Wie wirkt sich ein Drucker auf das Raumklima aus?

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Multifunktionsgerät | Bild: © Baton72 (Ilya Glovatskiy)/Depositphotos.com

In Büros und in heimischen Wohn- oder Jugendzimmern gehören Drucker heute zur Grundausstattung. Doch hier sollten Sie bedenken, dass sich gerade moderne Laserdrucker und Multifunktionsgeräte nachteilig auf die Luft und auf Ihre Gesundheit auswirken.

Neben dem Tonerstaub, der unsichtbar durch die Luft fliegt und eingeatmet wird, gibt es eine ganze Bandbreite weiterer schädlicher Einflüsse durch Drucker und andere elektrische Geräte. Elektrosmog, Ozon und Feinstaub sowie die erzeugte Hitze im Dauerbetrieb sind Begleiterscheinungen, die perspektivisch krank machen und dennoch in Büros Alltag sind. In diesem Artikel erfahren Sie, wie und warum ein Drucker das Raumklima beeinflusst und was Sie tun können, um sich vor den Folgen der Feinstaub-Belastung zu schützen und Ihre Gesundheit nicht aufs Spiel zu setzen.

Informationen für Schnellleser

Drucker und Faxgeräte, vor allem Laserdrucker beeinflussen das Raumklima.
Bei jedem Druckvorgang wird eine kleine Menge Tonerstaub über die Abluft freigesetzt und verbindet sich mit der Raumluft.
Durch den Dauerbetrieb im Standby-Modus erhöhen Drucker & Co. die Raumtemperatur.
Ältere Geräte setzen eine höhere Menge Ozon frei und beeinträchtigen die Atemwege zusätzlich. Laserdrucker sollten in einem separaten Raum und nicht unmittelbar im Arbeitsbereich stehen.
Bei älteren Geräten mit einem höheren Ozon-Ausstoß ist der Austausch des Druckers oder Kopierers die beste Option.
Stoßlüftungen, die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und die Ausschaltung von Druckern bei Nichtgebrauch verbessern die Luft.

Laserdrucker erzeugen mehr Staub als Tintenstrahlgeräte – stimmt das?

Tintenstrahldrucker
Tintenpatronen im Tintenstrahldrucker | Bild: © photosoupy (Hywit Dimyadi)/Depositphotos.com

Die Antwort auf diese Frage ist präzise und gibt keinen Spielraum. Während Tintenstrahldrucker mit flüssiger Tinte arbeiten, verwendet ein Laserdrucker hauchfeinen Tonerstaub. Dieser wird mittels Druck und Wärme auf das Papier gebracht. Doch die Problematik besteht nicht im Tonerstaub auf dem Papier, sondern in den feinsten Partikeln, die im Verlauf des Druckvorgangs aus dem Toner in die Raumluft transportiert werden. Hierbei handelt es sich um Feinstaub, den Sie weder sehen noch riechen können. Doch er ist da und umgibt Sie täglich, wird über die Atemwege aufgenommen und gelangt in Ihre Lunge. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Tintenstrahldrucker keinen Einfluss auf das Raumklima im Büro oder im Wohnzimmer nimmt. Doch im Bezug auf die Feinstaubentwicklung sind moderne Laserdrucker eindeutig die größeren Umweltsünder.

Elektrosmog und Feinstaub: Ein tägliches Gesundheitsproblem in Büros

Bei jedem Druckvorgang wird überschüssiger Tonerstaub in die Raumluft abgegeben. Doch der Feinstaub ist nicht das einzige Problem. Moderne Geräte werden über WLAN gesteuert und sind für den Fernabruf jederzeit im Betriebsmodus. Eine vollständige Ausschaltung unterbleibt, damit der Druckauftrag per Knopfdruck vom PC aus an den Laserdrucker übertragen und umgehend ausgeführt werden kann. Durch die Standby-Funktion erhöhen Sie nicht nur die Energiekosten, sondern begünstigen die konstante Elektrosmog-Strahlung. Ergebnisse aus Studien sind widersprüchlich und somit keine konkrete Referenz. Doch in Gesprächen mit Büroangestellten wird schnell deutlich, dass vor allem Atemwegserkrankungen keine Seltenheit sind.

