

Schimmel am Fenster

Gerade an Fenster oder Balkontüren gibt es oft eine erhöhte Wärmediffusion nach außen. Im Winter kann dies zu erhöhten Temperaturunterschieden führen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen die Bildung von Schimmel

Im Folgenden werden einige Maßnahmen aufgelistet, um der Schimmelbildung entgegenzuwirken.

  • regelmäßige Durchlüftung, sinnvoll ist eine Stoßlüftung von 2-4 x täglich
  • bewusstes Heizen im Winter
  • Lüften bei Tätigkeiten wie Duschen, Baden, Kochen und Trocknen
  • Vorhänge regelmäßig Reinigen
  • eine optimale Luftzirkulation ermöglichen
  • regelmäßig die Luftfeuchte durch ein Hygrometer überprüfen
  • eine minimale Temperatur von 16°C
  • alkalische Wandfarbe verwenden

Wie lässt sich Schimmel entfernen?

Häufig helfen vorbeugende Maßnahmen nicht mehr. Aber wie lässt sich Schimmel am besten entfernen? Wichtig ist, dass bei einem großflächigen Befall von mehr als 0,5 m2 ein Experte hinzugezogen wird. Wenn die Entfernung unsachgemäß erfolgt, dann kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen. Besonders schwarzer Schimmel kann sehr gesundheitsschädigend sein.

Bei einen kleinflächigen Befall kann der Bewohner selbst Maßnahmen ergreifen. Diese Maßnahmen sollten sofort erfolgen, da sonst Schimmelsporen eingeatmet werden könnten. Zuerst ist es wichtig, die Ursache für die Schimmelbildung zu ergründen. Ist der Schimmel zum Beispiel auf einen Wasserrohrbruch oder bauliche Mängel zurückzuführen, dann ist das Problem schnellstmöglich zu beseitigen.

Es helfen die folgenden Maßnahmen:

  • befallene Materialien entsorgen
  • Vorhänge reinigen
  • Stellen mit Brennspiritus oder hochprozentigen (>70%) Ethylalkohol abtupfen (Mundschutz und Handschuhe verwenden)
  • evt. den Vermieter informieren


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