Laut Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hieß es vor einigen Jahren, dass Tonerstaub
die Gesundheit nicht beeinträchtigt. Doch das gilt nicht für die mikrofeinen Nanopartikel, die der Laserdrucker in jedem Betrieb abgibt und die sich unsichtbar in der Raumluft verteilen. Vor allem
sensible Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege reagieren äußerst empfindlich auf Tonerstaub im Raum. Die These aus dem Jahr 2008 wurde somit revidiert, da das Ergebnis einer neuen Untersuchung durch Freiberger Umweltmediziner ein ganz Anderes ist.

Tonerstaub wird über die Atemluft aufgenommen

Tonerkartuschen
Tonerkartuschen im Tintenstrahldrucker | Bild: © simpson33 (Piotr Adamowicz)/Depositphotos.com

Wie gelangt der Tonerstaub in die Lunge und was macht er mit dem Raumklima? In Räumen mit vielen technischen Geräten, darunter auch Faxgeräte und Laserdrucker, ist die Luftfeuchtigkeit sehr niedrig und das Raumklima fühlt sich trocken an. In den meisten Fällen befinden sich in Büros auch Teppichböden, in denen sich der Feinstaub unbemerkt absetzen kann. Selbst bei regelmäßigen professionellen Büroreinigungen wird der Tonerstaub nicht vollständig entfernt. Hierzu müssen Sie wissen, dass es sich um Nanopartikel und nicht um sichtbare Stäube handelt. Jeder Schritt wirbelt unsichtbaren Tonerstaub auf und sorgt dafür, dass er eingeatmet wird und so in die Lunge gelangt. Empfindliche Menschen reagieren mit brennenden Augen, mit Husten- und Niesreiz sowie einem gefühlt trockenen Hals.

Sind Laserdrucker weniger gut als ihr Ruf? In puncto Drucktechnik haben Laserdrucker aus vielerlei Gründen die Nase vorn. Austrocknende Tinte und verwischte Ausdrucke gehören der Vergangenheit an. Doch mit Blick auf das Raumklima und die Gesundheit der Büroangestellten ist der Laserdrucker weniger positiv zu bewerten. Hinzu kommt, dass Feinstaub nicht das einzige Problem beim Einsatz von Geräten mit Tonern ist. Auch Elektrosmog – Ozon wird freigegeben und verteilt sich unsichtbar im Raum. Durch die abgestrahlte Wärme im Betrieb erhöht sich die Raumtemperatur in Büros mit mehreren Druckern oder mit großen Multifunktionsstationen im Umkreis des Geräts um bis zu 2°C. Durch die erhöhte Raumtemperatur wird die Raumluft ebenfalls trockener, wodurch der Staub noch leichter aufwirbelt und sich praktisch den ganzen Tag über um Sie herum in der Luft befindet.

Sie können Feinstaub nicht sehen und nicht riechen. Aber Sie atmen ihn täglich ein und führen ihn
so in die Lunge. Ihre Atemwege reagieren mit Husten und Niesen auf den negativen Einfluss, der das Raumklima geschädigt hat. Auch wenn Sie sich grundlos viel räuspern oder unter trockenen Augen leiden, kann der Laserdrucker der Grund für Ihr Unwohlsein sein. Nicht selten bemerken Betroffene die Symptome nur im Büro, während sie in der arbeitsfreien Zeit keinerlei Husten- und Niesreiz haben.

Schleimhaut- und Lungenschäden durch Laserdrucker?

Nachweislich Fakt ist, dass die permanente Einatmung von Tonerstaub Veränderungen im Lungengewebe erzeugt. In repräsentativen Untersuchungen haben die Freiberger Umweltmediziner eine Veränderung
der Zellen im Zusammenhang mit Tätigkeiten in Räumen festgestellt, in denen Betroffene täglich
der Druckerabluft ausgesetzt sind. Da in Büros natürlich viele andere Faktoren ebenso auf das Raumklima wirken und Staub, Elektrosmog sowie Ozon erzeugen, halten sich die Wissenschaftler bedeckt und stellen keine Behauptung auf. So lässt sich zum Beispiel kein Kontext aus der Staubbelastung durch Laserdrucker mit einem erhöhten Krebsrisiko zeihen. Doch dass sich Feinstaub auf der Lunge ablagert und dort zu Veränderungen der Zellen führen kann, ist eine nicht von der Hand zu weisende Tatsache. Umso wichtiger ist es im Rahmen der Gesundheitsprävention, Vorkehrungen zu treffen und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in Büros zu treffen.

Maßnahmen gegen Feinstaub und steigendes Ozon im Büro

Für saubere und gesunde Luft in Büros gibt es zwei essentielle Maßnahmen. Am besten platzieren
Sie den Laserdrucker in einem Nebenraum den Sie nur zur Abholung der Ausdrucke betreten. Keinesfalls sollten Drucker direkt auf Ihrem Arbeitsplatz oder zentral im Großraumbüro stehen und den
Tonerstaub so ungehindert in der Raumluft verteilen. Wichtig ist auch, dass Sie Laserdrucker in
Räume stellen, die Sie gut belüften können. Ein Abstellraum ohne Fenster ist aufgrund der
staubigen Abluft der sichtbar ungünstigste Standort für dieses Bürogerät. Wenn Sie ein älteres
Modell nutzen, kann sich der Austausch gegen einen modernen Drucker lohnen und die Belastung des Raumklimas deutlich reduzieren. Eine generelle Vermeidung von Feinstaub ist bei Laserdruckern ausgeschlossen. Aber das Ozon, welches das Raumklima ebenfalls beeinträchtigt und die Gesundheit schädigt, lässt sich durch einen neuen Drucker deutlich reduzieren. Im Folgenden erfahren Sie, was
Sie für ein verbessertes Raumklima tun und wie Sie für saubere Luft im Büro sorgen können.

Grünpflanzen verbessern das Raumklima

Pflanzen im Büro
Pflanzen im Büro | Bild: © ArturVerkhovetskiy (Artur Verkhovetskiy)/Depositphotos.com

Für bessere Luft und eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen Grünpflanzen. Vor allem die Zimmerlinde
und Zyperngras* sind für eine Optimierung des Indoor-Klimas bekannt und erfreuen sich großer Beliebtheit. Wichtig ist dabei, dass Sie den Pflanzen Aufmerksamkeit schenken und die Erde keinesfalls zu feucht halten. Denn in den Töpfen von Grünpflanzen kann sich bei Staunässe Schimmel bilden, dessen Sporen sich ebenso wie der Feinstaub aus dem Laserdrucker in der Luft verteilen und das Raumklima schädigen. Ältere Drucker und Kopierer geben eine hohe Menge Ozon aus, das über die Atemwege aufgenommen wird und zu Augenreizungen, zu Husten und Halskratzen führt. Für eine optimale Luftqualität können Sie mit Grünpflanzen und der richtigen Lüftung sorgen. Der Betrieb einer Klimaanlage reicht nicht aus und ersetzt keinesfalls die Frischluft, die durch ein offenes Fenster einströmt und für den notwendigen Luftaustausch – für ein gesundes Raumklima sorgt.

Drucker und Faxgeräte im separaten Raum platzieren

Wie bereits kurz angesprochen, sollten Druck- und Faxgeräte sowie Kopierer in einem separaten Raum und nicht in Ihrem Büro stehen. Mit der heutigen modernen WLAN Technik stellt die Positionierung fernab Ihres Schreibtischs kein Problem dar, da Sie die Druckaufträge über den Computer auslösen und nicht am Gerät direkt eingeben müssen. Auch wenn über Funk und WLAN verbundene Geräte den Elektrosmog fördern, sind die Risiken deutlich geringer als bei Druckern, die den Tonerstaub in unmittelbarer Nähe Ihres Arbeitsplatzes abgegeben und auf diesem Weg für trockene und mit Feinstaub belastete Luft sorgen.

Trockene Luft fördert Staubentwicklung

Die Luftfeuchtigkeit ist in Neubauten prinzipiell niedriger als in Altbauten. Durch die Vielzahl elektrischer Geräte im Büro sinkt die Luftfeuchte weiter und schafft damit eine Grundlage für kontinuierlich aufgewirbelten Staub. Jeder Schritt und jede Bewegung bringen am Boden befindlichen Staub in die Luft und führen dazu, dass Sie die Nanopartikel einatmen und ihnen den Weg in Ihren Körper ebnen. Feinstaub lässt sich nicht vollständig vermeiden, da er in Form von Umweltrückständen überall zu finden ist. Doch mit Ihrem Fokus auf eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit können Sie die Gefahr durch Tonerstaub senken. Gerade in der Heizperiode, in der die Luft besonders trocken ist und Fenster seltener als im Sommer geöffnet werden, sind Schalen mit Wasser auf der Heizung eine gute Möglichkeit gegen ein zu trockenes Raumklima. Stellen Sie einen Laserdrucker nie in unmittelbar in Heizungsnähe oder unter ein Fenster, von wo aus sich der Tonerstaub durch die Luftzirkulation großräumig verteilt und im gesamten Büro abgelagert wird. Je höher die Raumtemperatur ist, umso wichtiger wird die Luftfeuchtigkeit. Da auch Laserdrucker und Multifunktionsgeräte, Computer und andere Bürotechnik für eine Erhöhung der Temperatur sorgen, fühlt sich das Raumklima in Büros mit Klimaanlage meist unangenehmer als in Räumen mit der Möglichkeit zur konventionellen Lüftung an.

Laser- oder Tintenstrahltechnik?

Nachdem Laserdrucker feinste Partikel in die Luft abgeben und Sie wissen, dass Tonerstaub Ihre Atemwege reizt, stellen Sie sich nicht ohne Grund die Frage, ob ein Tintenstrahldrucker die bessere Lösung ist. Im Bezug auf die Entwicklung von Feinstaub sind Tintenstrahlgeräte deutlich sauberer. Doch das heißt nicht automatisch, dass Sie einen energie- und kostensparenden Laserdrucker im Büro gegen ein Modell mit Tintenstrahltechnik tauschen müssen. Die oben aufgeführten Tipps sorgen dafür, dass Sie in einem sauberen Büro arbeiten und die Einatmung von Tonerstaub auf ein Minimum reduzieren. Mit Grünpflanzen schaffen Sie nicht nur ein harmonisches Ambiente. Sie erhöhen den Sauerstoffgehalt in der Luft und verbessern auf diesem Weg das Raumklima. Des Weiteren binden viele Pflanzen Schadstoffe und reinigen die Luft. Beim Blick auf die Blätter der Grünpflanzen nehmen Sie eine deutlich sichtbare Staubschicht wahr. Das resultiert daraus, dass die Pflanzen den Feinstaub wie ein Magnet anziehen und durch ihre Blattoberfläche dafür sorgen, das er nicht im Raum herumwirbeln kann. Mit den richtigen Maßnahmen für ein gesundes Raumklima und die optimale Platzierung von Laserdruckern und Kopierern können Sie die Vorteile der modernen Technik nutzen, ohne eine Entscheidung zwischen Ihrer Gesundheit und der technischen Büroausstattung treffen zu müssen.

Ein gutes Raumklima sorgt für Motivation und gute Stimmung

Frische Luft macht gute Laune. Diese These kennen Sie sicherlich und wenn Sie darüber nachdenken, wird Ihnen die Logik hinter den Worten auffallen. In einem gut belüfteten Raum ist der Sauerstoffgehalt hoch, während Feinstaub und Schadstoffe nur in marginaler Menge vorhanden sind. Um die Raumluft im Büro von Tonerstaub und Ozon zu befreien, können Sie einfache Mittel und die oben aufgeführten Methoden anwenden. Verlassen Sie sich auch im Sommer nicht auf die Klimaanlage, sondern nutzen die Fenster für einen regelmäßigen Luftaustausch. Stellen Sie Grünpflanzen auf und entscheiden sich für Arten, die für ihre Schadstoffbindung bekannt. Wenn Sie Drucktechnik anschaffen, achten Sie bereits beim Kauf auf nachhaltige Qualität und beziehen die Umweltfaktoren ein. Je weniger Ozon und Tonerstaub ein Laserdrucker abgibt, umso sauberer ist Ihre Luft im Büro. Wenn Sie das Gerät dann noch mit WLAN verbinden und einen Standplatz fernab Ihres Schreibtisches – am besten in einem anderen Raum wählen, können Sie durchatmen und sich motiviert an Ihr Tagwerk begeben. Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit mit einer Schale Wasser und achten stets darauf, dass die Raumtemperatur nicht über 22°C liegt. In Kombination aller Maßnahmen betreten Sie ein Büro, in dem Sie die frische Luft förmlich riechen können und keine Atemwegsreizungen verspüren werden.

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